WE EXIST, WE ARE HERE – BOOK LAUNCH | UNS GIBT ES, WIR SIND HIER – BUCHVORSTELLUNG

we exist we are here

Der International Women Space lädt euch ein, die Veröffentlichung unseres zweiten Buches UNS GIBT ES, WIR SIND HIER mit uns zu feiern. Das Buch dokumentiert die Lebensgeschichten von geflüchteten Frauen und Migrantinnen in Deutschland. Zusammen mit euch möchten wir uns über die Geschichten und Erfahrungen aus dem Buch und darüber hinaus austauschen. Und wir wollen mit euch feiern!

WANN: 25. November 2018 | Ab 17 Uhr
WO: aquarium | Südblock, Skalitzer Str. 6, 10999 Berlin

Wir haben drei Jahre gebraucht, um UNS GIBT ES, WIR SIND HIER fertigzustellen – eine Zeit, in der wir viele Veränderungen miterlebt haben – sowohl in der politischen und kulturellen Landschaft in Deutschland und darüber hinaus – und für uns als Gruppe. 2017 organisierten wir ALS ICH NACH DEUTSCHLAND kam; eine zweitägige Konferenz, in der die Erfahrungen mehrerer Generationen von Frauen, die als Gastarbeiterinnen, Vertragsarbeiterinnen oder als Migrantinnen oder geflüchtete Frauen in Deutschland angekommen sind, sowie die Erfahrungen von deutschen Frauen, die von Rassismus betroffenen sind im Mittelpunkt standen. Wir haben mehr Mitglieder gewonnen und endlich ein eigenes Büro gefunden, nachdem wir uns viele Jahre in verschiedenen, gemeinsam betriebenen Räumen getroffen haben. Zusammen mit vielen anderen feministischen Gruppen bildeten wir in Berlin die Alliance of Internationalist Feminists.

Wir haben viele Frauen und ihre unterschiedlichen Geschichten kennengelernt, manchmal erzürnende und entmutigende, manchmal ermächtigende und aufbauende. UNS GIBT ES, WIR SIND HIER enthält acht dieser Geschichten. Geschichten über die Erfahrungen von Frauen, die in Libyen Opfer von Menschenhandel und zur Prostitution gezwungen wurden; von Flucht vor staatlicher und gesellschaftlicher  Unterdrückung in Ägypten, Syrien und dem Iran; von Verfolgung auf Grund von akademischem Aktivismus in der Türkei oder auf Grund von Drogenabhängigkeit in Russland; Frauen, die ihres Rechts auf Selbstbestimmung beraubt wurden; Frauen, die sich der Abschiebung widersetzt haben und täglich gegen Rassismus und rassistische Strukturen in Deutschland kämpfen.

Der Veröffentlichungstermin – 25. November – ist beabsichtigt. Es ist der Internationale Tag gegen Gewalt gegen Frauen. Ob Ni Una Menos! in Lateinamerika oder Jin! Jiyan! Azadi! in Kurdistan – am 25. November rufen Frauen überall aus: Wir waren, wir sind und wir werden hier sein!

Ihr seid herzlich eingeladen am 25. November 2018 mit uns die Veröffentlichung von UNS GIBT ES, WIR SIND HIER zu feiern und euer Exemplar abzuholen.

17:00 | Essen und Trinken
19:00 | Präsentation von Geschichten und Erfahrungen aus und über das Buch und darüber hinaus (in verschiedenen Sprachen mit Übersetzung ins Englische)
21:00 | Musik, Gespräche und Feier!

Alle, die sich für das Buch und seine Inhalte interessieren – das Leben und die Geschichten von geflüchteten Frauen und Migrantinnen in Deutschland – sind bei dieser Veranstaltung herzlich willkommen. Kinder sind auch willkommen!

Wir nehmen Spenden für Essen, Getränke und natürlich für das Buch an! Wenn ihr nicht zum Launch kommen könnt, aber unsere Arbeit unterstützen möchtet, erfahrt ihr hier wie: iwspace.de/spenden

Nach dem Launch findet ihr hier eine digitale Version sowie Informationen zur Bestellung / Abholung des Buches: iwspace.de/uns-gibt-es-wir-sind-hier

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Vor dem Event werden alle FrauenLesbenInterTrans* eingeladen und ermutigt, an der Demo der Alliance of Internationalist Feminists zum Internationalen Tag zur Beseitigung der Gewalt gegen Frauen teilzunehmen

WANN: 15:00 Uhr | 25. November 2018
START: U-Bhf Hermannplatz (U8)

http://iwspace.de/2018/11/break-the-silence-break-the-system-demo-25-nov

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WE EXIST, WE ARE HERE  |  BOOK LAUNCH & CELEBRATION

You are invited to join International Women Space and friends for the launch of our second book: WE EXIST, WE ARE HERE. The book documents the lives and stories of refugee and migrant women in Germany. We want to exchange stories and experiences from and about the book and beyond. And we want to celebrate with you!

WHEN: 17.00 onwards | 25th November 2018
WHERE: aquarium | Südblock, Skalitzer Str. 6, 10999 Berlin

It has taken us three years to complete WE EXIST, WE ARE HERE, a period during which we have seen many changes – both in the political and cultural landscape in Germany and beyond and for us as a group. In 2017 we organised WHEN I CAME TO GERMANY; a two-day conference that centred the experiences of multiple generations of women who have arrived in Germany – as guest workers, as contract workers, or as migrants or refugees – as well the experiences of German women who are affected by racism. We have welcomed more members and found, finally, an office to call our own, after spending many years meeting in different collectively run spaces. Together with many other feminist groups, we formed the Internationalist Feminist Alliance in Berlin.

We have met many women with different stories to tell, at times enraging and dispiriting, at times empowering and uplifting. WE EXIST, WE ARE HERE contains eight of these stories. Stories recounting women’s experiences of being trafficked through Libya and forced into prostitution; of fleeing state repression and societal oppression in Egypt, Syria and Iran; of being persecuted for academic activism in Turkey, or for drug addiction in Russia; women robbed of their right to self-determination; women who have resisted deportation, and who fight racism and racist structures in Germany every day.

The launch date – 25th of November – is intentional: It is the International Day Against Violence Against Women. Whether it is Ni Una Menosin Latin America or Jin, Jiyan, Azadî in Kurdistan – on the 25th of November women shout out everywhere: We were, we are, and we will be here!

You are invited to join us on the 25th November 2018 to celebrate the release of WE EXIST, WE ARE HERE and pick up your copy.

17:00 | Food and drinks
19:00 | Presentation of stories and experiences from and about the book and beyond (in various languages with translation into English)
21:00 | Music, conversations and celebration!

Everyone interested in the book and its contents – the lives and stories of refugee and migrant women in Germany – is welcome at this event. Children are welcome too!

We will be taking donations for food, drinks, and, of course, for the book! If you can’t come to the launch, but would like to support our work, find out how here: iwspace.de/spenden

After the launch, you will find a digital version as well as information about ordering / picking up the book here: iwspace.de/we-exist-we-are-here

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Before the launch all WomenLesbianInterTrans* are invited and encouraged to join the Alliance of Internationalist Feminists’ demo for the International Day for the Elimination of Violence against Women

WHEN: 15:00 | 25th November 2018
START: U-Bhf Hermannplatz (U8)

http://iwspace.de/2018/11/break-the-silence-break-the-system-demo-25-nov

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Liebe Grüße,

IWS

Konferenz: Die Sahara – eine neue tödliche Außengrenze der EU? Externalisierung der Grenzen

Unser Europa hat keine Grenzen

Unser Europa hat keine Grenzen

Wann: 24.11.2018 – 10:00 Uhr
Wo: Aquarium (neben Südblock) Skalitzer Str. 6 10999 Berlin

English see below

Die südliche Grenze der Europäischen Union bildet nicht mehr das Mittelmeer, sondern wurde mit Hilfe von Überwachungstechnik, Grenzzäunen und militärischen Checkpoints “externalisiert”, das heißt nach Nordafrika verlagert.
Die neue südliche EU Außengrenze liegt in Libyen, Niger, Senegal, Algerien und Tunesien und soll Migrations- und Flüchtlingsströme schon in der Sahara stoppen. Nach dem großen medialen Aufschrei über den Sklavenhandel in Libyen im Dezember letzten Jahres, wurden mehr als 30.000 Menschen aus Libyen “evakuiert”.
Eine zu diesem Zweck gegründete gemeinsame Einsatztruppe der Afrikanischen Union, der Europäischen Union und der Vereinten Nationen verbrachten innerhalb von sechs Monaten Zigtausende Geflüchtete und Migrant*innen nach Niger in sogenannte Transitzentren oder direkt zurück in ihre Herkunftsländer. Im Sommer letzten Jahres deportierte Algerien irreguläre Migrant*innen – nicht in ihre Herkunftsländer, sondern bis an die südliche Grenze: 13.000 Menschen wurden von den Militärtrucks mitten in der Sahara ausgesetzt.
Tausende von Menschen liefen zu Fuß nach Niger, viele verdursteten. Während Europa Ausschiffungsplattformen diskutiert, wird in Niger die Infrastruktur dafür aufgebaut – finanziert mit europäischer Entwicklungshilfe (European Trust Fund for Africa).

Wir werden mit verschiedenen Expert*innen darüber diskutieren, wie die EU seine Außengrenzen systematisch in die Länder Nordafrikas verlegt, welche Folgen dies für die jeweiligen Länder hat und welche Unterstützungsstrukturen (Rasthäuser, Alarmphone Sahara etc) es für Migrant*innen vor Ort und in Europa gibt.

Eine Kooperation von borderline europe – Menschenrechte ohne Grenzen e.V. und dem Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung.

Vortrag, Workshops und Filmscreening mit anschließender Diskussion mit Ibrahim Manzo Diallo – Afrique Europe Interact / Alarmphone Sahara, Bruno Watara – Intitiative gegen das EU Grenzregime, Kumut Imesh- Co-Regisseur des Films und Aktivist in Paris u.a.

Die Veranstaltung wird in englischer und französischer Sprache stattfinden.

Programm:

10 – 10.45 Uhr
Begrüßung und Einleitung: Menschenrechtsverletzungen an den EU-Außengrenzen
Andrea Staeritz – Borderline Europe

10.45 – 11.00 Kaffeepause

11.00 – 12.30 Uhr
Diskussion: Lokale Auswirkungen des EU-Grenzregimes und Widerstand in
Libyen und Niger Ibrahim Manzo Diallo – Afrique Europe Interact /
Alarmphone Sahara
Andrea Staeritz – Borderline Europe

12.30 – 13.30 Uhr Mittagspause

13.30 – 14.30 Uhr
Direkte und indirekte Auswirkungen der europäischen Migrationspolitik in
Afrika
Bruno Watara – Initiative gegen das EU Grenzregime

14.30 – 15.00 Kaffeepause

15.00 – 17.00 Uhr
Filmvorführung mit anschließender Diskussion: Revenir, To Return
Kumut Imesh- Co-Regisseur des Films und Aktivist in Paris

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The Sahara – a new deadly external border of the EU? Externalisation of borders II

The Mediterranean no longer marks the southern border of the European Union. With the help of surveillance technology, border fences and military checkpoints, the border was “externalised” to North Africa.
The new southern EU external border is located in Libya, Niger, Senegal, Algeria and Tunisia and is intended to stop migration and block refugee routes flows already in the Sahara. After the media scoop and public outcry about slave auctions in Libya in December last year, more than 30,000 people were “evacuated” from Libya.
Within six months a joint task force set up for this purpose by the African Union, the European Union and the United Nations brought tens of thousands of refugees and migrants* to Niger in so-called transit centres or directly back to their countries of origin. Last summer Algeria deported irregular migrants* not to their countries of origin but to the southern border: 13,000 people were abandoned by the military trucks in the middle of the Sahara.
Thousands of people walked to Niger on foot, many dying of thirst. While Europe is discussing disembarkation platforms, Niger is building the infrastructure for this – financed with European development aid (European Trust Fund for Africa).

We will discuss with different experts how the EU systematically relocates its external borders to the countries of North Africa, what consequences this has for the respective countries and what support structures (rest houses, Alarmphone Sahara etc.) for migrants exist, there and in Europe.

A cooperation of borderline europe – Menschenrechte ohne Grenzen e.V. and the Bildungswerk Berlin of the Heinrich Böll Foundation.

Lecture, workshops and film screening with following discussion with Ibrahim Manzo Diallo – Afrique Europe Interact / Alarmphone Sahara, Bruno Watara – Intitiatve gegen das EU Grenzregime, Kumut Imesh – co-director of the film and activist in Paris and others.

The event will be held in English and French

Program:

10 – 10.45
Welcome and Introduction: Human Rights Violations at the EU external borders
Andrea Staeritz – Borderline Europe

10.45 – 11.00 Coffee break

11.00 – 12.30
Discussion: Local impacts of the EU border regime and resistance in
Lybia and Niger
Ibrahim Manzo Diallo – Afrique Europe Interact / Alarmphone Sahara
Andrea Staeritz – Borderline Europe

12.30 – 13.30 Uhr Lunch Break

13.30 – 14.30 Uhr
Direct and indirect impacts of European migration politics in Africa
Bruno Watara – Initiative gegen das EU Grenzregime

 

Tag der Kinderrechte

Schule ohne Abschiebung

Kampagne Zukunft für Alle – Schule ohne Abschiebung

Liebe Leute,
heute ist der internationale Tag der Kinderrechte, denn vor 29 Jahren haben die Vereinten Nationen die Kinderrechtskonvention verabschiedet.

Für viele Kinder ist es immer noch ein Privileg zur Schule zu gehen. Auch in Europa.
Viele Roma-Kinder, die hier geboren und hier zur Schule gegangen sind, werden abgeschoben. Ca. 75% von ihnen werden nach der Abschiebung nie wieder zur
Schule gehen. Das hat viele Gründe. Oft können sie die Sprache nicht, weil sie mit Deutsch und Romanes aufgewachsen sind. Wegen des Rassismus von
Mitschüler_innen und Lehrkräften haben viele Eltern Angst, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Das vermeintliche Herkunftsland ist ihnen ohnehin fremd und
ihre Hoffnung liegt darin, zurück in ihre Heimat, Deutschland, zu kommen. In den so genannten sicheren Herkunftsländern, wo sie und ihre Eltern massiv diskriminiert werden, haben sie keine Chance auf eine sichere und selbstbestimmte Zukunft.

