Bundesweite Sommer Tour „Women* Breaking Borders II“ 23.7.-05.08. 2018 “Zwei Wochen Reisen und Spaß gegen Rassismus”

Women* breaking borders Bus Sommer Tour 2018
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Wir von Women in Exile and Friends wollen diesen Sommer mit dem Thema ”Women* Breaking Borders” weiter machen.
Wir möchten mit euch gemeinsam in Solidarität in verschiedene Städte fahren, besonders nach Bayern, um unsere Missbilligung der Politik Seehofers, des neuen “Innen- und Heimatministers” auszudrücken. Des Politikers, der seit Jahren für immer restriktivere Asylgesetze und Lagerunterbringung verantwortlich ist. In seinen neuen “Ankerzentren” (“Ankufts-und Rückführungszentren”), die als Vorbild gelten sollen, werden Geflüchtete vollkommen von der deutschen Gesellschaft und jeglicher Hilfe abgeschnitten: Keine Rechtsberatung, keine Besuche, keine Deutschkurse, keine Arbeit, keine Schule für die Kinder. Denn so ist es einfacher, sie wieder abzuschieben – ohne Widerstand oder Sicherheit, voller Verzweiflung.
Seeholfer möchte dieses Vorbild von quasi-Haftanstalt nun deutschlandweit exportieren, wobei die aktuelle Lage schon schlimm genug ist, ohne die “radikalen Vorschläge” der AfD mitzubedenken.

Unser Ziel war es immer und ist es nun wieder, Flüchtlingen, die sich als Fauen* identifizieren, darin zu bestärken, aufzustehen und für ihre Rechte als Frauen*, die in dieser Gesellschaft leben, zu kämpfen.

Als Frauen* sind wir mit sexistischen und rassistischen Grenzen konfrontiert und allen möglichen Vorurteilen ausgesetzt, nachdem wir gefährlichste Routen nach Europa überlebt haben. Als geflüchtete Frauen* stehen wir vor, während und nach der Flucht vor vielen inneren und äußeren Grenzen.
Nach der Ankunft in Deutschland und der Asylantragsstellung denken wir, dass wir nun endlich sicher sind und ein neues Leben aufbauen können, aber uns wird sofort mit Abschiebung gedroht. Wir haben keine Chance, wenn wir nicht in das BAMF-Konzept der “legitimen Flüchtlinge” passen.
Die europäische Politik ignoriert die sozialen und ökonomischen Fluchtgründe, die viele Flüchtlinge betreffen.

Was ist mit Klima- und Wirtschaftskrise und mit Graswurzelaktivismus? Auch sexuelle Übergriffen, systematische Gewalt und geschlechtsspezifischen Probleme werden nicht anerkannt.
Unserer Erfahrung nach hat jede Frau*, die nach Europa flieht, einen sogenannten “legitimen Grund” und Bewegungsfreiheit (nicht nur für Waren) und Wahl des Wohnsitzes sollten so für alle gelten, wie in der UN Menschenrechtsdeklaration festgehalten.
Die doppelte Diskriminierung von Flüchtlingsfrauen erschwert uns das Leben, woraus Depression, Stress und Trauma resultieren. Das kann zu allen möglichen verzweifelten Handlungen führen, darunter auch Suizid.

Frauen* sind die Zielscheiben von systemischer Gewalt, die sich in sexuellen An-& Übergriffen, sexueller Gewalt, niedrigeren Löhnen, Diskriminierung am Arbeitsplatz, Unsichtbarkeit resultiert. In einem System, in dem auch europäische Frauen gesetzlich nicht ausreichend vor Gewalt geschützt sind, befinden sich Flüchtlingsfrauen in der schlechtesten Ausgangslage, in der sie noch nicht einmal Zugang zu ihren basalsten Menschenrechten haben.

Aus diesem Grund ist unser alltäglicher Kampf ein Kampf um die Anerkennung von Menschenrechten für Flüchtlingsfrauen und Frauen im Allgemeinen. Es wird versucht uns als Frauen* zu spalten aber es sollten keine Unterschiede im Diskurs von Frauenrechten gemacht werden Flüchtlingsfrauen sind Frauen.

Wir erheben “LAUT UND DEUTLICH” unsere Stimme um rassistische und sexistische Grenzen zu durchbrechen! Rassistische und sexistische Grenzen, sichtbare oder unsichtbare Grenzen, Grenzen, die die Gesellschaft ignoriert oder nicht sieht, weil es sie nicht direkt betrifft. Grenzen, die als “kulturelle” bezeichnet werden Sowie die, die in unseren Köpfen existieren. Wir sind uns diesen Grenzen bewusst und wollen diese sichtbar machen, sodass wir sie durchbrechen können.

Wir wollen politische Aktionen machen, immer mit dem Ziel, andere Flüchtlingsfrauen zu empowern. Wir wollen das gemeinsam mit euch in euren Städten tun.
Natürlich können wir nicht jede Stadt besuchen, aber da wir Netzwerke (und keine Platformen) aufbauen wollen, ist eine dezentrale Zusammenarbeit möglich. Die Arbeit in kleinen Regionalgruppen ermöglicht uns die Aufgaben und Verantwortungen gut zu verteilen und so können auch andere nahe gelegene Städte dazu kommen und die Aktion unterstützen. Auf diese Weise wird das lokale und das bundesweite Netzwerk gestärkt.

 

National Wide Summer Tour „Women* Breaking Borders II“ 23.7.-05.08. 2018 “Two Weeks of Travelling & Having Fun Against Racism”

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Women* breaking borders Bus Sommer Tour 2018We from Women in Exile and Friends, want to continue with the topic of “”Women* Breaking Borders” this summer.

We want to visit with you in solidarity the cities in the south especially Bavaria and condemn Seeholfer now minister for Interior and Heimat, and during years responsible of creating more restrictive asylum laws and refugee camps. His “Anker” (Ankufts-und Rückführungszentren”/ Arrival and deportation centers ) role model system, will keep refugees totally isolated from independent German help and society: no legal counselling, no visits, no German course, no work, no school for children. This way it will be easier to deport them – without resistance, without security only full of despair.

Seeholfer wants to export this role model of detention camp idea German wide, it is bad enough with the ones existing in our areas without integrating the radical ideas from the AfD.
Our aim is and has always been to enable refugees who identifying themselves as women* to stand up for our rights as women* living in this society.

On our dangerous routes to Europe, as women we are faced with different boundaries and borders such as; frontiers between countries, sexism and racism etcetera. These borders expose us to all types of prejudice, during and after our flight.
When we arrive in Germany and request for asylum and think we have managed to break the visible and the invisible borders. We are immediately threatened with deportations because some of us don’t fit into the BAMF concept of “legitimate refugee“.
The authorities ignore social and economical reasons of flight which affect many refugees and migrants who come to Europe. Reasons such as climate and economic crisis, gender issues, grassroots political activism are not acknowledged by the European policy makers.
In our experience, every woman seeking asylum in Europe has a so called “legitimate reason” since freedom of movement and residence (not just of goods) should be implemented as established in the Universal Declaration of Human Rights. The double discrimination of refugee Women makes life more difficult for us and results in depressions, stress, trauma and sometimes desperate measure including suicides.

Women are a target of system violence through sexual assaults, sexual violence, lower wages, work discrimination, invisibility, in a system that systematically discriminates them, even European women are not protected by European laws as they should, leaving them exposed to all sorts of violence. In that framework refugee women have the worst starting point in the host society. For that reason our daily fight is to demand the recognition of the human rights of refugee women* and women* in general, they want us divided but there should be no discrimination when talking about women’s rights, refugee women* are women.

We want to raise our voices “Loud and Clear” in breaking racist and sexist borders, borders which are visible or invisible, borders which the society ignores or looks the other way because they do not affect them directly. Borders termed as “cultural” or those existing in our minds. We are aware of those borders and we want to point them out and make them visible, so that we can break them.

We would like to make political actions, to empower refugee women together with you and your organisations in your cities.
Of course, we cannot visit every city, but we want to build networks to make possible decentralized collaboration. Working on smaller regional networks opens the possibility to distribute tasks and responsibilities amongst cities. It will be possible that one city can come to the cities nearby to meet us and join the actions that will take place, this way the local and national network will get reinforced.

Demo: „Frauen* gemeinsam gegen Rassismus und Ungerechtigkeit“

source: Women in Exile & Friends

Appel en français || Позвоните по-французски || farsi || arabic

Am 10.03.2018 Demo in Cottbus

Gemeinsam mit der Bahn!

