Lass dies der Kampf seines Lebens sein … Maria Zantioti ein Jahr nach dem Tod ihres Bruders Georgios im Polizeigewahrsam Wuppertal

Am 1. November 2022, ein Jahr nach dem Tod von Georgios Zantiotis im Wuppertaler Polizeigewahrsam, versammelten sich neben Familie und Freundinnen von Georgios über 100 Menschen am Wupperfelder Markt in Wuppertal Oberbarmen. Sie demonstrierten ihre Wut über den Verlust von Georgios Zantioti und zogen Verbindungen und Parallelen zu anderen Opfern von Polizeibrutalität.

Να γίνει αυτό ο αγώνας της ζωής του…
where to buy antabuse in canada Η Μαρία Ζαντιώτη ένα χρόνο μετά τον θάνατο του
αδερφού της Γεωργίου στην αστυνομία του Βούπερταλ

Maria Zantioti eröffnete mit ihrem Redebeitrag im Namen der Familie die Kundgebung. Diese findet hier in deutscher Übersetzung:

Ich möchte zunächst zum Ausdruck bringen, wie ich mich ein Jahr später fühle, und mir ist klar, dass ich nicht in Worte fassen kann, wie ich mich fühle oder wie sehr es unser Leben verändert hat. Vor allem die Trauer und die Traurigkeit, die sich auch nach einem Jahr noch nicht gelegt hat und auch bis zu unserem Ende nicht verschwinden wird.

George war die Freude unseres Lebens, er war unser Leben und unser Haus ist leer, seit er von uns gegangen ist. Nur George brachte Freude mit seiner Lebendigkeit, seiner Persönlichkeit, seinem Lachen und seinen Witzen, den Witzen, die er mit uns machte, selbst in den schweren Zeiten, die wir durchmachten und mit den Sorgen die er als junger Mann hatte. Wir waren gemeinsam stark, wir stützten uns alle gegenseitig und nun ist diese Stütze in unserer Familie zusammengebrochen.

Für mich war er nicht nur mein Bruder, sondern auch mein bester Freund, mein Licht in diesem Leben. In dieser Nacht nahmen sie uns nicht nur George, sondern auch unsere Familie.

Zusätzlich zu der Trauer, die sich in unsere Seelen eingegraben hat, waren wir mit dem Verhalten der Polizei, der Medien und der öffentlichen Meinung konfrontiert und wir mussten beweisen, dass wir keine Kriminellen waren. Sie gaben uns das Gefühl, dass wir an seinem Verlust schuld seien. Inmitten all dessen, was wir durchmachen, müssen wir selbst nach der Wahrheit suchen.

Was ist denn nun die Wahrheit?

Mein Bruder ist immer noch aus unbestimmten Gründen verhaftet worden. Zuerst sagten sie, es gäbe keinen Grund, seinen Tod öffentlich zu melden, bis sie eine Woche nach Veröffentlichung des Videos dazu gezwungen wurden und ihn zunächst beschuldigten, mich angegriffen zu haben. Was natürlich nicht stimmt und ich abgestritten habe. Dann warfen sie ihm gewaltvolles verhalten gegenüber der Polizei vor, dann Drogen und Alkohol, was sich nach toxikologischen Tests ebenfalls als falsch erwiesen hat.

Nun frage ich, wenn sie beschlossen haben, ihn auf die gewalttätige Art und Weise festzunehmen, was wir alle in dem durchgesickerten Video gesehen haben, warum ging die Gewalt in der Zelle weiter?

Bisher ist das Verfahren der Blutentnahme der Polizisten und Ärzte, die bei ihm waren, nicht klar. Wir kennen immer noch nicht die Kommunikation, die stattgefunden hat und ob Sie ihn überhaupt erst um eine Blutentnahme baten. Soll er sich einem dreifachen Angriff aussetzen lassen, ohne zu wissen, was sie ihm mit einer Nadel im Arm antun würden. Was ich immer noch glaube, ist, dass es keine Kommunikation gab, dass er seine Rechte kannte, und mit diesem Vorgang nahmen sie ihm sein Recht auf Leben.

Warum haben sie uns nicht angerufen, damit sich seine Familie mit ihm in Verbindung setzt, um eine Lösung zu finden oder das Recht auf einen Anwalt oder sogar einen Übersetzer zu erhalten?

Warum musste die Blutentnahme dreimal auf eine so Gewaltvolle Weise stattfinden?

Er war nur eine Stunde lang in der Zelle, bevor er zusammenbrach.

Warum mussten sie ihn zeitweise sogar fesseln, um eine sofortige Blutabnahme zu erzwingen?

Das Ergebnis war fatal. Für mich ist nicht nur die Polizei, sondern auch der Arzt verantwortlich.
Es ist undenkbar, dass ein Arzt in diesem Moment anwesend ist und anstatt zu beobachten, ob die Person Hilfe braucht und den Vorgang zu überwachen, sich nur darum kümmert, dass die Blutabnahme vorbei ist und dieses Vorgehen dadurch billigt.

Ein weiterer Punkt, auf den ich eingehen möchte, sind die Betäubungsmittel die sie ihm gegeben haben. Bis zu einem gewissen Grad kann ich akzeptieren, dass sie seinen Tod nicht beeinflusst haben, aber in meinem Herzen kann ich nicht akzeptieren, dass ich kein Recht habe zu erfahren, warum sie ihm welche gegeben haben. Das allein gibt mir automatisch das Gefühl, dass sie was verheimlichen oder Details weglassen und vielleicht auch andere Details verheimlichen oder übergehen, die der Grund dafür sein könnten, dass mein Bruder nicht überlebt hat.

Ein Jahr später will uns niemand den Fall öffnen, damit wir Antworten bekommen, damit seine Familie die letzten Momente seines Lebens im Detail erfahren kann. Ich werde nie aufhören können mich zu fragen, was seine letzten Worte waren und wie er sich alleine unter Fremden gefühlt hat.

Was ist schließlich die Aufgabe der Polizei?

Uns zu schützen oder uns zu bestrafen?

Zuerst sie selbst und dann die Justiz. Sind sie nicht gut genug ausgebildet um mit solchen Situationen umzugehen, die schon so viele Opfer gefordert hat?

Wir sind heute nicht nur für George und die anderen Menschen hier, die zu Unrecht ihr Leben verloren haben, sondern auch, um den anderen Familien Mut zu machen und ihnen zu sagen, dass wir nicht alleine sind und dass wir gemeinsam eines Tages, das was Geschieht, verändern können, damit es keine weiteren Opfer mehr gibt.

George ist nicht umsonst gestorben. Sein Name soll jetzt dafür stehen das Böse zu ändern, damit sich kein Mensch mehr in seiner Lage befinden muss.

Lass dies der Kampf seines Lebens sein, das hier vergangen ist.