Wir haben die Kampagne Zukunft für Alle – Schule ohne Abschiebung gestartet, um die Rechte von Kindern und Jugendlichen zu stärken.
Denn alle Kinder haben ein Recht auf Bildung. Unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus.

Viele Grüße
euer Kampagnen-Team

PS: Bald geht die Homepage der Kampagne online.

Roma Center e.V.
Roma Antidiscrimination Network
Am Leinekanal 4
37073 Göttingen
T: 0551-388 7633
www.ran.eu.com
www.roma-center.de

Aufruf: Polizeiangriff Donauwörth – Prozesse gegen Geflüchtete ab 7.11. in Augsburg

Donauwörth police attack – David Jassey’s interview from Culture of Deportation II on Vimeo.

*25.10.2018 Aufruf (erratum)*
(in English: http://cultureofdeportation.org/2018/10/25/donauwoerth-call)

*Polizeiangriff Donauwörth – Prozesse gegen Geflüchtete starten am 7.
November in Augsburg*

Der bayerische Staat setzt die strafrechtliche Verfolgung der Geflüchteten fort, die im März Opfer der Polizeirazzia in Donauwörth wurden. Gerichtsprozesse gegen die gambischen Geflüchteten, die Rechtsmittel gegen ihre ungerechten Strafbefehle eingelegt haben, werden am 7. November 2018 in Augsburg beginnen.

Am Nachmittag des 14. März erlebten die Bewohner*innen des Isolationslagers Donauwörth eine brutale Polizeirazzia als Folgemaßnahme zur Polizeipräsenz der vorherigen Nacht im Lager. Rund 200 voll bewaffnete Beamt*innen, darunter Bereitschaftspolizei, drangen mit Hunden in das Lager ein. 32 gambische Geflüchtete wurden mit massiver Brutalität inhaftiert. Zwei wurden noch am selben Tag freigelassen, während die anderen 30 für etwa zwei Monate in Untersuchungshaft waren. Die Polizei stigmatisierte sie als “Randalierer” und”Rädelsführer” und beschuldigte sie, in der Nacht vor der Razzia die Abschiebung einer Person im Lager gestoppt zu haben. Sie wurden mit zweifelhaften Listen identifiziert, die mit Hilfe des Sicherheitspersonals der Malteser erstellt wurden.

Die gambische Community in Donauwörth wies den Vorwurf, die Durchsetzung der nächtlichen Abschiebung behindert zu haben, als offensichtlich unbegründet zurück. Es wurde bestätigt, dass es keinen Widerstand gegen die
Polizei gab. Die Polizei erschien im Lager, um einen Gambier wegen einer Abschiebung zu verhaften, der sich in dieser Nacht jedoch weder in seinem Zimmer noch an einem anderen Ort im Lager befand. Die Bewohner*innen
verschiedener Nationalitäten stellten einfach das Verhalten der Polizei in Frage, die zufällig an Türen klopfte, und sie auf der Suche nach der Person weckte. Der Feueralarm wurde ausgelöst, der weitere Bewohner*innen
aufweckte und sie aufforderte, sich in Sicherheit zu bringen.

Dass die Razzia am nächsten Tag sich ausschließlich gegen Gambier richtete, ist ein offensichtlicher Akt des institutionellen Rassismus. Es besteht kein Zweifel, dass die Razzia darauf abzielte, die Community-Organisation
der gambischen Geflüchteten in Donauwörth zu schwächen.

Die verhafteten Geflüchteten wurden wegen unbegründeter Vorwürfe des Landfriedensbruchs und in einigen Fällen wegen Körperverletzung, Beleidigung und Widerstandes gegenüber Polizist*innen für zwei Monate
inhaftiert. Mitte Mai wurden sie aus der Untersuchungshaft freigelassen, jeweils mit einem Strafbefehl auf der Grundlage dieser Vorwürfe. Viele wurden dazu gedrängt, den Strafbefehl mit Unterschrift zu akzeptieren, um
frei zu kommen, ohne den aber zu verstehen oder über ihre Beschwerderechte informiert zu werden. Die unter 21-Jährigen wurden ohne weitere Strafe freigelassen, wurden aber für schuldig erklärt. Die zweimonatige Isolation
in Untersuchungshaft unter schwierigen Bedingungen wurde in ihrem Fall als ausreichende Strafe erklärt. BAMF und die Zentrale Ausländerbehörde Schwaben schlossen sich diesen Manipulationen an, indem sie
fragwürdigerweise die Dublin-Frist für viele Betroffene von 6 auf 12 Monate verlängerten – aufgrund ihrer Inhaftierung. Die Gruppe wurde weiter mit Dublin-Abschiebungen verfolgt – im Einklang mit der anhaltenden deutschen Abschiebekultur. Einige wurden bereits aus dem Gefängnis nach Italien in ein Leben auf der Straße abgeschoben, viele andere kurz nach ihrer Entlassung.

Aufgrund dieser skrupellosen Zusammenarbeit zwischen der Strafjustiz und dem Asylsystem ist es nur einer Handvoll der kriminalisierten Geflüchteten gelungen, rechtliche Schritte gegen die Strafbefehle zur Verteidigung vor Gericht einzuleiten. Einige der Abgeschobenen hatten einen anhängigen Einspruch gegen ihren Strafbefehl.

Zwei gambische Geflüchtete werden die Vorwürfe vor dem *Amtsgericht Augsburg am 7. November um 13 Uhr* anfechten. *Wir rufen Aktivist*innen und Freunde auf, ihre Solidarität zu zeigen* und diese staatliche Legitimation
der Polizeigewalt gegen Geflüchtete zu beobachten. *Schluss mit der politisch motivierten Kriminalisierung von Geflüchteten in Bayern!*

*Kommt zum Gericht: Amtsgericht Augsburg, Am Alten Einlaß 1, 86150 Augsburg*

Mitglieder der Refugee Community Donauwörth und Arbeitsgruppe Culture of
Deportation

*Kontakt:*
Tel. +49 15214069014 / David Jassey
Email: david.donauwoerth@gmail.com

*Mehr Information:*
http://cultureofdeportation.org/2018/10/25/donauwoerth-aufruf/
<http://cultureofdeportation.org/2018/10/25/donauwoerth-call/>
https://www.akweb.de/ak_s/ak640/45.htm
https://www.akweb.de/ak_s/ak642/34.htm
https://vimeo.com/296197583

*Mobi-Video*: https://vimeo.com/296717141

*Spenden für die Betroffene des Polizeiangriffs in Donauwörth,
einschließlich Anwaltskosten:*

Bayerischer Flüchtlingsrat
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN: DE89 7002 0500 0008 8326 02
BIC: BFSWDE33MUE (München)
Verwendungszweck “Donauwoerth

Founder members of Y en a Marre , senegalese social movement in Berlin

On the 11th November, KEUR GUI, founder members of Y en a Marre will share they experience of fight at 19h in the K9, kinzigstr 9 10247 Berlin

Y en a Marre is a social movement in Senegal, created by a group of friends in January 2011, since then has become a massive social movement. It aims above all to be popular, Y en a marre is non-partisan and remains equidistant from political parties. In 2012 they made the former president to step down, since then the movement looks for the convergence of Senegalese youth forces, and develops actions which goals is the improve the social environment and create an aware and participatory society. Parallel they bring to the authorities people’s concerns and their priorities.

The role of rappers in the movement is significant since it’s through their lyrics that the message of the youth gets spread and they are engage in doing social work in their communities, like the Sunu Gox, project to empower citizenship and solidarity for a clean environment in the suburbs of Dakar.

 

Previously on the 2.11 they will give a concert in Maschinehaus

We hope to see you there 🙂

Romani Truck from Latveria bei We’ll come united

We'll come united

Romani Truck from Latveria bei we’ll come united

zusammen mit Magneto und Dr. Doom kommen wir nach Hamburg, um die Welt vorm Faschismus zu retten.

Am 29. September findet in Hamburg die große Parade gegen Rassismus statt: we‘ll come united. Das Roma Antidiscrimination Network, alle bleiben und das Roma Solidarity Bündnis gestalten zusammen einen Truck mit Redebeiträgen und Live-Musik. Wir laden euch alle herzlich dazu ein!

2018 ist die Gewalt gegen Roma in Europa so aggressiv wie seit langem nicht mehr. In der Ukraine machen die gewalttätigen Ausschreitungen gegen Roma vor Mord nicht halt, und in Italien will der Innenminister Roma „zählen lassen“, eine Maßnahme, die an den Beginn des Völkermords der Nazis und ihrer Verbündeten erinnert. Auch in weiteren europäischen Ländern kommt es immer wieder zu Angriffen auf Angehörige der Minderheit. Der Rechtsruck in Europa ist offensichtlich.

Seit Erklärung diverser Balkanstaaten zu so genannten sicheren Herkunftsländern kommt es ununterbrochen zu Abschiebungen von seit Jahren in Deutschland lebenden oder gar hier geborenen Roma. Dort sind sie jedoch alles andere als sicher. Im Gegenteil: Diskriminierung, Gewalt und Rassismus sind an der Tagesordnung. Wir lassen nicht zu, dass Menschen nach Jahrzehnten abgeschoben werden. Diese rassistische Politik muss aufhören.

Für Roma gibt es keine sichere Herkunftsländer!

Wir fordern ein bedingungsloses Einreise- und Bleiberecht für Roma!

Schulen schützt eure Schüler_innen! Wir fordern Zukunft für Alle – Schule ohne Abschiebung!

Wir fordern einen sofortigen Abschiebestopp jetzt und für immer!

Roma bleiben – alle bleiben!

Komm nach Hamburg und bring deine Freunde mit! Leite die Message weiter an alle Roma Communities.

Wenn du Unterstützung brauchst, melde dich bei uns: kontakt@alle-bleiben.info


****SRPSKI

Romani Truck from Latveria kod we’ll come united

zajedno sa Magnetom i dr. Doom dolazimo u Hamburg da spasimo svet od fašizma.

29. septembra u Hamburgu će se odvijati velika parada protiv rasizma: dolazimo ujedinjeni. Mreža za borbu protiv diskriminacije Rom*kinja, alle bleiben i Savez solidarnosti Roma organizuju kamion sa govorima i živom muzikom. Pozivamo vas da se pridružite!

U 2018. godini, nasilje nad Rom*kinjama u Evropi je postalo agresivnije nego što je dugo bilo. U Ukrajini, nasilne pobune protiv Rom*kinje se ne zaustavljaju u ubistvu, a u Italiji ministar unutrašnjih poslova želi da “broji Rome”, mera koja obeležava početak genocida nacista i njihovih saveznika. U drugim evropskim zemljama se napadi na pripadnike manjina ponavljaju. Pomak na desno u Evropi je očigledan. 
Od proglašenja raznih balkanskih država tzv. sigurnim zemljama porekla, stalno prete deportacije Rom*kinjama koje su godinama živeli*e ili čak rođeni*e u Nemačkoj. Međutim, tamo su daleko od sigurnosti. Naprotiv, diskriminacija, nasilje i rasizam su na dnevnom redu. Mi ne dozvoljavamo da ljudi budu deportovani posle decenija. Ova rasistička politika mora da prestane.

Za Rom*kinje nema bezbednih zemalja porekla!

Zahtevamo bezuslovno pravo na ulazak i boravak za Rom*kinje!

Škole, štitite vaše učenike! Tražimo budućnost za sve – školu bez deportacije!

Zahtevamo da se odmah zaustave sve deportacije, sada i zauvek!

Rom*kinje ostaju ovde – svi ostaju ovde!

Dođite u Hamburg i dovedite svoje prijatelje! Prosledite poruku svim romskim zajednicama.

Ako vam je potrebna pomoć, kontaktirajte nas: kontakt@alle-bleiben.info


****ENGLISH

Romani Truck from Latveria at well come united

together with Magneto and Dr. Doom we will come to Hamburg to save the world from fascism.

On the 29th of September a big parade against racism takes place in Hamburg: we’ll come united. The Roma Antidiscrimination Network, alle bleiben and the Roma Solidarity Alliance are organizing a truck with speeches and live music. We invite all of you to join us!

In 2018, violence against Roma in Europe became more aggressive than it has been for a long time. In Ukraine, the violent riots against Roma do not stop at murder, and in Italy, the Interior Minister wants “Roma count”, a measure that reminds us of initiatives preceding the genocide by the Nazis and their allies. In other European countries, attacks on members of the minority are recurring. The shift to the right in Europe is obvious.

Since the German government’s declaration of various Balkan states to so-called safe countries of origin, there are continuous deportations of Roma who have lived for years or are even been born in Germany. In those countries, however, they are far from safe. On the contrary, discrimination, violence and racism are on the agenda. We do not allow people to be deported after decades. This racist policy must stop.

For Roma there are no safe countries of origin!

We demand an unconditional right of entry and residence for Roma!

Schools, protect your students! We demand a future for all – school without deportation!

We demand an immediate deportation stop now and forever!

Roma stay – all stay!

Come to Hamburg and bring your friends! Forward the message to all Roma communities.

If you need assistance, contact us: kontakt@alle-bleiben.info

Daily Resistance online

The first pile of newspapers has arrived and can be read/picked up for distribution at Café Karanfil, Mahlower Str 7 in Neukölln. If we run out of stock, grab them at the We’ll come united demo in Hamburg or get hold of your copies by sending a mail to dailyresistance@systemli.org!

The online PDF version of Daily Resistance #5 can be found here.

 

Below, there is a list of articles that have been already published on this blog. Subsequently, we will publish the missing articles as blog posts and update this list:

Berliner Bündnis gegen Abschiebungen nach Afghanistan: “Keine Schlupflöcher für Menschenrechtsverletzungen”

Lagermobi: “What is an Anker”

Lagermobi: “Your work is to protect us!”