Wer mit der Bahn fahren will, kommt mit uns im RE 63968
START: ab Alexanderplatz 9:42h, ab Ostkreuz 9:49 – GLEIS 1
Ankunft in Cottbus 10:59h.
Es gibt (ca. 11:10h) ein Bus-Shuttle vom Bahnhof zum Auftaktort (Muskauer Platz); oder ihr nehmt den Bus oder die Tram 2 (Achtung: wg. Baustelle am Hbf Cottbus sind die Haltestellen in die Bahnhofstr. verlegt).
Mit dem Brandenburg-Berlin-Ticket sind es nur 29,-€ für 5 Personen (Hin und zurück!). Schließt Euch zusammen.

11.30 Uhr Muskauer platz  in Cottbus Sandow

Anlässlich des 08. März, dem internationalen Frauen*kampf-Tag veranstalten wir, Women in Exile and Friends, zusammen mit weiteren Bündnispartner*innen eine Demonstration im südbrandenburgischen Cottbus. Wir wenden uns strikt gegen die rechtspopulistisch entfachte, medial aufgegriffene und verwaltungspolitisch getragene Hetze gegen Geflüchtete. Diese Hetze folgt einem konservativen und rechten Frauenbild, treibt einen Keil durch die Einwohner*innenschaft der Stadt Cottbus und provoziert somit eine gezielte Spaltung.

Warum Cottbus?

Südbrandenburg im Allgemeinen und Cottbus im Speziellen sind seit langer Zeit als rassistische Hochburgen bekannt. Der Verein Opferperspektive meldet seit Jahren zunehmende Gewalttaten in dieser Region. Der neurechte Verein „Zukunft Heimat“ marschiert seit über einem Jahr regelmäßig durch die Cottbuser Innenstadt. Die offizielle Bekanntgabe des Aufnahmestopps für Geflüchtete aus der Erstaufnahme-Einrichtung in Eisenhüttenstadt ist ein falsches und auch gefährliches Signal und spielt den Rassist*innen in die Hände. Daher ist es wichtig, jetzt in Cottbus auf die Straße zu gehen und zu zeigen, dass es reicht. Denn, es geht nicht um Geflüchtete, es geht um offene rassistische Hetze und Gewalt.

Eine Stadt im Griff der Angst

Seit Monaten, wenn nicht gar seit Jahren, haben besonders geflüchtete Frauen* und Kinder aufgrund verbaler und physischer Angriffe Angst, ihre Wohnungen zu verlassen. Klingelschilder von Geflüchteten und Migrant*innen werden beschädigt, so dass Briefe nicht ankommen. Kinder werden in Schulen diskriminiert. Dies führt zu steigender Isolation. Integration scheitert auf allen Ebenen, da das Problem verkannt wird. Rassismus wohin das Auge reicht! In der Stadt herrscht ein Klima der Angst. Der Druck auf Flüchtlinge und insbesondere auf Flüchtlingsfrauen* ist massiv. Die Angst ihre Stimme zu erheben ist allgegenwärtig.

Für Feminismus ohne Rassimus!
Eigentlich wollten am 10.03 auch wieder rassistische Gruppen durch Cottbus marschieren. Unter dem Motto “Die Freiheit der Frau ist nicht verhandelbar” suggerieren sie feministische Ansprüche. Feminismus fordert die Abschaffung von Ungleichheit und somit gleiche Rechte und Freiheiten für alle Menschen, egal welcher Herkunft.
Darum lasst uns gemeinsam am 10.03. deutlich machen: Feminismus geht nur ohne Rassismus!

WERDET LAUT gegen Rassismus, Unterdrückung, rechte und rassistische Gewalt!
Lasst uns Druck auf die lokalen Behörden aufbauen!
Lasst uns gemeinsam für den Feminismus kämpfen!

Wir rufen alle Gruppen und Menschen, die für Feminismus und gegen Rassismus kämpfen auf, es klar und deutlich zu sagen:

Für das Recht, zu Kommen!
 Für das Recht, zu Gehen!
 Für das Recht, zu Bleiben!
 Für das Recht auf Selbstbestimmung!

Bei der Abschlusskundgebung wird  Babsi Tollwut spielen!

Wenn man sie fragt (und wir haben sie gefragt), beschreibt sie ihre Musik so:
„Musik ist für mich die Liebe meines Lebens, mein persönliches Empowerment und gegenwärtig meine Form von queer-feministischem Aktivismus. Darüber hinaus verfolge ich mit meiner Präsenz einen Gegenbeitrag zu männlicher Dominanz und Homophobie in der HipHop-Szene .

‚Babsi Tollwut‘ ist mein musikalisches Alterego, mit dem ich gegen gesellschaftliche Machtverhältnisse und Normierungen musikalisch ankämpfe um politische Kämpfe zu supporten. Dies tue ich mit Verzweiflung, Wut und Humor.“.

Update: Die Rechten haben ihre Demo-Ankündigung für Cottbus für den 10.3. zurück gezogen. Scheinbar haben sie kalte Füße bekommen.
Ein Grund mehr um viele zu sein und laut zu sein.
Seid am 10.3. in Cottbus dabei!

Women* – Together against racism and injustice–

Update: The racist group drew back their demo announcement for the 10/3/18. Apparently they became cold feet.
One more reason to be loud and to be many!
Join us in Cottbus on the 10th of March!

Appel en français || Позвоните по-французски || farsi || arabic

Demonstration on the 10.03.2018 in Cottbus

Together by train!

Who want to come by train can join us on RE 63968 to Cottbus.
START: Alexanderplatz 9:42h or Ostkreuz 9:49 – GLEIS 1
we reach Cottbus at 10:59h.
In Cottbus there is a Bus-Shuttle to the starting point of the Demo (Muskauer Platz) at 11:10.
Or you can take Bus or Tram 2 direction Sandow – please note that because of construction the station is moved to Bahnhofstr..
With Brandenburg-Berlin Ticket you only pay 29,-€ for 5 persons (going and coming).

So come in groups!

11:30  Muskauer platz  in Cottbus

Marking the 8th of March, the International Women*s Day of Struggle we, Women in Exile and Friends together with other allies are organizing a Demonstration in Cottbus, south Brandenburg.
We are turning against the hatred against refugees caused by right populist, spreaded by media and carried out by the politics.
This hatred follows a conservative and right conception of women and is systematically provoking a separation between Cottbus citizens.

Why Cottbus?

For a long time south Brandenburg in general and Cottbus especially are known as racist centers.
For years the organization Opferperspektive (victims perspective) is registering rising violent attacks in this region.
The new right organization “Zukunft Heimat” (Future Homeland) is marching for one year regularyly through the center of Cottbus.
Thus the offical announcement that no more refugees from the central-receiving center (Erstaufnahmelager) in Eisenhüttenstadt will be allocated to Cottbus, is a dangerous signal and playing to the right wings hand.
Enough is enough! It is important to go on the streets in Cottbus now.
It is not about refugees, it is about racist hatred and violence!

A city gripped in fear

In Cottbus refugee women* and children fear going out of their flats because of verbal and physical attacks.
Name plates of flats owned by refugees and migrants are sprayed over and the postal service cannot find their names on the given address that means they hardly get their post. Children going to public schools are openly segregated and discriminated. They are allocated their own classrooms, which leads to isolation and makes one automatically to ask what became of the integration policies.
Racism as the core problem is not named.
The city is gripped in fear and huge pressure is made on refugees, especially on refugee women*. The fear to speak out is everywhere.

For a feminism without racism!

On the same day (10.03) of our demonstration, racist groups of women and men will also march in Cottbus. Going round pretending to be fighting for women with the motto “freedom of women is not negotiable” they will be selling their racist propaganda.
Feminism demands the abolition of injustice thus the same rights and freedom for all people, regardless of their origins.
Let’s make it clear on the 10th of March that Feminism is not including racism!

SPEAK OUT against racism, opression, right and racist violence!
Lets make pressure on the municipal authorities to take action !
Let’s fight together for feminisms!
 
We call on all groups and individuals fighting against racism and feminism to join us in Cottbus, to say it loud and clear!
 Right to come!
Right to go!
Right to stay!

African Film Abend and Soli Küche

As part of the African Food Kufa group, from now on, on our events we
will show different subsaharian films.

