No Lager, nowhere! Aktionstag am 9. Oktober 2021

Aufruf zum bundesweiten #NoLagerNowhere Aktionstag am 9. Oktober 2021

von Aktion Bleiberecht Freiburg

Fluchtursachen sind vielfältig. Bei dem Versuch, ihr Leben zu retten, sterben täglich unzählige Geflüchtete. Überlebende, die es in ein EU-Land schaffen, erwartet dort nicht etwa ein geschützter und menschenwürdiger Lebensraum. Sie müssen in Zelt-Camps wie Kara Tepe ausharren und werden in Deutschland in Anker-Zentren, Erstaufnahmeeinrichtungen und Gemeinschaftsunterkünften untergebracht, die eines gemeinsam haben: Es sind Lager!

Orte, an denen Menschen entrechtet werden. Durch die Wohnsitzauflage müssen sie im Lager leben. Es gibt dort oft keine Privatsphäre, keinen Schutz und keine Möglichkeit zur eigenständigen Organisation des Alltags oder zur Integration. Stattdessen willkürliche Personen- und Zimmerkontrollen, zum Teil unter Anwendung von Gewalt durch Security-Personal und Polizist*innen, die zu jeder Tages- und Nachtzeit Abschiebungen durchführen. Geflüchtete müssen mit der Angst als ständiger Begleiterin leben, Flashbacks und das Entstehen neuer Traumata sind die Folge. In vielen Lagern ist neben der psychischen auch die körperliche Gesundheitsversorgung unzureichend. In der Erstaufnahme gibt es nur eine gesundheitliche Notversorgung, der Zugang zu Fachärzt*innen und Therapien wird hier verwehrt. Häufig ist bedürfnisgerechte Ernährung ebensowenig gewährleistet wie Pandemie-bedingt erforderlicher Infektionsschutz. Vielmehr setzen die Verantwortlichen auf „Durchseuchungspolitik“ in Kombination mit der vollständigen Isolation geflüchteter Menschen, beispielsweise durch Besuchsverbote.

Diese und weitere intensive Grundrechtseinschränkungen sind in Hausordnungen festgeschrieben. In Lagern wird „Migrationsmanagement“ betrieben, die Lagerunterbringung geflüchteter Menschen beruht auf einer politischen Kontinuität rechter Programmatik. Unter anderem die Änderung des Art. 16 GG und das Dublin-Abkommen negieren das Asylrecht.

Zahlreiche Betroffene haben weder die Möglichkeit, noch die Mittel, Rechtsbeistand in Anspruch zu nehmen. All dies ist von Politiker*innen gewollt: Lager sollen der Abschreckung dienen. Aber niemand flieht freiwillig und Migration ist kein vorübergehendes Ereignis, sondern wird immer zu unserem Alltag gehören. Geändert werden muss die Anerkennungs- und Unterbringungspolitik für Geflüchtete. Das Recht auf Wohnen ist ein Menschenrecht und gilt für alle Menschen, unabhängig von deren Aufenthaltsstatus.Lager bedeuten rassistische Gewalt, Entrechtung, Verwaltung, Isolation und Ausgrenzung. So darf es nicht weitergehen! Wir wollen Wohnungen für alle! Wir rufen am 9. Oktober 2021 zu einem bundesweiten Aktionstag auf. Dezentral aber gemeinsam, um Lagerstrukturen zu bekämpfen und abzuschaffen. Gemeinsam wollen wir unsere Forderung in die Öffentlichkeit tragen:  http://crescentlakeresort.com/?plugin=all-in-one-event-calendar No Lager, nowhere! Kein Lager, nirgendwo!

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Falls euer Verein/eure Initiative den  Jasdan Aufruf unterzeichnen möchte, schreibt uns bis zum 20. September eine Mail an info@aktionbleiberecht.de

Gemeinsam mit euch wollen wir am 9. Oktober mit vielen dezentralen Aktionen unsere Kritik an der Lagerunterbringung auf die Straße tragen. Wir fordern euch daher auf: Werdet aktiv! Plant eigene Aktionen, Kundgebungen, Flashmobs – in eurer Stadt!

Hier findet ihr eine Übersicht über die bisher geplanten Aktionen. Falls ihr in eurer Stadt eine Aktion geplant habt, schreibt  eine Mail an info at aktionbleiberecht.de, dann fügen wir sie hier hinzu.