Other articles in the newspaper have been printed with kind permission of the authors and initiatives:

Moving Europe: Reportage d’une tournée dans la région frontalière franco-italienne, mai 2018

Women in Exile Bustour 2018

Declaration: József Krasznai

Statement/Declaration: Qusai Mohammed Abdel Atti

Roma Center Göttingen: “Zukunft für Alle – Schule ohne Abschiebung”

Justizwatch: “Prozessbericht aus Ellwangen” / “Rapport de processur d’Ellwangen”

Katharina Schoenes (Justizwatch): Offensive gegen Sozialproteste

‘Daily Resistance’ #5 is in print!

The new issue coming with articles in many languages by Women in Exile & Friends, Justizwatch, Lager Mobilisation Network Berlin, Moving Europe, Berliner Bündnis gegen Abschiebungen nach Afghanistan, Roma Center, and many more. Grab them at the We’ll come united demo in Hamburg or get hold of your copies by sending a mail to dailyresistance@systemli.org!

Soon, you will be able to download the issue as a PDF via dailyresistance.oplatz.net, as well. Subsequently, we will publish all the missing articles (this time in French, English, Arabic, Turkish, and German) on oplatz.net.

Informationen zum Familiennachzug für Menschen mit subsidiärem Schutz

Die Kampagne “Familienleben für alle!” hat ein nützliches Informationsblatt zum Familiennachzug von Menschen mit subsidiären Schutz veröffentlicht:

Infobrief-zu-Familiennachzug-für-Menschen-mit-subsidiärem-Schutz (PDF)

 

Liebe Leute mit subsidiärem Schutz,

اعزائي اصحاب الحماية الفرعية

wir haben in den letzten Wochen viele Informationen über die Visumverfahren von Familienangehörigen von subsidiär geschützte Flüchtlingen gesammelt. Diese Informationen möchten wir hier mit euch teilen – und ein paar Tipps geben.
Unsere Informationen sind zur Situation in Beirut, Erbil, Amman und Istanbul. Über die Situation an anderen Botschaften haben wir keine Informationen.

لقد جمعنا الكثير من المعلومات في الاسابيع الماضية حول لم الشمل لأسر اللاجئين الحاصلين على الحماية الثانوية , ونود مشاركة هذه المعلومات معكم واعطائكم بعض المعلومات
هذه المعلومات متعلقة بالحالة في السفارات الالمانية في بيروت , عمان , اربيل و اسطنبول اما بخصوص بقية السفارات فليس لدينا معلومات للاسف

Ablauf des Verfahrens:

طريقة سير الاجراء:

1. Die IOM verschickt an alle, die schon einen Termin gebucht haben eine E-Mail mit Informationen, welche Unterlagen man für den Visumsantrag braucht. Später ruft sie an und fragt, ob man alle Dokumente hat.

1. المنظمة الدولية للهجرة ترسل بريد الكتروني يحتوي معلومات حول الوثائق المطلوبة لاجل طلب الفيزا لجميع من قام بحجز موعد ويقومون لاحقا بالاتصال للسؤال اذا ما كان الشخص لديه جميع الوثائق

 

2. Wenn man sagt, dass man alle Dokumente fertig vorbereitet hat, kann es sein, dass man sehr kurzfristig einen Termin bekommt.

2. عندما يقول الشخص لهم ان لديه جميع الوثائق فمن الممكن ان يحصل على موعد بعد فترة وجيزة

! Tipp: Wenn man noch nicht alles fertig hat, ist es besser noch ein bisschen länger auf den Termin zu warten. Denkt auch daran, dass der Pass unterschrieben sein muss und syrische Beamte eine Erlaubnis für den Grenzübertritt brauchen.

نصيحة: اذا لم تكن لديك جميع الوثائق فمن الافضل الانتظار اطول قليلا . ولا تنسو ان جوازات السفر يجب ان تكون موقعة وانكم تحتاجون لتصريح سفر من المؤسسات السورية للخروج من القطر

 

3. Beim Termin überprüft die IOM, ob man alle Dokumente hat. Wenn etwas fehlt, wird man wieder weg geschickt. Nur wenn alle Dokumente vollständig und korrekt sind, kommt man zum nächsten Schritt: Eine Anhörung.

3. خلال الموعد تتحقق منظمة الهجرة الدولية اذا ما كانت جميع الوثائق لديكم , في حال نقصان شيء يتم تأجيل الموعد , اما في حال وجود جميع الوثائق يكنكم متابعة الاجراء : الحصول على جلسة استماع

 

4. Die IOM macht eine Anhörung, eine Art Interview. Das kann ein sehr langes Gespräch sein. Wir wissen von einem Fall, in dem das Gespräch drei Stunden gedauert hat. In diesem Gespräch müssen eure Ehemänner oder Ehefrauen alles! erzählen, was Gründe für eine „Humanitären Fall sein können:

4. جلسة الاستماع لدى منظمة الهجرة الدولية هي مثل المقابلة. وقد تطول جدا حيث نعرف حالة استمرت فيها المقابلة لثلاث ساعات . في هذه المقابلة يجب على زوجك او زوجتك حكي كل ما قد يعتبر اسباب لحالة انسانية

Ist eure Familie schon sehr lange getrennt? Warum, kann die Person, die in Deutschland ist, nicht zurück kommen? Gibt es die Möglichkeit in einem anderen Land zusammen zu leben?

امثلة: هل عائلتكم منفصلة منذ مدة طويلة ؟ ولماذا لايستطيع الشخص في المانيا العودة الى سوريا ؟ وهل من الممكن ان تعيشوا سويا في بلد اخر؟

Ist jemand in der Familie sehr krank? Kann diese Krankheit in Syrien nicht behandelt werden? Braucht die kranke Person Pflege, die nur ein Familienmitglied geben kann? Das müsst ihr mit einem ärztlichen Attest beweisen.

هل احد افراد العائلة مريض ؟ وهل هذا المرض لايمكن علاجه في سوريا ؟ هل يحتاج الى رعاية خاصة لايمكن ان يقدمها له سوى احد افراد العائلة ؟ كل هذا يجب اثبات صحته بتقارير طبية .

Leiden die Kinder unter der Familientrennung und haben psychische Probleme? Weinen sie oft, sind sie aggressiv, essen sie nicht genug oder zu viel? Haben sie schlechte Träume und das Bett ist morgens nass? Das alles sind Zeichen für seelische Probleme von Kindern – sprecht darüber! Werden die Kinder in der Schule oder in der Nachbarschaft beschimpft oder isoliert, weil ihr Vater/ ihre Mutter im Ausland ist? Müssen sie Angst haben? Können die Kinder in eine gute Schule gehen? Das alles sind wichtige Argumente dafür, dass das „Kindeswohl“ in Gefahr ist.

هل يعانون الاطفال من مشاكل نفسية بسبب تفرق العائلة؟ يبكون كثيرا, يتعاملون بعدوانية, هل ياكلون كفاية؟ هل تراودهم كوابيس مزعجة ويبللون السرير؟ هذه كلها علامات للمشاكل النفسية لدى الاطفال , هل يتم ذمهم او مضايقتهم لان والدهم او والدتهم خارج البلاد ؟ هل يحصلون على تعليم جيد؟ هذه كلها تعد حججا جيدة وتدل على ان حالة الاطفال بخطر.

Sind eure Familienmitglieder in Gefahr? Gibt es Probleme mit syrischen Behörden? Gibt es Drohungen von Nachbarn? Leben sie in einem Gebiet, in dem Kämpfe sind?

هل افراد عائلتكم بخطر؟ هل لديهم مشاكل مع المؤسسات الحكومية؟ هل يتم تهديدهم من قبل احد الجيران؟ هل يعيشون في مناطق في نزاعات مسلحة؟

Außerdem überprüft die IOM, ob ihr schon eine Familie wart, bevor die Person, die jetzt in Deutschland ist, geflohen ist.

غير ذلك فتقوم المنظمة الدولية للهجرة بالتحقق اذا ماكنتم عائلة قبل خروج الشخص الذي في المانيا من سوريا

! Tipp: Am besten bringt ihr Hochzeitsfotos oder Familienfotos mit.

نصيحة احضروا معكم صور قديمة معا او صور حفل الزفاف

! Wichtig: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schreiben alles auf, was ihr sagt. Die Informationen gehen nur zur Botschaft und zu deutschen Behörden – nicht zu syrischen Behörden oder den Behörden in Jordanien, dem Irak oder der Türkei.

مهم: الموظفين سيكتبون كل ما سوف تقولونه ولكن هذه المعلومات تقدم فقط للسفارة الالمانية والمؤسسات الالمانية ولن يتم ارسالها لاي مؤسسة سورية او لبنانية, عراقية , اردنية ….الخ

! Tipp: Wir empfehlen, alles was eure Ehefrauen / Ehemänner erzählen werden, auch vorher auf zu schreiben (auf Deutsch) und einen schriftlichen Antrag mit zu bringen. Der Antrag kommt dann zu der Akte des Visumsantrags. Wenn eure Familie kein Visum bekommt und ihr klagen wollt, ist das ein wichtiges Dokument.

نصيحة: اكتبوا مسبقا كل ما سيقوله افراد عائلتكم بالالمانية وقدموه كطلب رسمي في المقابلة حيث سيكون هذا الطلب مهم جدا في حال تم رفض طلب الفيزا واردتم الطعن في هذا القرار.

5. Die IOM leitet das Protokoll der Anhörung, euren Antrag und alle Dokumente an die Botschaft weiter.

Wenn die Botschaft akzeptiert, dass es Humanitäre Gründe für den Familiennachzug gibt, leitet sie den Antrag weiter an die zuständige Ausländerbehörde, das ist die Ausländerbehörde am Wohnort der Person, die schon in Deutschland ist.

5. مكتب الهجرة سيرسل اقوالكم في المقابلة والوثائق المقدمة للسفارة في حال وافقت السفارة واعتبرت ان يوجد اسباب انسانية للم الشمل سترسل السفارة طلبكم لمكتب الاجانب المسؤول ( هو مكتب الاجانب الموجود في مكان سكن الشخص في المانيا)

! Wichtig: Leider ist bisher nicht geplant, dass die Botschaft darüber informiert, ob sie humanitäre Gründe sieht. Das bedeutet, man weiß nicht, ob man eine Chance hat.

 ! مهم: للاسف لحد الان لم يتم التخطيط اذا ما كانت السفارة ستخبركم ان كانت ترى الاسباب مقنعة او لا هذا يعني انه لايمكن المعرفة اذا ما كانت لديكم فرصة او لا

 

6. Die Ausländerbehörde schreibt eine Stellungnahme und beschreibt, wie gut die Person, die schon in Deutschland ist, integriert ist. Kriterien dafür sind: Nachweise über Deutschkenntnisse (Prüfungen), Nachweise über Ehrenamtliches Engagement, eine Wohnung, Arbeit / Ausbildung / Studium.

Für gute Integration gibt es Pluspunkte für den Visumsantrag.

6. مكتب الاجانب سيكتب تعليقه ويشرح مدى حسن اندماج الشخص في المانيا , المعاير للاندماج الجيد هي اثباتات بمعرفة اللغة الالمانية (شهادات الامتحان) , اثباتات ان الشخص قام بعمل طوعي, اذا كان لديه شقة سكنية, يقوم بعمل تدريب مهني او يدرس بالجامعة.

الاندماج الجيد يحسن من فرص الموافقة على طلب لم الشمل.

Mache Ausländerbehörden schreiben eine Brief, und fragen nach Nachweisen – andere Ausländerbehörden entscheiden nachdem, was sie in den Akten haben. Das ist an jedem Ort anders.

بعض مكاتب الاجانب ترسل لكم بريدا وتطلب اثباتات وبعضهم يعتمد على مالديهم في ملفاتكم

Außerdem überprüft die Ausländerbehörde, die Atteste oder Nachweise, wenn ein Familienmitglied in Deutschland krank oder behindert ist.

بالاضافة الى ذلك يفحص مكتب الاجانب التقارير الطبية والاثباتات عندما يكون الشخص في المانيا مريض او لديه اعاقة

! Tipp: Wenn ihr Dokumente habt, die eure gute Integration beweisen, gebt sie am Besten schon zum Visumsantrag mit ab. Wenn ihr später noch neue Dokumente bekommt, schickt sie an die Ausländerbehörde und schreibt die Nummer des Visumsantrags, euren Namen und den Namen eurer Familienmitglieder dazu. Genauso macht ihr das mit aktuellen Attesten.

نصيحة: اذا كانت لديكم وثائق تثبت اندماجكم الجيد فمن الافضل تقديمها مع بقية الوثائق في المقابلة بالسفارة , وعندما تحصلون على وثائق جديدة او تقارير طبية جديدة ارسلوها الى مكتب الاجانب مع رقم طلب الفيزا الخاص بكم واسمك واسماء افراد عائلتك

7. Am Ende entscheidet das Bundesverwaltungsamt:

Das Bundesverwaltungsamt sucht unter allen Visumsanträgen, bei denen es Humanitäre Gründe gibt, 1000 Menschen pro Monat aus. Diese Menschen bekommen dann ein Visum von der Botschaft.

7. في النهاية يقرر المكتب الاتحادي الاداري :

المكتب الاتحادي الاداري يختار من بين جميع طلبات الفيزا التي لديها اسباب انسانية 1000 شخص شهريا, هؤلاء الاشخاص يحصلون بالنهاية على فيزا من السفارة

Menschen, die nicht ausgewählt werden bekommen keine Absage. Sie haben im nächsten Monat eine neue Chance ausgewählt zu werden , und dann im nächsten Monat, und dann im nächsten Monat… aber die Konkurrenz wird mit jedem Monat größer, denn es kommen jeden Monat neue „Humanitäre Fälle“ dazu.

الاشخاص الذين لا يتم اختيارهم في اول شهر لا يتم رفض طلباتهم بل يحصلون على فرصة اخرى في الشهر التالي واذا لم يتم اختيارهم هذا الشهر فيحصلون على فرصة اخرى في الشهر الذي يليه ….الخ

ولكن المنافسة تصبح كل شهر اصعب لانه كل شهر سكون هناك حالات انسانية جديدة .