We are in Bethanien:

Every first and third Monday of the month from 19:30h

Monday 5.2 from 19:30h on, with the film "Ken Bugul (Niemand will sie)"
about the senegalese writer  Ken Bugul.
The film will be OMU with German subtitles.



and in Bandito Rosso:

Every second and third Saturday of the month from 19:30h
Saturday 10.2 from 19:30h we will show the film "President DIA(Senegal)"




Also there will be an African Food Küfa, a refugee food project, where
the spende will go for the people cooking  (hopefully it will become
a self-organised food cooperative)

The Küfa (Kitchen for all) is a possibility for supporting, networking and exchanging. 
We would like to use the Küfa as a longterm possibility to support Asylumseeking Human-Beings financially.

You are welcome to join us!

Demo : Stop all deportations

(Below: Arabic, Tigrinia, French, Urdu, Farsi, German)

Sunday // 11.02.2018 // 14.00 // Leopoldplatz (Wedding)

In Berlin, deportations happen all the time. Every night, the danger of
police raids looms: people are taken out of their beds and forced on
deportation planes. This takes place all around Berlin; in refugee
accommodation centers in our neighbourhood; or in apartments around the
corner. While most of Berlin sleeps, the German border system enacts
its ruthless practice of expulsion with its horrible consequences such
as extreme poverty, confinement, persecution, torture and death in
those places that people obviously had a reason to leave.
Sometimes cops search private homes to find people listed for
deportation who hide themselves. Often they come in civil clothes and
arrests have taken place unexpectedly during appointments with the
Migration Office. There are reports of people being deported before
their asylum case has reached a conclusion. People who tried to defend
their dignity were met with handcuffs and violence. Sleeping becomes
hard when any sound from the hallway could spell danger. Under such
circumstances nobody feels safe.
When people are evicted from their homes because they are too poor,
stopped by police because they don’t look “German enough” and deported
because they are not of use for making profit; When the state unleashes
this kind of violence and the supposedly social-left Berlin government
just plays along, it is up to us to stand in their way. It is our
collective strength that can create underground networks of practical
solidarity. It is our involvement that can create environments where
people can feel safer. Let us not sleep through their deportation
raids, but instead organise ourselves to resist and fight for the right
to stay for everyone!
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(arabic)

إيقاف جميع عمليات الترحيل
في برلين، عمليات الترحيل تحدث طوال الوقت. في كل ليلة، خطر غارات الشرطة
يلوح في الأفق: يتم إخراج الناس من أسرتهم وإجبارهم على الترحيل
هذا يحدث في جميع أنحاء برلين. في مراكز إيواء اللاجئين في منطقتنا؛ أو
في الشقق وبينما ينام معظم السكان في برلين،
يطبق نظام الحدود الألماني ممارسته الطائشة المتمثلة في الطرد بنتائجه
الرهيبة مثل الفقر المدقع والحبس والاضطهاد والتعذيب والموت في تلك
الأماكن التي كان من الواضح أن لدى الناس سببا للمغادرة.
في بعض الأحيان يبحث رجال الشرطة في المنازل الخاصة للعثور على الناس
المدرجة للترحيل الذين يختبئون أنفسهم هناك .
وكثيرا ما يأتون في ثياب مدنية، وقد جرت الاعتقالات بشكل غير متوقع
أثناء التعيينات مع مكتب الهجرة. وهناك تقارير تفيد بترحيل الأشخاص قبل أن
تصل قضيتهم المتعلقة باللجوء إلى نتيجة.
وقد قوبل الأشخاص الذين حاولوا الدفاع عن كرامتهم بالأصفاد والعنف. يصبح
من الصعب النوم عندما تسمع أي صوت من الردهة يمكن أن يشكل ذلك تهديد
بالخطر.
في ظل هذه الظروف لا أحد يشعر بالأمان.عندما يتم طرد الناس من منازلهم
لأنهم فقراء جدا، وتوقفهم الشرطة لأنهم لا تبدو عليهم „الألمانية بما
فيه الكفاية“ وترحيلهم ؛
عندما تقوم الدولة بإطلاق العنان لهذا النوع من العنف وحكومة برلين التي
من المفترض أن تكون حكومة اجتماعية من اليسار لكنها تسير على نفس
الطريق،فإن الأمر متروك لنا للوقوف في طريقها.
إن قوتنا الجماعية هي التي يمكن أن تخلق شبكات تحت الأرض للتضامن العملي.
ومن مشاركتنا التي يمكن أن تخلق بيئات حيث يمكن للناس أن يشعرون بأمان
أكثر.
دعونا لا ننام من خلال غارات الترحيل، ولكن بدلا من ذلك تنظم أنفسنا
لمقاومة والكفاح من أجل الحق في البقاء للجميع!
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(Tigrinia)
ኩሉ ምስጓግ ይቋረጽ
ኣብ በርሊን ምስጓግ ኩል ግዜ ዘሎ እዩ። ለይቲ ለይቲ ሃንደበታዊ ግፋ ካብ ናይ ስደተኛታት ገዝኦም ናብ መዕርፎ
ነፈርቲ ብሓይሊ ንክስጎጉ ይውሰዱ። እዚ ናይ ምስጓግ ፍጻሜ ከኣ ኣብ ሙሉእ በርሊንን ከባቢኣን ዝርከባ ካምፕታትን
መንበሪ ገዛ ይፍጸም። ኩሎም ህዝቢ በርሊን ደቂሶም ከለው ናይ ጀርመን ናይ ዶብ ስርዓት ንቶም ካብ ሃገሮም
ብምኽንያት ብዘስካክሕ ግፍዒ፣ ድኽነት፣ መኣሰርቲ፣ ስቓይን መቅተልትን ካብ ሃገሮም ሃዲሞም ንዝተሰደዱ ስደተኛታት
ኣብ በርሊን ዑቋባ ንዝሓተቱ መሊሶም ይሶግዎም።
ሐደ ሐደ ግዜ ፖሊስ ኣብ ናይ ዉልቂ መንበሪ ገዛ እናከዱ ንዝተሓብኡ ስደተኛታት ንምርካብ ሃርጎምጎም ይብሉ።
ሓደ ሓደ ግዜ ከኣ ስቪል ክዳን ብምኽዳን ኣብ ናይ ስደተኛታት ቤት ጽሕፈት ቆጸራ መዓልቲ ተረኺቦም ይሶጉ።
ጸብጻባት ከም ዝሕብርዎ ብዙሓት ስደተኛታት ቅድሚ ናይ ዕቋባ ሕቶኦም መልስኦም ከይሰምዑ ይስጎጉ።ካብ ምስጉጋግ
ንዝትከላኸሉ መጥቀዓቲ ይወርዶም። ብሰንኪ እዚ ምኽንያት ኣብ ቀሲኖም ክድቅሱ ኣብዘይክእሉሉ ደረጃ ይበጽሑ።
መንግስቲ ጀርመን መሰል ስደተኛታ ስለ ዘይጣበቅ ንሕና ኩላትና ብሓባር ኣብ ጎኒ ስደተኛታት ደው ኢልና ክንቃለስ
ይግባእ። ስደተኛታት ድሌታቶም ንኽረኽቡ ናትና ተሳትፎ ኣገዳሲ እዩ።
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ARRÊT TOTAL DES EXPULSIONS
À Berlin, des expulsions ont lieu en permanence. Chaque nuit, des
personnes risquent d’être expulsées : elles sont tirées du lit pour
être conduites de force à des avions qui servent aux expulsions. Ça se
passe dans tout Berlin : dans les centres d’accueil pour personnes
réfugiées de nos quartiers ou dans des appartements au coin de la rue.
Pendant que Berlin dort, le système allemand des frontières met en
œuvre ses pratiques abusives d’expulsions avec d’horribles conséquences
pour les personnes : l’extrême pauvreté, l’emprisonnement, les
persécutions, la torture et la mort dans des lieux qu’elles avaient
évidemment des raisons de quitter.
Parfois les flics fouillent des logements privés pour trouver les
personnes listées pour être expulsées, et qui se cachent. Souvent ils
sont habillés en civil et les arrestations ont lieu par surprise lors
de rendez-vous avec le Service d’Immigration. Des rapports décrivent
les cas de personnes expulsées avant que leur demande d’asile ait été
définitivement traitée. Des personnes qui tentaient de défendre leur
dignité se sont vues menottées et violentées. Dormir devient difficile
lorsque tous les sons du couloir peuvent signaler un danger. Dans ces
circonstances, personne ne peut se sentir en sécurité.
Lorsque des personnes sont virées de leur logement parce qu’elles sont
trop pauvres ; arrêtées par la police parce qu’elles n’ont “pas assez
l’air Allemandes” et expulsées parce qu’elles ne sont pas bonnes à
faire du profit ; lorsque l’État développe ce type de violence et que
le mouvement berlinois de supposée gauche-sociale se range à ses côtés
; nous devons nous y opposer. C’est notre force collective qui peut
créer les réseaux souterrains d’une solidarité pratique. C’est notre
engagement qui peut créer des environnements où les personnes
persécutées puissent se sentir plus en sécurité. Ne dormons pas pendant
qu’ils expulsent, et au contraire organisons-nous pour résister et
combattre pour le droit pour chaque personne de rester ici !
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(Urdu)
ملک بدری بند کریں ۔