Freiburg

Stuttgart

Karlsruhe

Hannover

Rems-Murr-Kreis

Um zu zeigen, dass wir zwar dezentral aber dennoch gemeinsam agieren, könnt ihr gerne die folgenden Sharepics verwenden. Ihr findet darauf einige Forderungen des Bündnisses Lager-Watch, könnt allerdings auch die Blanko-Version verwenden, um eure eigenen Forderungen einzubringen.

Abschiebungen stoppen!
Gesundheitsversorgung für alle gleich!
Kein Eingriff in Grundrechte!
Blanko

Wir sind ein im Frühjahr 2021 entstandenes bundesweites Netzwerk von Initiativen, Vereinen und Flüchtlingsräten. Mit gemeinsamen und dezentralen Aktionen wollen wir auf die Zustände in den Lagern aufmerksam machen. So wurde zum Tag des Grundgesetzes am 23. Mai 2021 der Aufruf Schutz für die, die Schutz suchen veröffentlicht, der von über 60 Initiativen aus 14 Bundesländern unterzeichnet wurde.

Es finden regelmäßige  buy dapoxetine Online-Treffen statt, das nächste am  18. September 2021 um 10 Uhr. Wenn ihr Interesse habt, schreibt uns eine Mail an info@aktionbleiberecht.de.

Wenn die, die Schutz suchen, ihn auch erhalten sollen, dann muss sich die Anerkennungs- und Unterbringungspolitik ändern. Dann muss Unterbringungspolitik für Geflüchtete zu Wohnungspolitik werden!

LET THEM IN! Freitag, 24.09.2021, 18:00 Uhr, Oranienplatz

Freitag, 24.09.2021 | 18:00 Uhr | Oranienplatz 10999 Berlin Anreise: U8, Bus 248 MoritzPlatz | M29 Oranienplatz | U1, U2, U3, U8 Kottbusser Tor

by Coliberation Berlin

Diesen Freitag organisieren wir eine Demo, um auf die grausame Situation an der östlichen EU-Grenze (Polen) aufmerksam zu machen und dagegen zu protestieren. Kommt alle und teilt unsere Wut über diese Situation!

Quo vadis Frontex? – Reform, control or abolish?

by Borderline – Europe

Panel discussions on the illegal activities of the EU border agency and its glaring control deficit.

Criticism of practices that violate human rights has accompanied the “European Border and Coast Guard Agency”, or “Frontex” – since its founding in 2004.

From its involvement in illegal pushbacks to its cooperation with the so called “Libyan Coast Guard”: in addition to the reports of those affected and eyewitnesses, extensive video material provides evidence of these practices. Finally, the EU Parliament created the Frontex Scrutiny Group to investigate. According to the group´s report, Frontex is aware of illegal activities in the Mediterranean, but does not intervene.

Moreover, the report states that agency head Fabrice Leggeri has removed incriminating material. With unparalleled cynicism, the agency now comments that the MEPs could not prove Frontex had engaged in illegal activities. However, this was not the task of the committee.

The lack of will to investigate or admit wrongdoing or to ensure basic human rights is part of the agency’s modus operandi. Frontex puts the protection of borders above the protection of people who are in danger.

Nevertheless, Leggeri always manages to wriggle out of the accusations, no sanctions have been imposed so far and the agency continues to expand. As per its regulation, Frontex is independent, its director may not take instructions from the member states or the Commission. This has created a legal vacuum for the agency.

At the same time, the power of the Frontex director continues to grow: planes and drones for aerial surveillance under its own control, a fleet of vehicles with surveillance technology, a new armed border force under Leggeri’s command.

Why is it so difficult to indict and prosecute the illegal activities of the agency? To whom is Frontex actually accountable? What are Leggeri’s new narratives and how can we debunk them?

We will discuss with activists and experts who are confronted with the practices of Frontex at various EU external borders and in different fields of work. Together we then want to show possibilities of civil resistance.