Die Suchenden: Lesung der Neuerscheinung von Rodrigue Péguy Takou Ndie

Inspiriert durch eigene Erfahrungen thematisiert Romanautor und Dichter Rodrigue Péguy Takou Ndie in dem Roman “Die Suchenden” die traumatisierenden Auswirkungen von Neokolonialismus, europäischem Grenzregime, deutschem Asylsystem und alltäglichem Rassismus. Es ist bereits die zweite Veröffentlichung von Afrique-Europe-Interact (AEI) nach dem 2014 erschienen Titel “Mein Weg vom Kongo nach Europa. Zwischen Widerstand, Flucht und Exil” von Emmanuel Mbolela. Rodrigue Péguy Takou Ndie ist auch bei AEI aktiv.

 

Buchvorstellung am 29.08.2018 in Berlin

Mittwoch, den 29.8.2018 um 20:00 Uhr

Buchladen Schwarze Risse

Gneisenaustr. 2a

Metro-Station Mehringdamm

Eintritt: Frei !

 

Vor ihm Ungewissheit, hinter ihm Leiden, in ihm Verzweiflung. Ein Zurück gibt es für den Suchenden nicht, denn »wer als Verlierer zurückkehrt, legt sich eine Kreuzotter um den Hals«. Aber er will auch nicht als ›Leidender‹ enden wie sein Onkel Djo Ngo’o: zerrieben zwischen den eigenen Idealen und einem Umfeld, das Idealisten nicht duldet.

Inspiriert durch eigene Erfahrungen stellt Péguy Takou Ndie in seinem dritten Roman existentielle Fragen: Wie lassen sich Menschlichkeit und Hoffnung bewahren, wenn ›Überleben‹ bedeutet, nicht zurückblicken und mitfühlen zu dürfen – mit denen, die von Schleppern in der Wüste ausgesetzt verdursteten oder erschlagen wurden von marokkanischen Polizisten? Wenn hinter jedem Hindernis ein weiterer Traum zerplatzt, hinter den messerscharfen Zäunen von Melilla immer nur weitere Zäune warten? Wenn der einzige Freund und Ratgeber seit bald zwei Jahrzehnten in einem Lager irgendwo in Deutschland dahinvegetiert und auf seine Abschiebung wartet?

»Die Suchenden« ist ein schonungsloser Roman. Schonungslos gegenüber zerstörten Herkunftsgesellschaften, brutalen Verhältnissen in Nordafrika und Europa, Profiteuren und Ignoranten – schonungslos aber auch gegen den Suchenden selbst.

Die scharfe Analyse der traumatisierenden Auswirkungen von Neokolonialismus, europäischem Grenzregime, deutschem Asylsystem und alltäglichem Rassismus geht einher mit einer bildreichen Sprache, mit eindringlich dichten Beschreibungen und einem wunderbaren Sinn fürs Absurde.

 

Zum Autor

Rodrigue Péguy Takou Ndie wurde im Dezember 1981 in Bafoussam / Kamerun geboren und verbrachte hier seine Kindheit und Jugend. An der Universität Yaoundé studierte er Wirtschaftswissenschaften, arbeitete dann aber als Autor und Schriftsteller. Aus politischen Gründen musste Péguy Takou Ndie im Jahr 2013 aus Kamerun fliehen. Mittlerweile lebt er in Deutschland, wo er sich u.a. bei dem Netzwerk Afrique-Europe-Interact engagiert.

In Frankreich sind bereits zwei Romane (»Les Retrouvailles« und »Le Fardeau de nos pères«) von Péguy Takou Ndie erschienen, außerdem ein Gedichtband (»Les complaintes de l’exilé«) und eine Sammlung von Liebesgedichten (»Les 90 Graines de l’Amour«).

 

Anti-Deportation Café on Aug. 23rd

ANTI-DEPORTATION CAFÉ
Soli-küfa + Musik
20:00 Vegane Soli-Küfa 
21:00 Live Musik – Birds and Coughs (psychedelic pop) 
In Berlin finden ständig Abschiebungen statt. Allabendlich droht Menschen ohne deutschen Pass, die dem System nicht in den Kram passen, die Gefahr von Polizeirazzien. Menschen werden aus ihren Betten geholt und in Abschiebeflugzeuge gezwungen. Das passiert überall: in Flüchtlingsunterkünften, in unserer Nachbarschaft, in Wohnungen um die Ecke. Während die meisten Menschen in Berlin schlafen, verübt das deutsche Grenzsystem seine rücksichtslose Praxis der Ausweisung.
Wenn der Staat diese Art von Gewalt entfesselt, müssen wir uns ihnen in den Weg stellen. Unsere kollektive Stärke kann Netzwerke praktischer Solidarität schaffen. Unser Engagement kann eine Umgebung schaffen, in der Menschen sich sicherer fühlen. Lasst uns nicht ihre Abschieberazzien durchschlafen, sondern organisieren wir uns selbst, um Widerstand zu leisten und zu kämpfen, für das Recht zu bleiben für alle!
Das Anti-Deportation-Café steht nicht nur für Essen, Trinken und Musik: Lasst es einen Ort sein, an dem wir kollektiv unseren Widerstand organisieren! Es wird leckeres pakistanisches Essen geben, die Einnahmen sind für den Kämpf für Bleiberecht.
*******ENGLISH************
In Berlin, deportations happen all the time. Every night, the danger of police raids looms for people without German passports, who the system wants to get rid of. People are taken out of their beds and forced on deportation planes. This takes place all around Berlin, in refugee accommodation centers in our neighbourhoods and in apartments around the corner. While most of Berlin sleeps, the German border system enacts its ruthless practice of expulsion.
When the state unleashes this kind of violence, it is up to us to stand in their way. It is our collective strength that can create underground networks of practical solidarity. It is our involvement that can create environments where people can feel safer. Let us not sleep through their deportation raids, but instead organise ourselves to resist and fight for the right to stay for everyone!
The Anti-Deportation Café will not just be for food and drinks, but let it be a space where we collectively organise our resistance! We will have nice Pakistani food, donations will go to the struggle for the right to stay.
*********FRANCAIS***********
Des déportations ont lieu constamment à Berlin. Tous les soirs, les personnes sans passeport allemand qui n’entrent pas dans le système sont menacées de perquisitions policières et sont sorties de leurs lits et forcées de prendre l’avion de déportation. Cela se produit partout: dans les camps pour réfugiés, dans notre quartier, dans les appartements au coin de la rue. Alors que la plupart des habitants de Berlin dorment, le système de frontière allemand applique sa pratique impitoyable de l’expulsion.
Si l’État déclenche ce genre de violence, nous devons les en empêcher. Notre force collective peut créer des réseaux de solidarité pratique. Notre engagement peut créer un environnement dans lequel les gens se sentent plus en sécurité. Ne dormons pas pendant leurs opérations d’expulsion, organisons nous, pour résister et se battre, pour rester pour le droit de tous!
Le Café Anti-Déportation ne se limite pas à la nourriture, aux boissons et à la musique : qu’il soit un lieu où nous organisons collectivement notre résistance! Il y aura de la nourriture pakistanaise délicieuse, les revenus seront utilisés pour la lutte pour le droit de rester.

KUFA et discussion. AnKER centres 21 August at 7pm at Zielona Gora

Corasol Ankerzenter

FR en bas

AnKER-Centres: a trip into the new closed centres for refugees

In March this year the German government included the idea of establishing a new model of shelters, the so called AnKER-centres, in its plans. These centres are also mentioned in the migration Master Plan published by Minister Seehofer a few weeks ago.

These centres will not simply be reception centres for people claiming asylum. AnKER stands for Reception, Decisions and Returns (Aufnhame, Entscheidungs und Rückfürungs). These centres will be huge establishments, similar to prisons, which will serve difference functions; namely, the reception of asylum seekers but also the deportations of those whose asylum claim is rejected.

What are the consequences for refugees? They will be requested to stay in these centres until a decision on their asylum application is taken. They will have to live in these prisons up to 18 months. Authorities, such as the BAMF and the Ausländebehörde, will dispatch representatives in these centres. That means that people will have less opportunities to leave these centres to attend appointments for example; refugees will face even a further degree of isolation than nowadays. These centres are an instrument to enhance the control and surveillance of refugees and to cut their ties with the external world. Refugees will live in segregation and with no privacy.

We invite you all to join the activists of Corasol on 21 August at 7pm at Zielona Gora (Grünbergerstr. 73, Berlin) for a presentation and discussion about the AnKER-centres.

Les centres AnKER: un voyage dans les nouveaux centres fermés pour les réfugiés

En mars de cette année, le gouvernement allemand a inclut l’idée d’établir un nouveau modèle de centres d’accueil, les centres AnKER, dans ses plans. Ces centres ont été aussi mentionnés dans le nouveau Plan General pour la migration qui a été publié par le Ministre Seehofer il y a quelques semaines.

Ces centres ne seront pas juste des nouveaux centres d’accueil pour les demandeurs d’asile. AnKER veut dire Accueil, Décisions et Retours (Aufnhame, Entscheidungs und Rückfürungs). Ces centres seront des grands établissements, semblable à des prisons, qui auront plusieurs fonctions, plus précisément l’accueil des demandeurs d’asile mais aussi les expulsions de ceux dont la demande d’asile aura été rejetée.

Quelles sont les conséquences pour les réfugiés ? Ils devront rester dans ces centres jusqu’au moment où une décision concernant leur demande d’asile sera prise. Ils devront vivre dans ces prisons pendant une période qui peut aller jusqu’à 18 mois. Les autorités, comme par exemple le BAMF et les Ausländebehörde, enverront leurs représentants dans ces centres ainsi que les gens auront moins d’opportunités de les quitter pour se rendre à des rendez-vous par exemple. Les réfugiés seront soumis à un isolement encore pire qu’aujourd’hui. Ces centres constituent un instrument pour renforcer le contrôle et la surveillance des réfugiés et pour couper leurs liens avec l’extérieur. Les refugies y vivront ségrégés et sans intimité.

On vous invite tou.s.tes à rejoindre les activistes de Corasol le 21 août à 19 h à Zielona Gora (Grünbergerstr. 73, Berlin) pour une présentation et une discussion concernant les centres AnKER.

 

 

1. August 2018: Demo vor dem Auswärtigen Amt

هل حصلت على الحماية الفرعية وتريد أخيراً أن تحضر عائلتك لعندك في شهر آب ؟؟
هل أنت غاضب من قِلة المعلومات الدقيقة الموجودة في الإنترنت ؟؟
هل قمت بزيارة مراكز إستشارية وسمعت هناك بأنهم لا يستطيعون الإجابة على الكثير من الأسئلة حول القانون الجديد ؟؟
هل أنت غاضب لأنك تريد الآن أن تعرف، متى ستحصل عائلتك على الموعد ؟؟

!! إذاً شارك معنا بالمظاهرة أمام وزارة الخارجية الألمانية في برلين
! سنطالب بمعلومات فورية وواضحة عن لم الشمل

!! إذاً شارك معنا بالمظاهرة أمام وزارة الخارجية الألمانية في برلين

Du hast den subsidiären Schutz und willst ab August endlich deine Familie zu dir holen?
Ärgerst du dich, weil du zu wenig sichere Informationen im Internet findest?
Hast du Beratungsstellen besucht und dort gehört, dass sie viele Fragen zum neuen Gesetz noch nicht beantworten können?
Bist du wütend, weil du endlich wissen willst, wann deine Familie einen Termin hat?


Dann mach mit uns eine Demo vor dem Bundesaußenministerium in Berlin! Wir fordern sofortige klare Informationen über Familiennachzug!

Mittwoch 01.08.2018, 10:00 Uhr
vor dem Auswärtigen Amt
Werderscher Markt 1, 10117 Berlin

Online:

1. August 2018: Demo vor dem Auswärtigen Amt

Willkommen أهلاً بكم

Ein kurzer Bericht von KARAWANE – A short report by KARAWANE

-ENGLISH BELOW-

Offenes Treffen der KARAWANE für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen

Am 23. und 24. Juni 2018 fand ein offenes und bundesweites Treffen der KARAWANE der Flüchtlinge und MigrantInnen in Berlin statt. Neben den Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Berlin und Umgebung waren weitere aus Jena, Magdeburg und Wuppertal angereist. Die größte Gruppe bildeten die alleinstehenden oder alleinerziehenden afghanischen oder iranischen Frauen aus Magdeburg da.

Nach der Begrüßung und Vorstellung konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Treffens ihre Anliegen und Sorgen und vor allem ihre Erwartungen an dem Treffen miteinander teilen. Bereits hier zu Beginn wurde schnell deutlich, wie sehr die aktuellen öffentlich geführten politischen Diskussionen und die Verschärfungen der Gesetze die Flüchtlinge verunsichern. Im Zentrum all dieser Sorgen stehen Abschiebungen in sogenannten „sicheren Drittstatten“ sowie in die Herkunftsländer.

­Bundesdeutsche Asylpraxis versus Menschenrechte und Genfer Flüchtlingskonvention

Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern war die aus ihrer Sicht willkürliche Unterscheidung und Kategorisierung der Flüchtlinge nach ihrer Herkunft, Geschlecht oder Familienstand unverständlich und rassistisch. Sie fragten sich, warum zwischen Flüchtlingen aus Afghanistan oder Syrien unterschieden werde, obwohl in beiden Ländern seit Jahren der Krieg wüte. Sie wunderten sich auch darüber, dass keiner über den afrikanischen Kontinent spricht, obwohl dieser ebenfalls von kriegerischen Auseinandersetzungen gekennzeichnet ist und politische Verfolgung in vielen Ländern an der Tagesordnung ist. Ob denn die universellen Menschenrechte und die Genfer Flüchtlingskonvention nicht gleichermaßen für alle gelten, wollten einige wissen, denen durch die Diskussion mit anderen, vor allem in den für sie verständlichen Sprachen, die Unterschiede erst bewusst und klar wurden.