برلن سے ہر وقت ہر روز ملک بدری ہوتی ہیے۔ کیا رات ارو کیا دن ہر وقت
لوگوں پرشان ہیں۔ ملک بدری صرف برلن میں ہی نہیں برلن کے ساتھ والے شہروں
میں بھی اسی طرح ہیے۔ مہاجرین کو بہت مشکل کا سامنا ہیے۔ جرمنی میں ۔
رہایش کیلیے بہت زیادہ لوگوں کو آپنے گھروں سے باہر سونا پڑتا ہئے۔ ان
تمام مسائل کو کوئی بھی نہیں دیکھتا آپ کے گھر کے سامنے بھی کوئی پرشان ہو
سکتا ہیں۔ مہاجرین بڑی مشکل اٹھنے کے بد آپنا ملک چھوڑنے ہیں ۔ کچھ دفہ
تو پولیس دوستوں کے گھر میں بھی چلی جاتی ہیے ۔ مہاجرین کی ایک لیسٹ تیار
کی جاتی ہیے۔ پھر ان مہاجرین کو پکڑ جاتاہے ۔ دفتروں سے ان کے گھروں سے
پولیس کو پوری معلومات ہوتی ہیے ان کے بار میں ۔ کبھی کبھی تو کچھ مہاجرین
کی پناہ کی درخواست کا جواب بھی نہیں آیا ہوتا ۔ مہاجرین کے ہاتھ بنداور
ناپسندیدہ طریقہ استعمال کیاجاتا ہیں۔ اس خوف میں اگر کوئی بھی غیر ضروری
آواز سنائی دے۔ ہرایک کو یہ یہ خوف ہوتا ہیے اب میری ملک بدری ہوگی۔
ہماری خواہش ہیے کے پولیس والے بند کریں ملک بدری ۔ کیونکہ یہ جرمنی ان
کے لوگوں کیلئے بھی درست نہیں ۔ اس کا م سے ان کو کوئی خاص فرق نہیں پڑتا
۔ جرمنی رہائش بھی اس بات کی مخالفت کرتے ہیں ۔
اب ہم لوگوں پر ہیے کے ہم ان مشکلات کا سامنا کسی طرح کھڑے ہوتے ہیں ۔ ہم
یہاں پر اپنے دوستوں کے ساتھ بہتر رابطہ کرنا ہوگا ۔ایک دوسرے کی مدد
کیلئے ۔ ہماری کوشش ہیے اس ملک بدری کو بند کیا جاسکے ۔ ہمیں سوچنا
چاہیےکسی طرح ۔ احتجاج ہمارا حق ہیے ملک بدری کے خلاف ۔ اور ہم اسے
استعمال کرتے ہیں ۔ خود کو اور ہمارے بھائی کیلئے ۔
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(Farsi)
توقف اخراج پناهندگان!
در برلین اخراج اجباری پناهندگان همواره صورت میگیرد. هر شب خطر آنکه
پولیس پناهندگان را از بستر خواب دستگیر و جهت اخراج در طیارها انتقال
دهند افزایش میابد. این عمل تقریباً در همه نقاط برلین و محل اسکان
پناهندگان٬ اپارتمانهای اکناف و اطراف ما صورت میگیرد٬ درحالیکه اکثریت
باشندگان برلین در خواب هستند. منشور محافظت از سرحدات آلمان این عمل فجیع
تبعید و اخراج اجباری پناهندگان را باوجود عواقب اسفناک آن از قبیل: تحت
تحدید و تعقیب بودن افراد٬ فقرشدید٬ ناامنی٬ زجر و شکنجه و حتی مرگ٬ که
پناهندگان را وادار به فرار نموده است صراحت میبخشد.
بعضی اوقات پولیس حتی خانه شخصی افراد را جستجو میکنند تا پناهندگانیکه
درلست اخراج شوندگان هستند و خود را پنهان نموده اند دستگیر و اخراج
نمایند. اکثرأ آنها ملبس با لباسهای شخصی هستند و پناهندگان را بطور
غیرمترقبه در هنگام قرار با اداره مهاجرت یا‌BAMF دستگیر مینمایند. شواهد
حاکی از آن است که قبل از طی مراحل و اتمام درخواست پناهندگی٬‌ پناهندگان
بازداشت و اخراج گردیده اند. اشخاصیکه مدافع حقوق خویش هستند سرکوب و
دستگیر میشوند. زمانیکه ترس دستگیری و اخراج باشد با هر طنین و صدای اکناف
خواب رفتن پناهندگان سخت میشود٬ تحت این شرایط هیچکس مصونیت احساس نمیکند.
وقتیکه پناهندگان بخاطر ناامنی و تنگدستی مجبور به ترک محل و بود باش خویش
میگردند و پولیس آنها را چون ظاهراً شبه آلمانی ها نیستند توقف و بخاطریکه
از آنها نمیتوانند منفعت بجویند اخراج میکنند٬ هنگامیکه ایالت برلین زمینه
ساز اینگونه اعمال خشونت بار درقبال پناهندگان است و دیگر ارگانهای
اجتماعی چپگرا نیز با آن همنوا است٬‌ این مسئولیت ما است که در مقابل آنها
قدعلم نمایم. انسجام و نیروی گروهی ما میتواند بستر صف آرایی همبستگی
سیاسی را ببار آرد.
این اقدامات ما است که میتواند محیطی را ایجاد نماید که در آن همه افراد
خویش را مصون احساس نمایند. اجازه ندهیم دستگیری و اخراج اجباری پناهندگان
ادامه یابد‌ و در مقابل طرح خود را تعمیم بخشیده و اسرار و پافشاری برای
حق ماندن همه پناهندگان نماییم.
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Stoppt alle Abschiebungen!

In Berlin finden die ganze Zeit Abschiebungen statt. Allabendlich
droht die Gefahr von Polizeirazzien: Menschen werden aus ihren Betten
geholt und in Abschiebeflugzeuge gezwungen. Dies findet in ganz Berlin
statt; in Flüchtlingsunterkünften, in unserer Nachbarschaft, in
Wohnungen um die Ecke. Während die meisten Menschen in Berlin schlafen,
verübt das deutsche Grenzsystem seine rücksichtslose Praxis der
Ausweisung. Mit den schrecklichen Folgen von extremer Armut,
Gefangenschaft, Verfolgung, Folter und Tod, in jenen Orten, von denen
die Menschen offensichtlich einen Grund hatten zu gehen.

Manchmal durchsuchen PolizistInnen Privatwohnungen, um Personen zu
finden, die zur Abschiebung aufgelistet sind und sich verstecken. Oft
kommen sie in Zivilkleidung . Verhaftungen haben unerwartet bei
Terminen mit der Ausländerbehörde stattgefunden. Es gibt Berichte, dass
Menschen deportiert wurden, bevor ihr Asylverfahren abgeschlossen war.
Menschen, die versuchten, ihre Würde zu verteidigen, wurden mit
Handschellen und Gewalt konfrontiert. Schlafen wird schwer, wenn
Geräusche aus dem Flur eine Gefahr darstellen können. Unter solchen
Umständen kann sich niemand sicher fühlen.

Wenn Menschen aus ihren Häusern zwangsgeräumt werden, weil sie zu arm
sind, wenn sie von der Polizei angehalten werden, weil sie nicht
“deutsch genug” aussehen und abgeschoben werden, weil sich aus ihnen
kein Profit machen lässt, wenn der Staat diese Art von Gewalt
entfesselt und die vermeintlich sozial-linke Berliner Regierung nur
mitspielt, müssen wir uns ihnen in den Weg stellen. Unsere kollektive
Stärke kann Netzwerke praktischer Solidarität schaffen. Unser
Engagement kann eine Umgebung schaffen, in der Menschen sich sicherer
fühlen. Lasst uns nicht ihre Abschieberazzien durchschlafen, sondern
organisieren wir uns selbst, um Widerstand zu leisten und zu kämpfen,
für das Recht zu bleiben für alle!