Panel 1: Current border practices of Frontex
Situation reports from the EU external borders, on the new mandate and technical equipment of the agency

Bérénice Gaudin (Sea-Watch Airborne)
Milena Zajovic (Are You Syrious/ Border Violence Monitoring Network)
Petra Molnar (Associate Director, Refugee Law Lab, York University)
Phevos Simeonidis (Disinfaux Collective)
Moderation: Vera Deleja-Hotko (investigative Journalistin, FragDenStaat), Matthias Monroy

Panel 2: Tactics of civil resistance against Frontex
On the interlocking of political, legal, and practical struggles against the agency’s activities and its new narratives

Luisa Izuzquiza (Frag den Staat)
Omer Shatz (Lecturer at Sciences Po Paris, Legal Director of Front-Lex)
Bernd Kasparek (bordermonitoring.eu)
Amandine Bach (Political Advisor, Frontex Scrutiny Group)
Moderation: Matija Vlatković (ECCHR), Niamh Ní Bhriain (TNI Amsterdam)

To attend in person, register here: https://www.so36.com/…/36144-tickets-quo-vadis-frontex…

For live stream visit: https://www.youtube.com/watch?v=O5iEpmQrxCU

Freedom to move, freedom to stay! Rally in front of BAMF, 6 September, 13h

The asylum-seeking population is mostly affected by the lack of opportunities, by the limitations of the state and its structures.
Their integrity, their identity, their lives are in mortal danger where they come from and when they arrive here they are met with indifferent and inhumane treatment by the BAMF and the Ausländerbehörde.

These institutions are not really interested in providing a dignified life for migrants, but in their public strategies and image to feed their white supremacist ego. In this way they evade and make invisible their political and economic responsibility, as one of the world’s largest arms exporting powers to the global south, as well as their responsibility as one of the territories with the most access to resource extraction in the world.

For this reason we call this protest in support of the migrant history and resistance in Germany and the refugee movement, which Napuli is currently leading at Oranienplatz, as well as the Colombian asylum seeker in Osnabrück who will chain himself to a court next week, trying to appeal his stay in Germany before the judge.

We will raise our voices together for the entire migrant population in Germany who suffer daily from colonial structures and global inequalities. We demand reparations and political and economic accountability, now!

(Flyer: Camila Lozano @marica.mila666)

Success! YOU STILL CAN’T EVICT A MOVEMENT

After six days of protest the district provided a favorable response and met almost all of our demands.

Success: YOU STILL CAN’T EVICT A MOVEMENT!!!

After six days of protest the district provided a favorable response and met almost all of our demands.

The document is now under Napuli’s name. Now it’s possible to establish an info-point again which is allowed to be as big as 7 x 11 meters. The document states that “the info-point can be used as a space for the expression of public opinion and the political advancement of the demands of the ‚refugee protest”.

However, we will go into further negotiations with the district, to share the responsibilities of the agreement with at least three to five other people and to have the possibility to erect a tent or other structures to enable our protest, information events or performances.

Oplatz was, is and will continue to be the hub for our political movement and we need everyone to participate in this political process of self-organization!

Thank you for all your support so far but the fight is still on and we unanimously continue to echo that.

We continue to demand:

  1. Abolishment of the Residenzpflicht (which was initially abolished but is slowly being re-introduced and we are aware of this).
  2. Abolish the inhuman Lager System.
  3. Stop all Deportations!
  4. Stop Racial Profiling and Police Violence!
  5. Stop Queer discrimination and Violence!
  6. Abolish Frontex and the European Border Regime!

We continue to write our history at Oplatz!

Now it’s possible to establish an info-point again which is allowed to be as big as 7 x 11 meters. The document states that “the info-point can be used as a space for the expression of public opinion and the political advancement of the demands of the ‚refugee protest”.

However, we will go into further negotiations with the district, to share the responsibilities of the agreement with at least three to five other people and to have the possibility to erect a tent or other structures to enable our protest, information events or performances.

O-Platz was, is and will continue to be the hub for our political movement and we need everyone to participate in this political process of self-organization!

Thank you for all your support so far but the fight is still on and we unanimously continue to echo that.

We continue to demand:

  1. Abolishment of the Residenzpflicht (which was initially abolished but is slowly being re-introduced and we are aware of this).
  2. Abolish the inhuman Lager System.
  3. Stop all Deportations!
  4. Stop Racial Profiling and Police Violence!
  5. Stop Queer discrimination and Violence!
  6. Abolish Frontex and the European Border Regime!

We continue to write our history at O-Platz!