Isolation in Lagern und Einschränkung der Gesundheitsversorgung

Frauen erzählten von den schweren Lebensbedingungen in den Isolationslagern für Flüchtlinge in Sachsen-Anhalt. Vor allem die alleinerziehenden Frauen mit kranken Kindern erzählten von den Erniedrigungen durch die Behörden und der Vorenthaltung von medizinischen Leistungen, welche durch das Asylbewerberleistungsgesetz vorgegeben werden. Andere erzählten vom Leben in den Isolationslagern in Brandenburg und den nächtlich im dunklen vollzogenen Abschiebungen. Die Angst vor schlimmeren Abschiebelagern ausgelöst durch populistischen Diskussionen innerhalb der Regierungsparteien und den Parlamentariern setzen zahlreichen Flüchtlingen zu.

Tagtäglicher Rassismus und Diskriminierung

Einige berichteten über ihre Erfahrungen bei der Job- oder Wohnungssuche. Es ist anscheinend so viel Angst vor den Flüchtlingen in den letzten Jahren geschürt worden, dass viele immer wieder bei den Versuchen einen Job oder Wohnung zu finden scheitern. Entweder ist das Kopftuch oder die andere Hautfarbe das Problem. Hinzu kommt die Schwierigkeit, dass Schulabschlüsse oder akademische Grade aus anderen Ländern kaum anerkannt oder degradiert werden.

Zunahme der Angriffe auf Flüchtlinge und ihre Rechte

Im Angesicht der juristischen Entrechtung der Flüchtlinge seit Beginn 2016 nach der sogenannten Willkommenskultur im Oktober 2015, den im Anschluss geführten Hetzkampagnen zur Kriminalisierung einzelner Gruppen und der öffentlichen allgemeinen Hetze erwarten die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Intensivierung der Abschiebungen und noch mehr Tote an den blutigen Mauern der Festung Europa. Ferner beobachten sie bereits eine Entsolidarisierung nicht nur zwischen den einzelnen Flüchtlingsgruppen sondern auch aufgrund der unterschiedlichen Kriminalisierungskampagnen und der rassistischen Hetze eine immer größer werdende Kluft zwischen den Flüchtlingen und den Menschen in dieser Gesellschaft.

Solidarität, Selbstbestimmung und Organisierung

In der Diskussion wurde allen klar, dass der Schlüssel für die Verteidigung ihrer Rechte die Selbstorganisierung sei. „Dort wo wir sind, in den Isolationslagern, in den Gemeinden und Städten müssen wir für uns definieren, was mit uns geschieht und uns für unsere Rechte einsetzen. Diese müssen wir öffentlich anprangern und die tagtäglich verbreiteten Lügen entlarven. Die Organisierung bedeutet, dass wir das erfahrene Unrecht benennen und uns mit denjenigen, die ebenfalls ausgeschlossen und betroffen sind, zusammenschließen. Dabei müssen wir die uns aufgesetzten Spaltungen überwinden. Erst wenn wir für uns klar haben, was unsere gemeinsamen Forderungen und Ziele sind, dann können wir auch mit anderen in der Gesellschaft Allianzen eingehen.“ In der Diskussion wurde auch ausgiebig über die Rollen der Nichtregierungsorganisationen oder karitativen Einrichtungen gesprochen. Diese können alle im Rahmen der Gesetze handeln und arbeiten entsprechend ihres Auftrages von den Eigentümern. Wenn aber die Gesetze die universalen Menschenrechte oder die Genfer Flüchtlingskonventionen verletzen, wenn die Regierungen, bei denen Flüchtlinge Schutz suchen, mit verantwortlich sind für das Elend, aus dem sie geflohen sind, wenn alle Parteien nach rechts rücken, bleibt auch keine andere Alternative, als sich selbst zu organisieren. Eine Aktivistin fasste zusammen: „Das sind die Lehren aus über 20 Jahre Kampf von THE VOICE Refugee Forum und der KARAWANE für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen. Die menschlichen Grundrechte auf Leben, Bewegungsfreiheit und Würde sind unantastbar, müssen aber tagtäglich erkämpft werden. Sie können in einzelnen Kampagnen von Einzelpersonen oder Gruppen für die Verteidigung unseres Lebens geführt werden, helfen aber gleichzeitig vielen anderen betroffenen und geben Kraft für den weiteren Kampf.“

Kommende Aktivitäten und Zusammenkünfte

Am 14. und 15. Juli 2018 findet wieder ein offenes Treffen der KARAWANE Flüchtlingsfrauenbewegung in Hamburg statt. Dort werden unter anderem über mögliche Kampagnen zur Verteidigung von in Berlin anwesenden Flüchtlingsfrauen gesprochen.

Am 8. September 2018 organisiert die KARAWANE für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen in Wuppertal ein Fest der Solidarität anlässlich des 20-jährigen Bestehens des KARAWANE-Netzwerks. Das Fest wird einerseits die Lehren der letzten 20 Jahre im Kampf gegen Ausbeutung, Abschiebung und Internierung in Isolationslager der neueren Generation von Flüchtlingen und Interessierten präsentieren und andrerseits eine Demonstration der Solidarität und des Zusammenhalts zwischen Unterdrückten und Ausgeschlossenen sein, unabhängig von Hautfarbe, Geschlecht, Religion oder Geburtsort.

Vom 4. Bis 7. Oktober schließlich wird anlässlich des 24. Geburtstages von THE VOICE Refugee Forum in Jena ein weiterer Akt des Refugee Black Box aufgeschlagen. Mit Installationen und andere kreative Ideen werden Flüchtlinge ihre Erfahrungen und Schmerzen dokumentieren. Das Refugee Black Box ist wie das Black Box eines Flugzeuges und dokumentiert die Erfahrungen der Flüchtlings Community.

Bei Interesse oder Fragen könnt ihr euch an die folgenden E-Mail-Adressen wenden:

  • und 15. Juli – Treffen der KARAWANE Flüchtlingsfrauenbewegung in Hamburg (???)
  • September 2018 – Fest der Solidarität in Wuppertal – 20 Jahre Kampf gegen Ausbeutung, Abschiebung und Internierung in Isolationslager
    Kontakt: Araz Ardehali, wuppkarawane at yahoo.de, Telefon 01788530701 (ab 19:00 Uhr)
  • bis 7. Oktober 2018 Refugee Black Box in Jena (http://thevoiceforum.org/node/4541)

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ENGLISH

 

KARAWANE for the rights of refugees and migrants                                             Berlin, June 23 and 24, 2018

On 23th and 24th June 2018 an open and nationwide meeting of the KARAWANE of refugees and migrants took place in Berlin. In addition to the participants from Berlin and the surrounding area, people from Jena, Magdeburg and Wuppertal came, too. The largest group were single Afghan and Iranian women from Magdeburg.

After the welcome and the presentation, the participants of the meeting were able to share their concerns and their expectations of the meeting. Soon it became clear how much the current public political discussions and the tightening of the laws effected, agitated and worried the refugees. At the centre of all these concerns were the deportations to so-called “safe third countries” and to the countries of origin.

German asylum practice vs. human rights and the Geneva Refugee Convention

For the participants, the arbitrary differentiation and categorization of the refugees according to their origin, gender or marital status was incomprehensible and racist in their point of view. They wondered why a difference is made between refugees from Afghanistan or Syria, although the war has been raging in both countries for years. They were also surprised that nobody talks about the African continent, although it is also marked by armed conflicts and daily political persecution in many countries. Whether universal human rights and the Geneva Convention on Refugees do not apply equally to everyone was something that some people wanted to know when they discussed the differences with others, especially in the languages they understood.

 

Isolation in camps and restriction of health care

Women talked about the difficult living conditions in the isolation camps for refugees in Sachsen-Anhalt. Especially the single women with sick children told of the humiliations by the authorities and the withholding of medical services, which are prescribed by the Asylum Seeker Benefits Act. Others told about life in the isolation camps in Brandenburg and the deportations at night in the dark. The fear of worse deportation camps triggered by populist discussions within the ruling parties and parliamentarians is afflicting numerous refugees.

Daily racism and discrimination

Some reported on their experience in finding a job or a place to live. It seems that the German society has been built so much fear against refugees in recent years that many of them fail again and again in their attempts to find a job or an apartment. Either the headscarf or skin colour is the problem. In addition, there is the difficulty that school degrees or academic degrees from other countries are hardly recognised or degraded.

Increase in attacks on refugees and on their rights

In the face of the legal deprivation of the rights of refugees since the beginning of 2016 following the so-called welcome culture in October 2015, the subsequent smear campaigns to criminalise individual groups and the public general agitation, most participants expect an intensification of deportations and even more deaths at the bloody walls of Fortress Europe. Furthermore, they are already seeing an ever-widening gap between refugees and the people in this society, not only between the individual refugee groups but also because of the different criminalisation campaigns and the racist agitation.

 

Solidarity, self-determination and organisation

In the discussion it became clear to everybody that the key to defending their rights was self-organization. “Wherever we are, in the isolation camps, in the communities and cities, we must define for ourselves what happens to us and stand up for our rights. We must publicly denounce them and expose the lies spread on a daily basis. The organization means that we call the experienced injustice and join forces with those who are also excluded and affected. In doing so, we must overcome our divisions. Only when we know what our common demands and goals are can we enter into alliances with others in society”. The roles of non-governmental organisations or charitable organisations were also discussed extensively in the discussion. They can all act within the framework of the law and work according to their mandate from the owners. But if the laws violate universal human rights or the Geneva Refugee Conventions, if the governments with which refugees seek protection are partly responsible for the misery from which they have fled, if all parties move to the right, there is no alternative but to organise themselves. One activist summed up: “These are the lessons of more than 20 years of struggle between THE VOICE Refugee Forum and KARAWANE for the rights of refugees and migrants. The fundamental human rights to life, freedom of movement and dignity are inviolable, but they must be fought for every day. They can be led in individual campaigns by individuals or groups for the defense of our lives, but at the same time it would help many others concerned and give strength for the further fight.

Upcoming activities and meetings

On July 14 and 15, 2018, another open meeting of the KARAWANE refugee women’s movement will take place in Hamburg. Among other things, possible campaigns to defend refugee women present in Berlin will be discussed there.

On 8 September 2018, KARAWANE for the rights of refugees and migrants in Wuppertal is organising a festival of solidarity to mark the 20th anniversary of the KARAWANE network. On the one hand, the festival will present the teachings of the last 20 years in the fight against exploitation, deportation and internment in isolation camps of the newer generation of refugees and interested parties, and on the other hand, it will be a demonstration of solidarity and cohesion between the oppressed and excluded, regardless of skin colour, gender, religion or place of birth.

Finally, on the occasion of the 24th birthday of THE VOICE Refugee Forum in Jena, another act of the Refugee Black Box will be opened from October 4 to 7. With installations and other creative ideas, refugees will document their experiences and pains. The Refugee Black Box is like the black box of an airplane and documents the experiences of the refugee community.

If you are interested or have any questions, please contact the following e-mail addresses:

  • 14 and 15 July – Meeting of the KARAWANE refugee women’s movement in Hamburg
  • September 8, 2018 – Solidarity Festival in Wuppertal – 20 years of struggle against exploitation, deportation and internment in isolation camps
  • Contact: Araz Ardehali, wuppkarawane at yahoo.de, phone 01788530701 (from 19:00 h)
  • October 4 to 7, 2018 Refugee Black Box in Jena (http://thevoiceforum.org/node/4541

Keine Schlupflöcher für Menschenrechtsverletzungen! Pressemitteilung des Berliner Bündnis gegen Abschiebungen nach Afghanistan (12.07.2018)

Unbehelligt von der Öffentlichkeit schiebt die rot-rot-grüne Berliner Regierung am 3. Juli einen Mann nach Afghanistan ab und beteiligt sich so erstmals an einer Sammelabschiebung nach Afghanistan. Die Unmenschlichkeit und politische Verantwortungslosigkeit einer jeden Abschiebung nach Afghanistan lässt sich jedoch weder durch eine Haftstrafe, noch als eine Einzelentscheidung rechtfertigen oder schönreden.

Abschiebungen und die Entziehung des Menschenrechts auf ein Leben in Sicherheit dürfen nicht zum Werkzeug des Strafrechts oder gar als eine Doppelbestrafung eingesetzt werden. Eine solche Politik etabliert rechtliche Doppelstandards, vermischt aus gutem Grund getrennte Rechtsgebiete und untergräbt damit in einschneidender Weise rechtliche
Grundprinzipien der Demokratie.

Selbst  wenn – wie von Innensenator Geisel bestätigt – die Berliner Linie beibehalten wird, trägt diese Abschiebung nach Afghanistan doch dazu bei, diese aufzulösen und setzt die Vorstellung um, dass das Leben von afghanischen Menschen es nicht wert ist geschützt zu werden. Angesichts der weiterhin praktizierten Dublin-Abschiebungen in EU-Länder, wo Menschen eine Abschiebung nach Afghanistan droht, ist ohnehin fraglich, ob von einer Berliner Linie die Rede sein kann.

Dass der Berliner Innensenator sich in diesen Zeiten dazu hinreißen lässt, gemeinsame Sache mit eben jener CSU zu machen, deren aktuelle nationalistische und durch Rassismus legitimierte Forderungen vor 10 Jahren inhaltlich noch der NPD zugeordnet worden wären, ist erschreckend.

Der Stolz, mit dem die Bayerische CSU-Regierung die Zahl von 69 Afghanen präsentiert, die von der Sammelabschiebung betroffen waren, ist in Anbetracht der Lage des Landes schlicht abscheulich. Die zynische Aussage des Innenministers Horst Seehofer, der seinen 69. Geburtstag flapsig mit den 69 abgeschobene Menschen nach Afghanistan in Verbindung bringt, ist zutiefst zu verurteilen und zeigt einmal mehr seine Unmenschlichkeit. Jamal Nasser M., einer der 69 abgeschobenen Menschen, hat sich erhängt. Dies ist traurig, schrecklich und darf sich nicht wiederholen. Die rassistische Stimmungsmache, das Spielen mit Leben und Tod, das unmenschliche Handeln muss endlich ein Ende finde.