Berliner Stadtmission fördert Segregation von Menschen in Spandau!

English

Die Situation im Lager der Mertenstr. 63 (13587, Spandau – Berlin), betrieben von der Berliner Stadtmission, ist unerträglich. Verantwortlich für diese Situation sind Elke Breitenbach und die gesamte Regierung von Berlin.

Hunderte von Menschen leben noch immer dort (einige von ihnen seit mehr als 2 Jahren!) und warten darauf, dass dieses Lager geschlossen wird, nachdem ihre Anträge auf einen Transfer in ein dauerhaftes Wohnheim wiederholt vom LaGeSo abgelehnt wurden. Das Lager sollte bereits geschlossen worden sein, denn die Bedingungen für die Hunderte von Menschen, die in solchen Hangars unter schlechten Lebensbedingungen leben, sind unmenschlich – aber die Verwaltung des Lagers, in Zusammenarbeit mit dem LAF und dem Berliner Senat, hält das Geschäft am Laufen.

Die Lebensbedingungen sind sehr schlecht, genau wie in allen anderen Lagern. Gerade in diesem Fall leiden die Bewohner*innen unter einem enormen psychologischen Druck und es gab bereits mehrere Selbstmordversuche, die teilweise erfolgreich waren. Es ist auch durchaus üblich, dass im Inneren des Lagers Drogen aufzufinden sind.

Die Verwaltung des Lagers, also die Berliner Stadtmission, erlaubt den darin lebenden Menschen nicht, Besucher*innen zu empfangen. Dies provoziert eine Segregation und einen Ausschluss aus der Gesellschaft, der jeden Versuch der Integration oder Inklusion verhindert.

Es gibt nur einen gemeinsamen Bereich mit Zugang zum Internet, was es schwierig macht, etwas Privatsphäre zu haben. Die Zimmer werden mit Personen geteilt und die Wände sind sehr dünn.

Die Zimmer haben keine Türen, was es Dieben ermöglicht, jederzeit einzutreten und nach Belieben zu stehlen. Dies geschah wiederholt in den Nächten, in denen das Licht ausgeschaltet wurde. Dies führt auch zu Sicherheitsproblemen – vor allem, wenn man bedenkt, dass das Sicherheitsunternehmen SGB Schutz & Sicherheit GmbH mehr an der Kontrolle der dort lebenden Menschen als an der Schaffung eines sicheren Raumes interessiert ist. Wenn z.B. jemand einem Bewohner*einer Bewohnerin sein*ihr Telefon stiehlt, erklären sie der betroffenen Person, dass sie die Polizei anrufen sollte. Die Schlussfolgerung der im Lager lebenden Leute lautet, dass dieses Lager wie ein Gefängnis ist. Darüber hinaus ist das Sicherheitspersonal nicht professionell geschult, die Menschenwürde zu respektieren, wenn ein Vorfall eintritt. Sie nutzen ihre Macht und tun so, als ob die betroffenen Personen kriminell wären. Vor allem die Bewohner*innen des Lagers leiden unter einem solchen Verhalten, weil sie befürchten, dass es negative Auswirkungen auf ihre Asylanträge haben wird und niemand ihre Stimme hört, weil sie als Flüchtlinge gesehen werden.

Die hygienischen Bedingungen sind ebenfalls sehr schlecht, da es im Lager nicht genügend sanitäre Einrichtungen für 600 Menschen gibt, die auf demselben Raum leben. Das Lager ist voller Insekten und Krankheiten. Über hundert Menschen haben eine Petition zur Verbesserung der Lebensbedingungen eingereicht und sich über Insekten im Lager beschwert, aber das LAF kümmerte sich nicht um ihre Petition. Auch die Bedingungen für die Einhaltung der persönlichen Hygiene der Menschen sind nicht zufriedenstellend: So hat z.B. die Seife und das Shampoo, die das Lagermanagement liefert, eine so schlechte Qualität, dass man sie lieber direkt in den Müll wirft.

Das Essen ist auch in diesem Lager ein großes Problem. Es gab einige Proteste gegen die schlechte Qualität: Bei diesen Protesten weigerten sich die Beteiligten, die Lebensmittel zu essen und viele Menschen aus verschiedenen Ländern schlossen sich dem Protest gegen diese Bedingungen an. Wie bei anderen Protesten wurde auch hier mit der Entsendung von Menschen ins Lager nach Tempelhof gedroht und die Drohung wurde für einen afrikanischen Asylsuchenden, der sich organisiert hatte, zur Realität.

Man sagt, dass dieses Lager eine Notunterkunft ist, aber einige Leute leben dort seit 2015. Die Lagerleitung (unter der Verantwortung der Berliner Stadtmission) sollte die Qualitätsstandards erfüllen, die vom
LAF  aufgestellt wurden, aber das ist nicht der Fall. Einige der Punkte, in denen diese Standards nicht erfüllt werden, sind die folgenden:

  • Es gibt nicht nur keine sichtbare Erste-Hilfe-Ausrüstung im Lager, sondern auch nur eine sehr rudimentäre und begrenzte Erste-Hilfe Ausrüstung, die in den Räumlichkeiten der Leitung des Lagers zur Verfügung steht. z.B. gibt es Verbandsmaterial für nicht einmal 3 Personen, obwohl Hunderte von Menschen in diesem Lager leben.
  • Die Lagerleitung sorgt nicht dafür, dass Sport- und Spielanlagen von Experten inspiziert werden.
  • Einige Leute haben bei ihrer Ankunft die “Hausregeln” ihres Lagers nicht in ihrer Muttersprache erhalten.
  • Personen werden nicht darüber informiert, dass ihre persönlichen Daten für finanzielle Berechnungen des Landes Berlin erhoben werden.
  • Die Menschen wissen nicht, dass ihre nicht-personenbezogenen Daten gesammelt werden, um der Presse oder bei anderen schriftlichen offiziellen Anfragen kommuniziert zu werden.
  • Personen werden nicht darüber informiert, dass ihre Daten für die legale Registrierung (bei der Meldebehörde) verwendet werden.
  • Sie wurden nicht informiert, dass es im Lager ein Kamerasystem (CCTV) gibt.
  • Es wird kein richtiges Erste-Hilfe-Material zur Verfügung gestellt.
  • Es gibt keine Notrufnummern, die offen und sichtbar angezeigt werden.
  • Im Lager gibt es keinen Aufzug.
  • Menschen erhalten keine Informationen über den Brandschutz in ihrer Sprache.
  • Die Lagerleitung führt keine Brandschutzübungen durch.
  • Die Lagerleitung stellt weder eine Krippe (für Babys), noch individuelle Leselampen zur Verfügung.

 

Berliner Stadtmission is segregating in Spandau!

The situation in the Lager of Mertenstr. 63 (13587, Spandau – Berlin), ran by the Berliner Stadtmission, is no longer sustainable. Elke Breitenbach and the whole government of Berlin are responsible of this situation.


Hundreds of people are still living there (some of them for more than 2 years!), waiting for this Lager to close, after their applications for transferring to permanent Wohnheim repeatedly rejected by LaGESO . The Lager should be already closed, because the conditions of hundreds of people living in this kind of hangars with poor living circumstances are inhuman, but the administration of the Lager, with the cooperation of LAF and the Berliner Senat, keeps the business running.

The living conditions are very bad, just as it happens in all the other Lagers. In this one in particular, the residents have been suffering from a huge psychological pressure, and there have already been several suicide attempts which succeeded in some cases. It is also quite common that there are drugs inside the Lager.

The administration of the Lager, from Berliner Stadtmission, doesn’t allow visitors of the people living inside. This provokes a segregation and a exclusion of the society that goes against every integration or
inclusion initiative.

There is just one common area with access to the internet, making it difficult to have some privacy. Rooms are shared with  persons, and the walls are very very thin.


The rooms do not have doors which encourage thief to enter at any time and pick what he/she wants. This has repeatedly happened during the nights when the lights turn off. This leads also to security problem, specially if we have in mind that the security company, SGB Schutz & Sicherheit GmbH, is more interested in controlling the people living there than in creating a secure space. For example, when someone steals your phone, they tell you that you should call the police The conclusion of the people living inside is that this Lager is like a jail. In addition, the security personal is not professionally trained to respect human dignity when an incident happens, they use their power and pretend the person as criminal and most importantly the residents of the camp suffer such behave due to the fear that it will have a negative impact on my asylum case and nobody hears their voice because they are refugee.