Afghanistan versinkt in ökonomischer Krise, Krieg, Terror und Gewalt. Behauptungen, der letzte Lagebericht des Auswärtigen Amtes belege das Gegenteil, beweisen nur erneut, wie sehr die Realität für politische Zwecke umgekehrt wird.

12.000 Berliner*innen haben am Samstag auf der Straße klar gemacht, dass sie die unmenschliche und mörderische Migrationspolitik, die von rechten Kräften in Deutschland und der EU gefordert und Schritt für Schritt durchgesetzt wird, nicht hinnehmen und dass jedes Menschenleben zählt. Die Berliner*innen möchten keine weiteren durch die Politik und die
Regierungsparteien zu verantwortenden Toten, weder durch Verhinderung von Seenotrettung im Mittelmeer, noch durch zwangsweise Abschiebung in den Krieg!

Gestern zeigten sich erneut viele Berliner*innen bei der Demonstration “Kein Schlussstrich” solidarisch mit den Familien, Betroffenen und Hinterbliebenen von rassistischen Morden. Rassismus muss benannt werden. Abschiebungen sind ein starker Ausdruck von Rassismus. Rassismus ist das Problem und dem muss entschlossen entgegengetreten werden.

Abschiebungen nach Afghanistan, wo eine Gefahr für Leib und Leben droht, dürfen nicht zum Mittel des Strafrechts ernannt werden!

Eine Berliner Linie darf keine Schlupflöcher für Menschenrechtsverletzungen haben.

Wir fordern die Berliner Regierung dazu auf, klar Stellung für eine menschliche Migrationspolitik zu beziehen und sofort einen allgemeinen Abschiebestopp nach Afghanistan zu erlassen!

Rückfragen schriftlich unter: bleibistan.berlin@posteo.de

Afghanistan Berliner Bundnis gegen Abschiebungen

Daily Resistance picnic on Sunday, July 15th, from 15:30

Dear supporter,

it is about two and a half years ago now that we have published the first edition of Daily Resistance. To celebrate that this newspaper still exists, we would like to invite all of you who were involved in Daily Resistance and made it possible as it is!

So to thank you all for your contributions, to socialize, exchange and simply to meet personally and not always only via e-mail, we invite you to a cosy PICNIC on July 15th from 15:30 at Tempelhofer Feld

On the east side of the small gardens, close to entrance Herrfurthstraße: https://goo.gl/maps/CK4zPaZE4rP2
If the weather should be bad, we will meet in Café Karanfil, Mahlower Straße 7.

We would be very happy to see you there and are looking forward to meet you soon!
In case the date is inconvenient for you but you want to join, please let us know!

Your Daily Resistance Editorial Group

Aufruf: Demonstrieren für sichere Häfen am 07.07. in Berlin!

Menschen auf dem Mittelmeer sterben zu lassen, um die Abschottung Europas weiter voranzubringen und politische Machtkämpfe auszutragen, ist unerträglich und spricht gegen jegliche Humanität. Migration ist und war schon immer Teil unserer Gesellschaft! Statt dass die Grenzen dicht gemacht werden, brauchen wir ein offenes Europa, solidarische Städte, und sichere Häfen.

Seehofer, Salvini, und Kurz nutzen die Not von Menschen auf hoher See aus um ihre eigenen Machtkämpfe auszutragen. Sie treten damit internationale Menschenrechte mit Füßen. Das ist unerträglich und widerwärtig.

Viele schwerkranke Menschen auf der Lifeline und schon auf anderen Schiffen vorher mussten tagelang auf hoher See ausharren, bis der gesellschaftliche Druck so groß wurde, dass Seehofer und Konsorten nicht mehr anders konnten, als die Lifeline anlegen zu lassen. Zu diesem Zeitpunkt hatten bereits mehrere Städte und Länder angeboten, die Menschen auf der Lifeline aufzunehmen.

Doch statt die Solidarität innerhalb der Bevölkerung anzuerkennen, versucht Seehofer immer weiter Seenotrettung zu kriminalisieren. Die Crew der Lifeline wird nun von Seehofer vor Gericht gestellt.

In diesen Minuten, Stunden, und Tagen laufen weiterhin Boote aus den Häfen Libyens aus und die Menschen darauf werden keine Hilfe erhalten, denn aufgrund der angespannten Situation ist kein einziges Rettungsschiff mehr auf dem Mittelmeer. Das heißt: Jeden Tag sterben hunderte Menschen auf dem Weg nach Europa. Das ist eine unfassbare humanitäre Katastrophe, die verhindert werden muss.

Seehofers Plan ist es, dass keine Schiffe mehr auslaufen können.

Wir wollen genau das Gegenteil: Nicht weniger Rettung, sondern viel viel mehr!

Mehr Informationen unter seebruecke.org

Sprachcafe und Informationstreffen Lager Mobilisation Network Berlin

lmnb-flyer-einladung deutsch/farsi/franzosisch/englisch

Liebe Menschen,
In unserem neuen Sprachcafé und Informationstreffen versuchen wir Menschen zusammenzubringen, die…

• Deutsch lernen möchten
• oder sich über ihre Rechte informieren
• sowie zu Problemen austauschen wollen.

Wir laden Euch wöchentlich ein und Ihr könnt dabei kostenlosen Tee, Kaffee oder Kuchen genießen und gemütlich über Themen sprechen, die Euch bewegen. Wir organisieren auch Veranstaltungen, bei denen wir Probleme in Lagern besprechen und nach kollektiven Lösungsansätzen suchen.

Unser Informations- und Sprachcafétreffen findet immer Samstag, den 30.06.2018 und 07.07.2018 von 14-18 Uhr in der Friesenstraße 6. statt. Die Räume sind
kinderfreundlich und barrierearm.

Lager Mobilisation Network Berlin – short
Lagermobi – can also be found on Facebook: https://bit.ly/2xZjPBJ

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مردم عزیز:
به اطلاع می رسانیم در اشپراخ کافی جدید ما، تلاش میشود مردم را کرد هم اوریم ،‌اعم از کسانی که مایل به یاد گیری زبان المانی هستند و کسانی که قصد دارند از حقوق قانونی خود اگاه شوند و مشکلاتشان را با دیگران در میان گذارند. در این جلسه ها ما میتوانیم آسوده خاطر در مورد در مورد موضوع ها با یک دیگر بحث وگفتگو کنیم و به دنبال راه حل باشیم.

وعده ما هر یکشنبه از تاریخ ۳۰.۰۶.۲۰۱۸ از ساعت ۱۸-۱۴
همراه با پذیرایی رایگان جایی، قهوه و کیک.
آدرس: Frisenstrasse, 6

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Language Café and Information meeting,
Lager Mobilisation Network Berlin

Dear people.
In our new language café and information meeting we try to bring together people who want…
to learn German,
to inform themselves about their rights
as well as to solve problems.

We invite you weekly and you can enjoy a free tea, coffee or cake and talk comfortably about topics that move you. We also organise events where we discuss problems in camps and look for collective solutions.

Our information and language café meeting takes place on Saturday, 30.06. and 07.07.2018 from 14-18 o’clock in the Friesenstraße 6. The rooms are child-friendly and barrier-free.

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Café des langues et rencontre d’information,
Lager Mobilisation Network Berlin

Chers humains,
Dans notre nouveau café de langues et notre rencontre d’information, nous essayons de réunir des gens qui…..
• apprennent l’allemand
• ou veulent s’informer sur leurs droits
• ainsi de s’échanger de différents problèmes.

Nous vous invitons chaque semaine et vous pouvez déguster gratuitement un thé, café ou gâteau et parler confortablement de sujets qui vous touchent. Nous organisons également des événements où nous discutons des problèmes dans les camps et cherchons des approches collectives.

Notre café d’information et de langue a lieu tous les samedis 30.06.et 07.07.2018 de 14h a 18h dans la Friesenstraße 6. Les chambres sont adaptées aux
enfants et sans obstacles

48. Edition: Listen to/ Hört THE VOICES with Mbolo Yufanyi, and Co.

Karawane Network

On Reboot FM 88,4 MHz in Berlin & 90,7 MHz in Potsdam.
Saturday 23rd of June 2018/ Samstag 23. Juni 2018
Time/Zeit: 6pm/um 18:00 Uhr

TOPICS OF THE PROGRAM:
• Refugee / Migrant Community Media Networking: Engaging the Black Box Challenges: Idealism or Realism / Flüchtlingen / Migranten Community-Medien Vernetzung: Die Black-Box-Herausforderungenen engagieren: Idealismus oder Realismus

Photo: PEACE Germany
We will be with 2 Guest in the studio / Wir werden mit 2 Gästen im Studio sein.

If you missed the last show, click here or the link below to listen.
https://www.mixcloud.com/rebootfm/voices-mai/

Further actions:
The Caravan meeting/ Das Karawane Treffen
We write to invite you to the upcoming open Caravan meeting in Berlin, to take place on the 23rd and 24th of this month (June 2018)
The Caravan Network in Berlin invites you to take part in our next open meeting.
Venue: In Mehringhof (Gneisenaustr. 2A, 10961 Berlin – U6/7 Mehringdamm),
Time: Saturday 23rd from 1pm/13:00 to 10pm/22:00 O’clock to Sunday 24th from 9am/09:00 to 3pm/15:00 O’clock

Wir laden Euch ein zum kommenden offenen Karawanentreffen in Berlin, das am 23. und 24. dieses Monats (Juni 2018) stattfindet.
Das Karawane -Netzwerk in Berlin lädt Euch ein, an unserem nächsten offenen Treffen teilzunehmen.
Veranstaltungsort: In Mehringhof (Gneisenaustr. 2A, 10961 Berlin – U6/7 Mehringdamm),
Zeit: Samstag 23. von 13:00 bis 22:00 Uhr bis Sonntag 24. von 9:00 bis 15:00 Uhr.

For more info:
http://www.thevoiceforum.org/node/4539
http://thevoiceforum.org/node/4496

The VOICES Radioshow /Radiosendung
http://reboot.fm/category/magazin/the-voices/
http://karawane-berlin.org/the-voices-radio/

It is also possible to listen to the show live online/ Auch online gibt es die Möglichkeit live in die Sendung rein zu schalten: http://reboot.fm/
—————————————
Program supported by PEACE (Peer Exchange of African Communities for Empowerment). www.peace-int.org

Demo and Workshop: All united against an inhumane asylum politics!

*English below, Francais en bas

Der Koalititionsvertrag der neuen Regierung verschlimmert die Bedingungen in denen wir, Flüchtlinge, jetzt schon in Deutschland leben müssen und enthält uns unsere Grundrechte vor.

Wir sprechen von uns als Flüchtlinge, weil wir in Deutschland als Flüchtlinge behandelt werden. Mit dem Label „Flüchtlinge“ erfahren wir Diskriminierungen und Gewalt. Keine beschönigende Rede von „Geflüchteten“ kann verstecken, dass unser Zugang zu Schutz und Sicherheit von der Anerkennung als Flüchtlinge durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) abhängt. Wir brauchen alle den Schutz dieser Anerkennung.

Die Regierung will eine Obergrenze für den Zuzug von Flüchtlingen schaffen und pro Jahr höchstens 220.000 Menschen aufnehmen. Aber alle Menschen die nach Deutschland kommen, haben das Recht auf Schutz. Wir sind alle Flüchtlinge und keine Quote.

Die Regierung begrenzt den Familiennachzug für subsidiär Geschützte auf nur 1000 Familienangehörige pro Monat. Es werden nur „humanitäre Fälle“ ausgewählt, was bedeutet, dass Visaverfahren zu einem Wettbewerb gemacht werden. Etwa 60.000 Angehörige von Flüchtlingen warten in unsicheren oder gefährlichen Situationen auf die Möglichkeit, mit ihren Familienmitgliedern in Sicherheit zu leben. Dann dauert es 5 Jahre bis unsere letzten Familienangehörigen kommen dürfen. Familienleben darf nicht von Quoten abhängen und keine Obergrenze haben.

Außerdem sollen sogenannte Anker-Zentren geschaffen werden. Das sind abgeschlossene Lagerkomplexe, in denen wir bleiben müssen. Das bedeutet fast zwei Jahre Gefängnis für uns, ohne Zugang zu unabhängigen Beratungsstellen und Rechtsanwält*innen.

Während die Politiker*innen immer davon sprechen, dass keine Parallelgesellschaften entstehen sollen, verwirklichen sie diese mit den Anker-Zentren selbst. Dieser Plan lässt die Herzen der Nazis höher schlagen, denn ihre Forderungen werden erfüllt.

Laut Koalitionsvertrag soll der Arbeitsmarktzugang für Flüchtlinge zwar erleichtert werden. Aber gleichzeitig wird uns ein legaler Aufenthalt oder ein Familienleben verweigert.

„Wir lernen Deutsch, wir versuchen zu arbeiten und wir machen alles, um uns schnell zu integrieren. Aber wenn wir immer Angst um unsere Zukunft und Grundrechte haben müssen, erscheint uns das alles sinnlos.“

Wir Geflüchtete werden in Deutschland in unterschiedliche Kategorien gespalten, aber das lassen wir nicht zu! Uns allen werden fundamentale Rechte vorenthalten.

Deshalb laden wir euch am 20. Juni, dem internationalen Tag des Flüchtlings ein, mit uns auf die Straße zu gehen. Lasst uns gemeinsam gegen die Einschränkungen unserer Grundrechte kämpfen.

 

Am 16. Juni von 11 bis 18 Uhr laden wir alle Betroffenen zu einem Workshoptag in der Schule für Erwachsenenbildung (Gneisenaustraße 2a, U6/7 Mehringdamm ein.

In dem Workshop werden wir uns gemeinsam darüber informieren, was die Politik des Koalitionsvertrags für uns bedeutet.

Am 20. Juni, dem Internationalen Tag des Flüchtlings, wollen wir gemeinsam unseren Protest gegen die im Koalitionsvertrag geplanten rassistischen Gesetzesverschärfungen vor den Bundestag tragen: 17:00 Uhr, Platz der Republik.