The hygiene conditions are also very bad, as there are not enough sanitary installations for 600 hundreds of people living in the same space. The Lager is full of insects and diseases. Over hundred people made a petition for betterment of the living condition and complained over insects in the camp but the LAF did not care about their petition. The personal hygiene of the people is also not satisfactory: for example, the soap and the shampoo delivered by the Lager has such a horrible poor quality, that people just throw it directly to the trash.

 

The food is has been also a big problem in this Lager. There has been some protests against the low quality of it: in these protests, they refused to eat the food and a lot of people from different countries joined against these conditions. As in other protests, people were threaten to be sent to Tempelhof, and the threat became a reality for an African asylum seeker who organized was part of the protests.

They say that this Lager is a Notunterkunft, but some people live there since 2015. Therefore, the camp management (under the responsability of Berliner Stadtmission) should fulfil the quality standards set up by
LAF (link), but this is not the case. Some of the points where these standards are not fulfilled are the following:

  • There is not only visible First-Aid-Equipment in the camp but also very initial and limited First-Aid-Equipment available in the management of the camp. For example they do not have bandage for more than 3 people while hundreds of people are living this camp.
  • The camp management doesn’t ensure inspection of sports and playing facilities by experts
  • Some people didn’t receive the “House rules” of their camp in their native language when they arrived
  • People are not informed that their personal data is collected for financial calculations of the state of Berlin
  • People don’t know that their non-personal data is being collected to be communicated with the press or other written official requests
  • People are not informed that their data is used for their legal registration (at the local “Meldebehörde”)
  • They were not informed that there is a camera-system (CCTV) in thei camp
  • There is no proper First-Aid-Material provided
  • There are no emergency numbers displayed openly and visibly
  • There is no lift in the Lager
  • People don’t receive information about fire safety in their language
  • The camp management doesn’t conduct fire prevention exercises
  • The camp management doesn’t provide a crib (for babies), nor individual reading lights
  • The camp management doesn’t provide a room with a table and seats
  • The camp management doesn’t provide a room with a lockable cup-board (minimum size per person: 50 x 180 x 55 cm)
  • People don’t have a countertop for the preparation of food and drink
  • People don’t have access to cooling equipment, including a freezer with a volume of 20 to 30 liters per person
  •  There is not a sink for each 7 people
  • There is no toilet place for people with disabilities
  • There is no toilet place for all genders
  • The camp management doesn’t provide enough hygiene accessories (toilet brush, lockable hygiene trash cans, wall hooks, soap dispensers)
  • There is no storing room for products for personal hygiene, hand and bath towels and clothes
  • The floors and walls of the sanitary facilities are not easily washable
  • There are no properly ventilated washing and drying rooms with washing machines, tumble driers/clothes line in the Lager (at least 4 washing machines and  tumble driers every 100 persons)
  • There is no possibility to separate clean and dirty laundry in a separate room
  • The camp management doesn’t provide airtight and lockable containers/laundry bags
  • There are no outside spaces for playing
  • There is no common room with adequate size and equipment
  • The camp management doesn’t inform about the types of uses and activities taking place inside the rooms
  • There is no free Wifi-Access in common areas
  • The camp management doesn’t provide lendable mobile devices (at least one laptop or table every 100 persons)
  • The room with medical assistance doesn’t have a sink, a soap and a disinfectant dispenser, garbage containers, fridge for medicines, examination table/bed, lockable cupboards for medical equipment, private changing area nor a bright ceiling lighting
  • The waiting area is not weather proof and doesn’t have enough seats
  • Near the examination room, there are no sanitary facilities
  • There is no playground for children
  • There is a sport area but it is not standard
  • There is no relaxation area
  • If the temperature drops below 15ºC outside at least for three consecutive days, the camp management doesn’t provide enough heating after 9PM
  • Hallways and circulation areas are not cleaned everyday
  • Towels don’t get washed at least every week
  • There is no public health authority (independent from the camp management) inspecting the hygiene conditions on a regular basis
  • There are not pest controls
  • In case of pest infection, the entrance and influx opportunities are not prevented, the building doesn’t get cleaned, and hiding places for pests are not avoided
  • When people arrive to the Lager, there is no counselling or guidance
  • There is no special support for people with disabilities, old people, pregnant and alone travelling women, single parents with minor children, victims of human trafficking, people diagnosed with mental illnesses or LGTBI people
  • People don’t get any support for integration (organization and coordination of employment, leisure activities, integration into the city society, entry into standard care)
  • How are people supposed to live in these conditions for years? We have no answer or comment in this sense from Elke Breitenbach, or Berlin’s Senat, or LAF, or Edith Tomaske, or the Berliner Stadtmission.

We hope that this and other Lagers close once and for all, and that companies stop making profit out of the health and well being of the people living in the Lagers. Stop the Lager industry! Decent houses for all!

„Ihr beschützt uns nicht!“ Die Do-it-Yourself Praxis im Lager Niedstraße. Aus einem Interview mit einer Überlebensexpertin (*Name verändert)

English

Ich treffe Nira in einem Park irgendwo im Südwesten von Berlin. Nira und ich haben beschlossen uns regelmäßig zu treffen und gemeinsam kleinere Artikel über die Situation in den Berliner Lagern zu schreiben. Dieses Mal wollen wir ihre Erfahrungen mit den Sozialarbeiter*innen in dem Niedstraßen-Lager teilen, ein Lager für Frauen und Kinder in Friedenau. Ungefähr 320 Frauen und 80 Kinder leben dort. Das Lager wird von der Sozialen Initiative Niederlausitz (SIN) betrieben. Nira hat ungefähr 10 Monate in der Niedstraße gewohnt und hat weiterhin Kontakt mit vielen Frauen, die immer noch dort leben müssen.

Offizielle Verantwortlichkeit und Do-it-Yourself Praxis
Sie sagt die Probleme mit den Sozialarbeiter*innen sind überall die gleichen. “Ihre offizielle Verantwortlichkeit ist es, dir mit dem Lesen Deiner E-mails, deren Übersetzung, beim Vereinbaren von Terminen mit der LAGeSo, beim Finden von Beratungsstellen zu helfen, Initiativen oder Menschen einzuladen, die Workshops anbieten damit du dich orientieren kannst. Ihre Aufgabe ist es dafür zu sorgen, dass du in einem sauberen Ort lebst, dass du gesundes Essen kriegst.” Sie sagt: “ Es ist total verquer.” Die Fürsorgepflicht wird täglich verletzt, berichtet sie. Die Sprechzeiten der Sozialarbeiter*innen sind auf ein paar Stunden am Tag reduziert, für mehrere hundert Personen und oft können die Menschen sowieso keinen Nutzen daraus ziehen, weil die erreichbare Person eine andere Sprache spricht. Obendrein kooperieren die Sozialarbeiter*innen oft mit dem Sicherheitspersonal und weigern sich die Verantwortung für das Wohlergehen der Frauen und Kinder zu übernehmen. Was besonders problematisch ist, da das Lager in der Niedstraße extra eingerichtet wurde um besonderen Schutz vor den zahlreichen traumatisierenden Erfahrungen zu bieten, welche die Frauen vorher erfahren haben.

Auf die Frage nach den Bürozeiten erzählt Nira mir, dass das Büro in der Woche am Tag nur eine Stunde geöffnet hat. Am Samstag überhaupt nicht und am Sonntag für zwei Stunden: eine Stunde am Morgen und eine Stunde am Abend. “Nur eine Stunde am Tag für 280 Frauen, die in der Niedstraße leben. Meistens stehen nicht alle Sprachen zur Verfügung, wenn also z.B. eine afghanische Frau zur Sprechstunde geht und nur die russische Angestellte da ist, oder auch ein deutscher Sozialarbeiter, dann kann die Frau nicht mit ihnen sprechen und sie können ihre Anliegen nicht bearbeiten und sie sagen komm morgen, komm morgen. Es ist sehr kompliziert und viele Probleme entstehen deshalb.”

Insgesamt arbeiten sieben Sozialarbeiter*innen im Lager Niedstraße. Zwei Männer und eine Frau die Arabisch sprechen, eine Frau, die Farsi spricht, eine Polnisch, eine Russisch und ein Mann, der nur Deutsch spricht. Ich frage was passiert wenn der/die Sozialarbeiter*in nicht deine Sprache spricht, und sie sagt “Es entsteht ein Chaos, oder sie versuchen es auf Englisch zu machen oder die Frauen versuchen von außen Hilfe zu bekommen und zahlen dafür von den 135€, die sie monatlich erhalten. Es gibt viele Initiativen die kostenlose Übersetzung anbieten aber die Sozialarbeiter*innen nutzen diese Angebote oft nicht.” Für einige Frauen aus den Balkanländern, wie Serbien oder Kroatien, ist es besonders schwierig, da kein/e Sozialarbeiter*in ihre Sprache spricht.

Unter der Woche sind die Bürozeiten von 11 Uhr bis 12 Uhr, wenn eine Frau also einen Termin bei der LAGeSo oder einen Integrationskurs hat, oder wenn eine Frau ihre Kinder zu Schule bringen muss, kann sie an diesem Tag keine Unterstützung kriegen. “Manchmal gibt es lange Schlangen, manchmal muss man eine Stunde sitzen und warten.” Obwohl die Sozialarbeiter*innen den ganzen Tag in dem Büro sind, stehen sie nur ein oder zwei Stunden pro Tag zur Verfügung. Manchmal erhalten die Frauen Briefe vom BAMF oder von der LAGeSo, die eine schnelle Antwort erfordern. “In der Regel erhielten wir die Post am Abend, also kannst du erst am nächsten Tag um 11Uhr Hilfe kriegen.” In diesem Fall müssen die Frauen “draußen” nach Hilfe fragen, von anderen Frauen im Lager oder vom Sicherheitspersonal. Sich auf das Sicherheitspersonal zu verlassen ist gefährlich, da das dieses in eine Machtposition bringt in der sie noch mehr Kontrolle über die Frauen ausüben können.

“Sozialarbeiter*innen vernachlässigen Angelegenheiten gerne, so als wäre es nicht passiert. Sie wissen nicht, was sie damit machen sollen. Meistens wirken sie hilflos und als wären sie nicht ausreichend ausgebildet um mit solchen Angelegenheiten umzugehen.“ Die Leute sind meistens nur 5-10 Minuten bei dem Mitarbeitenden. “Manchmal schicken sie Leute, denen sie nicht helfen wollen einfach wieder rauß. Geh und such Dir selbst eine Übersetzung, ich hab keine Zeit das zu übersetzen. Oder ich kann Dir nicht helfen, ich kann keinen Termin für Dich machen. Such Dir selbst einen Arzt. Wir haben uns als Geflüchteten immer gegenseitig geholfen, aber es ist auch nicht unsere Aufgabe, weil wir kriegen kein Geld dafür, sie kriegen das Geld dafür.”

Und diese “Vernachlässigung”, sagt sie, bleibt nicht ohne Konsequenzen für die Frauen. Da war diese eine Frau aus Afghanistan und sie hatte 5 Kinder, erzählt Nira mir. “Sie ist von ihrem Mann weggelaufen, weil er sehr gewalttätig war und dann hat sie die Abschiebung erhalten, weil sie nicht zu dem Interview gegangen ist, weil die Sozialarbeiter*innen ihr den Brief nicht rechtzeitig gegeben haben. Das war ein großer Fehler. Sie machen die ganze Zeit Fehler. Sie verstehen nicht, dass das gefährlich ist. Sie behandeln uns mit Nachlässigkeit.” “Einmal war da eine Frau und sie fragte nach einem Arzttermin. Als sie ihr dann endlich einen Termin vereinbart hatten war es ein Termin in einer Privatpraxis und sie musste 50 € zahlen. Wie kann es sein, dass ein*e Sozialarbeiter*in so einen Fehler macht?”

Vor allem Frauen mit vielen Kindern brauchen Hilfe, sagt Nira. “Eine Freundin von mir hat ein Kind und wollte ihn im Kindergarten anmelden und sie haben ihr gesagt, sie solle hingehen und es selber machen. Eine Frau sagte Du suchst eine Wohnung, geh und guck selber im Internet. Du suchst eine Übersetzung: geh und such Dir selber eine. Und dann musst Du losgehen und zusätzlich 20€ für jemanden zahlen, der dir etwas übersetzt oder mit dir mitkommt. Der/die Sozialarbeiter*in wird schon vom Staat bezahlt, aber sie wollen ihre Arbeit offensichtlich nicht tun.

Sie sagen immer, dass sie sich bemühen, erzählt mir Nira, “aber dann siehst du, dass das Essen sehr schlecht ist. Die Toiletten sind die ganze Zeit sehr schmutzig. Die Frauen gehen alleine zum Arzt/zur Ärztin, ohne Übersetzer*in und dann sagt der Arzt oder die Ärztin, nein, ich kann Dir nicht helfen. Ich habe mit einigen Frauen gearbeitet weil ich diesen Ein-Euro-Job gemacht habe. Übersetzen bei der Arztvisite oder anderswo. Ich bin also mit einigen Frauen zur Ärztin/zum Arzt gegangen und diese*r hat mir jeweils gesagt, dass sie/er der Frau das letzte Mal nicht habe helfen können, weil niemand übersetzt hat. Es ist die Aufgabe der Sozialarbeiter*innen, eine Ärztin/einen Arzt zu organisieren, und zwar jemanden, die/der den Frauen helfen kann, die/der die gleiche Sprache spricht.” Sieben Sozialarbeiter*innen sind nicht genug, sagt Nira, “anstatt 80 Securityangestellte zu beschäftigen, von denen 15 pro Schicht arbeiten, wäre es besser, 20 Sozialarbeiter*innen anzustellen.

Nicht aufmucken!

Seit das städtische Gebäude im Februar 2016 zu einem Lager umfunktioniert wurde haben sich die Bewohnerinnen über die Sozialarbeiter*innen, das Essen und die Sicherheitsangestellten beschwert. Aber im April 2017 wurde eine erste schriftliche Beschwerde verfasst, unterschrieben von 90 Bewohnerinnen, erzählt mir Nira. “Es hat damit angefangen, dass das Essen schlecht war, was 90 Frauen unterschrieben haben, und es gab eine Beschwerde von einigen Frauen, dass die Sozialarbeiter*innen sie respektlos behandeln, manchmal auch verbal aggressiv werden, wie z.B. sie anzuschreien. Sozialarbeiter*innen haben die Frauen damit bedroht, dass sie rausgeschmissen würden oder sie die Polizei rufen würden. Und die ganze Zeit haben die Sozialarbeiter*innen probiert zu bestreiten, dass dies passiert sei – nein, es gibt keine Probleme – obwohl die Probleme mit einer Kamera dokumentiert wurden. Es war die gleiche Situation wie im Tempelhof Lager. Die Sozialarbeiter*innen haben jeweils gesagt, nein, es gibt keine sexuelle Gewalt gegen Frauen hier, und dann wurden sie durch eine sechsmonatige IRIN Untersuchung in Berliner Lagern überführt, die eine Menge sexueller Gewalt gegen Frauen ans Licht gebracht hat.”

Was die Frauen und Kinder in den Lagern brauchen

“Es sollte keine Security, aber dafür mehr Sozialarbeiter*innen geben, wenigstens eine/r von jeder Sprachgruppe und auch sollte ihr Büro den ganzen Tag offen sein. “, fordert Nira. ” So dass die Frauen wenn sie ein Problem haben Hilfe kriegen können. Das ist ihre Arbeit, Soziale Arbeit. An dem Ort an dem ich jetzt lebe, ist das Büro bis 17 Uhr auf, von 9 bis 17 Uhr. Manchmal gehst Du hin und sie sind beschäftigt, aber dann weißt du, dass sie beschäftigt sind, wirklich beschäftig. Dass sie nicht einfach nur rumsitzen und stündlich Pause machen.”

Es sollte alles korrekt ablaufen, sagt Nira. ” Sonst, wenn es keine guten Sozialarbeiter*innen gibt, dann sollten wir alle Lager abschaffen und schließen und die Menschen in Häusern leben lassen und wenn man Hilfe braucht dann tritt man mit einer Beratungsstelle in Kontakt. Weil die machen ihre Arbeit offensichtlich ziemlich gut, sie strengen sie an. Man sieht, dass sie sich Mühe geben. Sie sind auch Sozialarbeiter*innen, aber man sieht, dass sie sich anstrengen, nicht so wie die Sozialarbeiter*innen in der Niedstr. Vor allem, sie kriegen ja auch Unterstützung von Schöneberg hilft – das sind Freiwillige, aber auch Leute, die mithelfen können. Die Verantwortung liegt nicht nur bei ihnen, aber auf jeden Fall machen sie keine gute Arbeit.”