 

Wer möchte, kann bei der Demonstration am 20.Juni einen Redebeitrag halten! Sagt uns bitte Bescheid.

 


English:

All united against an inhumane asylum politics!

The new governmental coalition agreement strips us, refugees, of our rights. It worsens our living conditions in Germany and takes away our fundamental rights:

– It restricts the number of new refugees to 220,000 a year;
– It establishes closed centres for asylum seekers;
– It restricts family reunification for people with subsidiary protection to only 1000 new people per month;

For this purpose, we invite everyone to join us on 16 June at 11 am at the « Schule für Erwachsenenbildung (Gneisenaustr. 2A ; U6 Mehringdamm) where we will be holding a workshop aimed at presenting further details about the new governmental measures and at discussing how we can jointly oppose them.


On 20 June, the World Refugee Day, we gather at 5 pm for a big demonstration in front of the Bundestag (Platz der Republik 1, U55 Bundestag).

Francais:

Toutes et tous contre une politique d’asile inhumaine !

Le nouveau contrat de coalition nous retire à nous, réfugié.e.s, nos droits. Il empire les conditions dans lesquelles nous, réfugié.e.s, vivons déjà en Allemagne et nous retire nos droits fondamentaux :
– Il limite le nombre de réfugié.e.s à 220 000 par an.
– Il stipule la création de camps fermés pour les demandeurs d’asile
– Il limite le regroupement familial pour les réfugié.e.s avec protection subsidiaire à 1000 personnes seulement par mois.
– …

A cet effet, nous vous invitons à nous rejoindre le 16 juin à … (heures) (lieu) pour un workshop où nous présenterons plus en détail les différentes mesures prises par le gouvernement et échangerons ensemble sur comment combattre notre situation, et le 20 juin, journée mondiale des réfugié.e.s, pour une grande manifestation devant le Bundestag (Platz der Republik 1, U55 Bundestag) à 17h.

N.B. : Frais de transports remboursés et il y aura à manger !

 

 

Upcoming open Caravan meeting in Berlin, 23-24th of June, Mehringhof

Deut/Frz/Eng

Invitation: Nationwide Open Caravan Meeting

Dear Refugee/Migrant Activists and supporters of the Caravan For the rights of Refugees and Migrants

We write to invite you to the upcoming open Caravan meeting in Berlin, to take place on the 23rd and 24th of this month (June 2018)

The Caravan Network in Berlin invites you to take part in our next open meeting.

Venue: In Mehringhof (Gneisenaustr. 2A, 10961 Berlin – U6/7 Mehringdamm),

Time: Saturday 23rd from 1pm/13:00 to 10pm/22:00 O’clock to Sunday 24th from 9am/09:00 to 3pm/15:00 O’clock

Agenda of the open Caravan meeting

· Expectation of old and new comers in the Caravan network

· In what way can we reach more refugees?

· What can we do to encounter the challenge of retreating activist?

· Understanding and analyzing refugees/migrants struggles within the German context

· Understanding and analyzing refugees and migrants struggles within the Caravan context

· Ongoing Campaigns and events

· Celebrating 20 years existence

Please let us know if you would like to attend the meeting or if you need a place to sleep so that we can plan. Come with some sleeping bags/Materials if possible.

Contact: the_voice_berlin@emdash.org

Travel costs for Quer-Durch-Land-Tickets, Wochenende – tickets and other cheap ticket offers can be refunded.

How our meetings look like: https://vimeo.com/229604184

We hope to see you on the 23rd/24th in Berlin

The VOICE Berlin Team

The VOICE (Refugee) Forum Berlin

Handy:+49 (0)170/8788124

E- mail: the_voice_berlin@emdash.org

www.thevoiceforum.org Bankverbindung:

Kto.Nr.: 127 829, BLZ: 260 500 01, Sparkasse Göttingen.

IBAN: DE97260500010000127829

BIC: NOLADE21GOE (Göttingen, Niedersachs)

Français

Invitation : Réunion ouverte à l’échelle nationale de la Caravane

Chers activistes réfugiés/migrants et sympathisants de la Caravane pour les droits des réfugiés et des migrants.

Nous vous invitons à la prochaine réunion ouverte de la caravane à Berlin les 23 et 24 de ce mois (juin 2018).

Le Caravan Network à Berlin vous invite à participer à notre prochaine réunion ouverte.

Lieu : Mehringhof (Gneisenaustr. 2A, 10961 Berlin – U6/7 Mehringdamm),

Heure : Samedi 23 de 13:00 à 22:00 au dimanche 24 de 9:00 à 15:00.

Ordre du jour de la réunion ouverte de la caravane

· Attentes des anciens et des nouveaux activistes du réseau Karawane.

· Comment pouvons-nous atteindre un plus grand nombre de réfugiés activistes ?

· Que pouvons-nous faire pour relever le défi du retrait des militants ?

· la compréhension et l’analyse des luttes des réfugiés/migrants dans le contexte allemand

· la compréhension et l’analyse des luttes des réfugiés et des migrants dans le contexte de la caravane

· Campagnes et événements en cours

· célébrer 20 ans d’existence

Veuillez nous faire savoir si vous aimeriez assister à la réunion ou si vous avez besoin d’un endroit pour dormir afin que nous puissions planifier. Si possible, utilisez des sacs de couchage ou du matériel de couchage.

Contact : the_voice_berlin@emdash.org

Les frais de voyage pour les billets de ski de fond, les billets de fin de semaine et les autres offres de billets à bas prix peuvent être remboursés.

À quoi ressemblent nos réunions : https://vimeo.com/229604184

Nous espérons vous y voir le 23/24.

L’équipe de VOICE Berlin

The VOICE (Refugee) Forum Berlin

Handy:+49 (0)170/8788124

E- mail: the_voice_berlin@emdash.org

www.thevoiceforum.org Bankverbindung:

Kto.Nr.: 127 829, BLZ: 260 500 01, Sparkasse Göttingen.

IBAN: DE97260500010000127829

BIC: NOLADE21GOE (Göttingen, Niedersachs)

DEUTSCH:

Einladung: Bundesweites offenes Karawanentreffen

Liebe Flüchtlings-/MigrantenaktivistInnen und UnterstützerInnen der Karawane Für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen

Wir laden Euch ein zum kommenden offenen Karawanentreffen in Berlin, das am 23. und 24. dieses Monats (Juni 2018) stattfindet.

Das Karawane -Netzwerk in Berlin lädt Euch ein, an unserem nächsten offenen Treffen teilzunehmen.

Veranstaltungsort: In Mehringhof (Gneisenaustr. 2A, 10961 Berlin – U6/7 Mehringdamm),

Zeit: Samstag 23. von 13:00 bis 22:00 Uhr bis Sonntag 24. von 9:00 bis 15:00 Uhr.

Tagesordnung des offenen Karawanentreffens

· Erwartungen von alten und neuen AktivistInnen im Karawane-Netzwerk

· Wie können wir mehr FlüchtlingsaktivistInnen erreichen?

· Was können wir tun, um der Herausforderung des Rückzugs von Aktivisten zu begegnen?

· Verständnis und Analyse von Flüchtlings-/Migrantenkämpfen im deutschen Kontext

· Verständnis und Analyse von Flüchtlings- und Migrantenkämpfen im Kontext der Karawane

· Laufende Kampagnen und Veranstaltungen

· 20-jähriges Bestehen feiern

Bitte sagt Bescheid, ob Ihr an dem Treffen teilnehmt oder Schlafplätze braucht, damit wir planen können. Nach Möglichkeit mit Schlafsäcken/Materialien kommen

Kontakt: the_voice_berlin@emdash.org

Reisekosten für Quer-Durch-Land-Tickets, Wochenende – Tickets und andere günstige Ticketangebote können erstattet werden.

Wie unsere Meetings aussehen: https://vimeo.com/229604184

Wir hoffen, Euch am 23./24 dort zu sehen.

Das VOICE Berlin Team

The VOICE (Refugee) Forum Berlin

Handy:+49 (0)170/8788124

E- mail: the_voice_berlin@emdash.org

www.thevoiceforum.org Bankverbindung:

Kto.Nr.: 127 829, BLZ: 260 500 01, Sparkasse Göttingen.

IBAN: DE97260500010000127829
BIC: NOLADE21GOE (Göttingen


………………………………………………………………………
The Caravan-for the Rights of refugees and Migrants
The VOICE (Refugee) Forum Berlin
Handy:+49 (0)170/8788124
E- mail: the_voice_berlin@emdash.org
www.thevoiceforum.org
Bankverbindung: Kto.Nr.: 127 829,
BLZ: 260 500 01, Sparkasse Göttingen.
BIC: NOLADE21GOE (Göttingen, Niedersachs)
IBAN: DE97260500010000127829

Und weit weg ist so fern und so hart, dass wir immer langsam gehen müssen,
immer einen kleinen Schritt vorwärts. Ich denke nicht, dass das Problem von
heute bis morgen gelöst werden wird, sondern ein lebenslanges Engagement benötigt

Bundesweite Sommer Tour „Women* Breaking Borders II“ 23.7.-05.08. 2018 “Zwei Wochen Reisen und Spaß gegen Rassismus”

Women* breaking borders Bus Sommer Tour 2018
Flyers:  Alle | FR | AR | DE | EN | RU
Wir von Women in Exile and Friends wollen diesen Sommer mit dem Thema ”Women* Breaking Borders” weiter machen.
Wir möchten mit euch gemeinsam in Solidarität in verschiedene Städte fahren, besonders nach Bayern, um unsere Missbilligung der Politik Seehofers, des neuen “Innen- und Heimatministers” auszudrücken. Des Politikers, der seit Jahren für immer restriktivere Asylgesetze und Lagerunterbringung verantwortlich ist. In seinen neuen “Ankerzentren” (“Ankufts-und Rückführungszentren”), die als Vorbild gelten sollen, werden Geflüchtete vollkommen von der deutschen Gesellschaft und jeglicher Hilfe abgeschnitten: Keine Rechtsberatung, keine Besuche, keine Deutschkurse, keine Arbeit, keine Schule für die Kinder. Denn so ist es einfacher, sie wieder abzuschieben – ohne Widerstand oder Sicherheit, voller Verzweiflung.
Seeholfer möchte dieses Vorbild von quasi-Haftanstalt nun deutschlandweit exportieren, wobei die aktuelle Lage schon schlimm genug ist, ohne die “radikalen Vorschläge” der AfD mitzubedenken.

Unser Ziel war es immer und ist es nun wieder, Flüchtlingen, die sich als Fauen* identifizieren, darin zu bestärken, aufzustehen und für ihre Rechte als Frauen*, die in dieser Gesellschaft leben, zu kämpfen.

Als Frauen* sind wir mit sexistischen und rassistischen Grenzen konfrontiert und allen möglichen Vorurteilen ausgesetzt, nachdem wir gefährlichste Routen nach Europa überlebt haben. Als geflüchtete Frauen* stehen wir vor, während und nach der Flucht vor vielen inneren und äußeren Grenzen.
Nach der Ankunft in Deutschland und der Asylantragsstellung denken wir, dass wir nun endlich sicher sind und ein neues Leben aufbauen können, aber uns wird sofort mit Abschiebung gedroht. Wir haben keine Chance, wenn wir nicht in das BAMF-Konzept der “legitimen Flüchtlinge” passen.
Die europäische Politik ignoriert die sozialen und ökonomischen Fluchtgründe, die viele Flüchtlinge betreffen.

Was ist mit Klima- und Wirtschaftskrise und mit Graswurzelaktivismus? Auch sexuelle Übergriffen, systematische Gewalt und geschlechtsspezifischen Probleme werden nicht anerkannt.
Unserer Erfahrung nach hat jede Frau*, die nach Europa flieht, einen sogenannten “legitimen Grund” und Bewegungsfreiheit (nicht nur für Waren) und Wahl des Wohnsitzes sollten so für alle gelten, wie in der UN Menschenrechtsdeklaration festgehalten.
Die doppelte Diskriminierung von Flüchtlingsfrauen erschwert uns das Leben, woraus Depression, Stress und Trauma resultieren. Das kann zu allen möglichen verzweifelten Handlungen führen, darunter auch Suizid.

Frauen* sind die Zielscheiben von systemischer Gewalt, die sich in sexuellen An-& Übergriffen, sexueller Gewalt, niedrigeren Löhnen, Diskriminierung am Arbeitsplatz, Unsichtbarkeit resultiert. In einem System, in dem auch europäische Frauen gesetzlich nicht ausreichend vor Gewalt geschützt sind, befinden sich Flüchtlingsfrauen in der schlechtesten Ausgangslage, in der sie noch nicht einmal Zugang zu ihren basalsten Menschenrechten haben.

Aus diesem Grund ist unser alltäglicher Kampf ein Kampf um die Anerkennung von Menschenrechten für Flüchtlingsfrauen und Frauen im Allgemeinen. Es wird versucht uns als Frauen* zu spalten aber es sollten keine Unterschiede im Diskurs von Frauenrechten gemacht werden Flüchtlingsfrauen sind Frauen.

Wir erheben “LAUT UND DEUTLICH” unsere Stimme um rassistische und sexistische Grenzen zu durchbrechen! Rassistische und sexistische Grenzen, sichtbare oder unsichtbare Grenzen, Grenzen, die die Gesellschaft ignoriert oder nicht sieht, weil es sie nicht direkt betrifft. Grenzen, die als “kulturelle” bezeichnet werden Sowie die, die in unseren Köpfen existieren. Wir sind uns diesen Grenzen bewusst und wollen diese sichtbar machen, sodass wir sie durchbrechen können.

Wir wollen politische Aktionen machen, immer mit dem Ziel, andere Flüchtlingsfrauen zu empowern. Wir wollen das gemeinsam mit euch in euren Städten tun.
Natürlich können wir nicht jede Stadt besuchen, aber da wir Netzwerke (und keine Platformen) aufbauen wollen, ist eine dezentrale Zusammenarbeit möglich. Die Arbeit in kleinen Regionalgruppen ermöglicht uns die Aufgaben und Verantwortungen gut zu verteilen und so können auch andere nahe gelegene Städte dazu kommen und die Aktion unterstützen. Auf diese Weise wird das lokale und das bundesweite Netzwerk gestärkt.