 

 

English

“Your work it to protect us!” The do-it-yourself practice at the lager at Niedstraße. From an expert of survival (*name changed).

I meet Nira in a park somewhere in south-west Berlin. Nira and I agreed to meet up regularly to write smaller articles about the situation in lagers in Berlin. This time we want to talk about her experience with social workers at the lager at Niedstraße, a lager for women and children in Friedenau. Around 320 women and 80 children live there. The lager is run by the social initiative Niederlausitz (SIN – Soziale Inititative Niederlausitz). Nira lived at Niedstraße for about 10 months and is still in contact with many women who are still forced to live there.

Official responsibility and “do-it-yourself” practice

“Their official responsibility is to read and translate official letters for you, to help you to make appointments with LAGeSo (State Office for Health and Social Affairs), to clarify questions and to support you in finding a Beratungsstelle (counselling centre) if you are in need of one”, Nira shares. “Their work is to make sure you live in a clean, healthy place. That you get good healthy food”. But there is a big gap between official responsibility, job description, and her lived experienced with social workers in different lagers. “Everything is messed up”, she says. Availability is reduced to a few hours a day (for a few hundred people!) and often social workers are not able to communicate with the women because of language barriers.

Asking about the office hours Nira tells me that during the week the office is open only one hour a day. Saturday not at all and Sunday 2 hours: one hour in the morning and one hour in the evening. “Its only one hour a day for 280 women that live at Niedstraße. Most of the time there are not all of the languages available so for example one Afghan women would go and there was only a Russian or Germany employee working. She cannot talk to them and they cannot solve her issues and they just say come back tomorrow, come tomorrow. It´s very complicated and many problems happen because of this.”

There are seven social workers at Niedstraße in total. Two men and one women speaking Arabic, one women speaking Farsi, one Polish, one Russian and one man that speaks German only. What happens if the social worker doesn’t speak your language, I ask, and Nira says “Things get messed up, they try to do it in English or the women try to get help from outside and pay it from the 135 euros they are receiving. There are many initiatives that offer free translation but the social workers often don’t make use of them.” For some women from Balkan countries such as Serbia or Croatia its particularly difficult because no social worker at Niedstraße speaks their language.

During the week the office hours are from 11am-12pm so if a woman has an appointment with LAGeSo, an integration course or has to take her children to school, she is not able to see a social worker. “Sometimes there are long queues, sometimes you have to sit and wait for an hour.” Even though the social workers are in the office all day they are only available for one or two hours a day. Often women receive letters from the BAMF or LAGeSO that require an urgent response. “We used to get the mail in the evening so you can’t get help until the next day at 11am.” In that case the women need to ask for help from “outside”, ask other women in the lager or security staff. But becoming dependent on security staff is dangerous, Nira says, as it puts them in a position of power in which they are able to exert even more control over the women.

“Social workers at Niedstraße prefer to ignore issues. Like they don’t know what to do about it. Most of the time they seem helpless and like as they didn’t have had enough training to handle such issues”, Nira shares. People usually spend 5-10 minutes with a social worker. “Sometimes they just dismiss people. Go and find a translator yourself, I don’t have time to translate this. Or I cannot help you, I cannot make an appointment for you. You find a doctor yourself. We used to help each other as refugees but it’s also not our work because we don’t get money for it but they do get payed for it.”

And this “negligence” she says, is not without consequence for the women. There was this one woman from Afghanistan and she had 5 children, Nira tells me. “She got deported because she didn’t go to her interview because the social workers did not give her the letter in time. That was a big mistake. They do mistakes all the time. They don’t understand that this is dangerous. They treat us with negligence.” Nira shares another story with me: “There was one women and she was asking for an appointment with a doctor. She had to go several times until they were willing you help her and then they made an appointment for her at a private clinic. When we went there they said to her that she has to pay 50 euro. How comes that the social worker does this mistake?”

Especially women with many children need help, Nira says. “My friend has a child and she wanted to register him for the kindergarten and they told her: go and do it herself. One women said you want to look for apartment on the internet: go and do it yourself. You want to look for a translator: go and do it yourself. And then you have to go and pay extra money. 20 euros for a translator to translate something for you or to come with you. The social worker is already paid by the government but they obviously don’t want to do their work.”

All the time they are saying “we are trying!, Nira tells me, “but then you find the food is very bad. The toilets are very dirty all the time. The women go to the doctor alone without a translator and the doctor is not able to help. I worked with some women because I was doing this 1 euro job. I went with some women to the doctor and the doctor told me that she couldn’t help the women the last time because there was no translator. It’s the work of the social worker to find a doctor, to find a doctor that can help the woman, that speaks the same language.” Seven social workers are not enough, Nira says, “instead of hiring 70 security workers with 15 people working every shift its better to hire 20 social workers.

Don’t speak up!

Since the municipal building became a lager in February 2016 women complained about the social workers, the food and security staff. But in April 2017 there was a first official complaint made, signed by 90 women, Nira tells me. “It got started because the food was bad and there was a complaint from a few women that the social worker are treating them with no respect and sometimes with verbal aggression like shouting at them. And all the time the social workers tried to deny that this is happening although the problems were documented with a camera.”

What happened after the complaint, I ask. Nira tells me that they threatened the women so they would get afraid and withdraw the complaint. The women were told that if they make another protest within the lager they will be deported by LAGeSo. In the end of April 2017 – after the complaint – the regional manager of the SIN, Nira says, “was shouting at us as we were slaves, as if we had no rights and then he was protecting the security and the social workers”.

What the women need

“There should not be security and there should be more social workers at least one from every language group and also their office door should be open all day long”, Nira demands. “So when women have a problem they can go and get help. That´s their work, social work. In the place I´m living now the office is open until 5pm, from 9am to 5pm. Sometimes you go and they are busy. Really busy. Not sitting and drinking coffee and having a break every hour.“

Things should be done correctly, Nira says. “Otherwise if there are no good social workers, we should abolish, close all the lager and let people live in houses and then when you need help you can get in touch with a Beratungstelle (counselling centre). Because apparently they do their job quite well. They are also social workers but you can see they are trying hard not like the social workers at Niedstraße. Especially because at Niedstraße they also get help from the initiative Schöneberg hilft – its volunteers but they are also people that can help. It’s not all the responsibility on them but they still don’t do a good job.”

Women* breaking borders Konferenz!

Download Flyer

Als Frauen* sind wir mit sexistischen und rassistischen Grenzen konfrontiert und allen möglichen Vorurteilen ausgesetzt, nachdem wir gefährlichste Routen nach Europa überlebt haben. Als geflüchtete Frauen* stehen wir vor, während und nach der Flucht vor vielen inneren und äußeren Grenzen. Wir brauchen unsere gegenseitige Solidarität, um innere und äußere Grenzen/Barrieren zu überwinden.
Lasst uns zusammen klarstellen, dass keine Grenze zu hoch, zu tief oder zu massiv ist, wenn Frauen* sich zusammenschließen!

A conference organized by Women in Exile, Friends and sisters!!

As women* we are faced with sexism and racist borders which expose us to all types of
prejudice. As refugee women we are confronted by multiple, inner and outer borders during and after the flight. We need each other’s solidarity to break inner and outer borders/boundaries. Join us in declaring no borders are high, low, wide or solid enough when women unite!

Anmeldung / Registration OPEN

Die Anmeldung zur Konferenz beginnt! Unsere Konferenz wird in Berlin, Franz-Mehring-Platz 1, nahe Ostbahnhof stattfinden. Wir beginnen am 22.9. um 11:00 mit dem Check-in und enden am 24.9. gegen 14:00. Für Frauen, die eine weite Anreise haben, gibt es die Möglichkeit, schon am Donnerstag anzureisen und abends noch bei einer Kundgebung von uns mitzumachen! Wer Probleme mit der Online-Anmeldung hat, kann eine Mail schreiben an conference[at]women-in-exile.net oder anrufen: 015213361284

Da selbstverständlich geflüchtete Frauen* Vorrang haben, behalten wir uns vor, Unterstützer*innen auf eine Warteliste zu setzen.

Register now for our conference! The Conference will take place in Berlin, Franz-Mehring-Platz 1, near Ostbahnhof station. We will start registration on September 22nd at 11:00 a.m. and close on September 24th at 14:00. If you are coming from far, you might come to Berlin on September 21st and join us for a demonstration in the evening! If you have problems filling the form, you can register through conference[at]women-in-exile.net or by telephone: 015213361284

As of course the priority to participate is given to refugee women*, it may be that we have to put supporters on a waiting list.