 

National Wide Summer Tour „Women* Breaking Borders II“ 23.7.-05.08. 2018 “Two Weeks of Travelling & Having Fun Against Racism”

Flyers: All | FR | AR | DE | EN | RU

Women* breaking borders Bus Sommer Tour 2018We from Women in Exile and Friends, want to continue with the topic of “”Women* Breaking Borders” this summer.

We want to visit with you in solidarity the cities in the south especially Bavaria and condemn Seeholfer now minister for Interior and Heimat, and during years responsible of creating more restrictive asylum laws and refugee camps. His “Anker” (Ankufts-und Rückführungszentren”/ Arrival and deportation centers ) role model system, will keep refugees totally isolated from independent German help and society: no legal counselling, no visits, no German course, no work, no school for children. This way it will be easier to deport them – without resistance, without security only full of despair.

Seeholfer wants to export this role model of detention camp idea German wide, it is bad enough with the ones existing in our areas without integrating the radical ideas from the AfD.
Our aim is and has always been to enable refugees who identifying themselves as women* to stand up for our rights as women* living in this society.

On our dangerous routes to Europe, as women we are faced with different boundaries and borders such as; frontiers between countries, sexism and racism etcetera. These borders expose us to all types of prejudice, during and after our flight.
When we arrive in Germany and request for asylum and think we have managed to break the visible and the invisible borders. We are immediately threatened with deportations because some of us don’t fit into the BAMF concept of “legitimate refugee“.
The authorities ignore social and economical reasons of flight which affect many refugees and migrants who come to Europe. Reasons such as climate and economic crisis, gender issues, grassroots political activism are not acknowledged by the European policy makers.
In our experience, every woman seeking asylum in Europe has a so called “legitimate reason” since freedom of movement and residence (not just of goods) should be implemented as established in the Universal Declaration of Human Rights. The double discrimination of refugee Women makes life more difficult for us and results in depressions, stress, trauma and sometimes desperate measure including suicides.

Women are a target of system violence through sexual assaults, sexual violence, lower wages, work discrimination, invisibility, in a system that systematically discriminates them, even European women are not protected by European laws as they should, leaving them exposed to all sorts of violence. In that framework refugee women have the worst starting point in the host society. For that reason our daily fight is to demand the recognition of the human rights of refugee women* and women* in general, they want us divided but there should be no discrimination when talking about women’s rights, refugee women* are women.

We want to raise our voices “Loud and Clear” in breaking racist and sexist borders, borders which are visible or invisible, borders which the society ignores or looks the other way because they do not affect them directly. Borders termed as “cultural” or those existing in our minds. We are aware of those borders and we want to point them out and make them visible, so that we can break them.

We would like to make political actions, to empower refugee women together with you and your organisations in your cities.
Of course, we cannot visit every city, but we want to build networks to make possible decentralized collaboration. Working on smaller regional networks opens the possibility to distribute tasks and responsibilities amongst cities. It will be possible that one city can come to the cities nearby to meet us and join the actions that will take place, this way the local and national network will get reinforced.

Ich will mein Asyl- und Aufenthaltsrecht sowie meine sozialen Rechte

  • Soligruppe und Gülaferit Ü.:
    Ich will mein Asyl- und Aufenthaltsrecht sowie meine sozialen Rechte
    Ich, Gülaferit Ü., bin eine ehemalige politische Gefangene.
    Auf Ersuchen der BRD bin ich im Juli 2011 in Griechenland verhaftet und an die BRD
    ausgeliefert worden.
    Und 2012 bin ich auf Grundlage des Gesetzes §129b zu 6 Jahren und 6 Monaten Haft
    verurteilt worden.
    Ich habe meine gesamte Strafe ohne jegliche Lockerungen im Lichtenberg Gefängnis
    verbüßt.
    Am 4. Januar 2018 wurde ich entlassen.
    Meinem Wunsch, nach Griechenland ausgeliefert zu werden, ist die Berliner
    Ausländerbehörde nicht nachgekommen. Und das, obwohl ich bei meiner Verhaftung in
    Griechenland Asyl beantragt hatte.
    Aus diesem Grund war ich gezwungen, drei Tage vor meiner Haftentlassung einen
    zweiten Asylantrag in Deutschland zu stellen.
    Die Berliner Ausländerbehörde hat sofort nach meiner Haftentlassung versucht, mich in
    ein Flüchtlingslager zu schicken.
    Das ist eine Verlegung von einem geschlossenen in ein offenes Gefängnis was der
    Fortsetzung der Isolation gleichkommt.
    Meine Forderung, in Berlin bleiben zu können, angesichts meiner sechseinhalbjährigen
    Gefangenschaft unter schwersten Bedingungen und Isolation aus menschlichen Gründen,
    wurde abgelehnt.
    Als Vorwand wurde der vom „Kammergericht“ gefällte Beschluss bezüglich
    “anhaltender Terrorgefahr” genannt.
    Die Berliner Ausländerbehörde hat durch Terrorismuspropaganda politischen Druck auf
    das Bundesamt, das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF), mein
    Therapiezentrum und meinen Anwalt ausgeübt.
    – Die Berliner Ausländerbehörde hat meinen Termin beim Bundesamt aufheben lassen
    und dadurch mein Asylrecht unterbunden.
    – Die Berliner Ausländerbehörde hat auch beim LAF interveniert und Leistungszahlungen
    unterbunden. Sie hat meine Krankenversicherung aufheben lassen. Sie hat unterbunden,
    dass ich mich medizinisch behandeln lassen kann.
    – Obwohl es vier Monate her sind, dass ich aus dem Gefängnis freigekommen bin, ist mir
    kein gültiger Ausweis ausgehändigt worden.
    – Ich habe keinen Aufenthaltstitel erhalten.
    Ich bin gegen meinen Willen von Griechenland hergebracht worden und ich wurde dazu
    gezwungen, hier Asyl zu beantragen. Trotzdessen wird mein Lebensrecht eingeschränkt.
    Ich fordere, dass sämtliche gegen mich gerichtete Repressalien sowie die Terrorismus-
    Propaganda beendet werden. Der deutsche Staat muss aufhören, mit dem Faschismus in
    der Türkei zusammenzuarbeiten.
    Wenn der deutsche Staat nach Terroristen sucht, dann sollte er sich zunächst den 450
    Nazis widmen, die in den Untergrund gegangen sind. Er sollte sich der NSU, NPD, Blood
    and Honour und den Nazis innerhalb der Polizei und des Militärs widmen. Er sollte sich
    jenen widmen, die Anis Amri für ihre Zwecke benutzen. V.i.S.d.P: Clara Zindler, Weisestraße 47, 12049 Berlin
  • – Die von mir eingeforderten Verfahren vor dem Sozial- und dem Verwaltungsgericht
    dauern an.
    Allerdings waren alle bisherigen Gerichtsbeschlüsse gegen mich politischer Natur, nicht
    rechtlicher Natur.
    Meine Forderungen:
    – Ich fordere Asylrecht,
    – ich fordere Aufenthaltsrecht,
    – ich fordere soziale Hilfe,
    – ich fordere Wohnrecht,
    – ich fordere, mit meinen Gedanken leben zu können,
    – ich fordere das Recht auf ein menschenwürdiges Leben,
    – ich fordere die Beendigung der politischen Repression und der Isolation.
    Meine Forderungen sind natürliche, menschliche und legale Rechte eines jeden
    Menschen.
    Ich rufe die Senatsverwaltung für Inneres dazu auf, meine Forderungen zu
    berücksichtigen und fordere einen Gesprächstermin.
    Gülaferit Ü. Und Soligruppe Gülaferit Ü.
    Kontakt: soligruppeguelaferit@gmail.com

Was ist ein AnKER? / What is an AnKER?

+++ deutschsprachige Version; english version below+++

 

Was ist ein AnKER?

Mit dem Bild eines Ankers verbinden wir vielleicht ein Tattoo, das Stärke ausdrücken soll oder einfach einen Haltepunkt für ein Schiff im Meer. Nun bekommt Anker jedoch eine weitere Bedeutung: als Symbol für ein rassistisches Lagersystem und eine unmenschliche Asylpolitik. Wovon ist die Rede? Den sogenannten „AnKER-Einrichtungen“ (AnKER steht für “Ankunft, Entscheidung und Rückführung=Abschiebung”)– neuen Abschiebelagern, die die Große Koalition aus CDU, CSU und SPD in Deutschland umsetzen möchte.

Worum geht es?

AnKER-Lager sind die neueste Stufe der Zerlegung des Rechts auf Asyl in Deutschland. In diesen AnKER-Lagern werden Menschen, denen die Label Geflüchtete, Asylsuchende, Flüchtling aufgedrückt werden, in Zukunft für bis zu 18 Monate gefangen gehalten. In AnKER-Lagern sollen das BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge), Jugendämter, Justiz, Ausländerbehörden und andere staatliche Institutionen vor Ort sein – ein totales System für eine totale Desintegration aus der Gesellschaft.

AnKER. Das steht für Einlagerung bei Ankunft bis zur Entscheidung über den Asylantrag sowie für Rückführung – ein beschönigendes Wort für Abschiebungen. Es steht für eine Unterscheidung zwischen Menschen „ohne Bleibeperspektive“, die diese Einrichtungen nicht verlassen werden und Menschen „mit Bleibeperspektive“ auf die nach der BAMF-Entscheidung das übliche Lagersystem aus sogenannten „Gemeinschaftsunterkünften“ – also Sammellagern – wartet.

Im Herbst ist die Eröffnung des ersten AnKER-Lagers geplant. Es knüpft an eine Tradition an, die von selbstorganisierten Gruppen, Aktivisten und Aktivistinnen, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern seit Jahren kritisiert und bekämpft wird. Während die Unterbringungsbedingungen früher bzw. heute von einer Flucht nach Deutschland durch schlechte Lebensbedingungen, Freiheitsberaubung und Kontrolle durch Security-Dienste und Polizei abschrecken sollten bzw. sollen, so nimmt der Staat die Abschottung und Abschiebung nun vollends selbst in die Hand: Wenn die Pläne aus dem Koalitionspapier von SPD, CDU und CSU umgesetzt werden, wird in Zukunft fast niemensch mehr ein AnKER-Lager verlassen bis es zur Abschiebung – oder für Wenige – zur Aufnahme als Mitmensch zweiter Klasse kommt.

 

Wie funktioniert das?

Asyl basiert im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschlands sowie in der Genfer Flüchtlingskonvention auf einer Einzelfallprüfung: Es sollte eigentlich ein individuelles, subjektives Recht sein.

Seit einer weitreichenden Reform des Asylrechts im Jahr 1993 gibt es jedoch Kriterien wie sogenannte „sichere Herkunftsstaaten“ und „sichere Drittstaaten“: aus dem individuellen Recht wird so eines, das über die Bestimmung von Staaten – also eine territoriale und willkürliche Logik begrenzt wird, z.B. schließt sie alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union, Albanien, Bosnien, Herzegowina, Ghana, Kosovo, Mazedonien, die ehemalige Jugoslawische Republik, Montenegro, Senegal und vielleicht bald auch andere: Marokko, Algerien und Tunesien aus. Statt Einzelfallprüfung kommt es zu kollektiven Urteilen über das Bleiberecht, den Aufenthaltstitel und das Leben einzelner Menschen.

 

Was haben diese rechtlichen Überlegungen mit den AnKER-Lagern zu tun?

Alles. Schon mit den sogenannten Asylpakten wurde 2015 und 2016 die Dauer des Aufenthaltes in Aufnahmelagern von 3 auf 6 Monate erhöht. Es wurden außerdem sogenannte „beschleunigte Verfahren” eingeführt, die insbesondere dazu dienen, die nach territorialer Logik ausgeschlossenen Menschen schneller abzuweisen und abzuschieben. Mit den AnKER-Lagern wird die Dauer der Lagerung in der Erstaufnahme auf 18 Monate erhöht. Menschen, die nach Deutschland kommen, um Asyl zu erhalten, werden in diesen Einrichtungen vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen und erst nach Monaten – wenn sie Glück haben – ein halbwegs “normales” Leben in unserer rassistischen Gesellschaft anfangen können. Die Erfahrung zeigt: solche Lager, der Ausschluss aus gesellschaftlicher Teilhabe und guten Beratungsangeboten verringern die Chance, Bleibe- bzw. Asylrecht zu erlangen. Die Erfahrung zeigt auch: das Leben in solchen Lagern bringt soziale und psychologische Probleme, es bedeutet Gewalt gegen die Betroffenen, es riskiert die Leben der gelagerten Menschen und bringt berechtigte Aufstände gegen die Lagerleitung mit sich.

Kurz: Mit den geplanten AnKER-Lagern erreicht die rassistische Lager- und Asylpolitik in der Bundesrepublik Deutschland ihren neuen Höhepunkt – es ist der aktuell letzte Schritt in einer menschenfeindlichen Tradition: Menschen werden zu einem Verwaltungsgegenstand gemacht, zu einer Zahl, die politisch-motiviert mit der institutionellen Gewalt der Lagerunterbringung gegen Null gedrückt wird. Bei den AnKER-Lagern handelt es sich nicht um eine nationalistisch-rassistische Idee der radikalen Rechten, sondern um eine Idee aus der “Mitte der Gesellschaft”, einen rassistischen Konsens, der beinahe parteiübergreifend herrscht. Die Lagerunterbringung von Menschen, denen die Label Geflüchtete, Asylsuchende oder Flüchtling aufgedrückt werden, ist seit Jahren eine menschliche Katastrophe, über die zu wenig gesprochen wird. Falls es jedoch Zweifel gab, dass Lager einen Teil der deutschen Normalität ausmachen – heute und mit der Diskussion um AnKER-Lager kann niemand mehr diese Zweifel haben.

Schliesst die Lager! Menschenwürdiges Wohnen für alle!

 


 

+++English Version+++

What is an AnKER?

With the image of an anchor (German: Anker) we may associate a tattoo to express strength or simply a mechanism for a ship to keep safe at sea. Now, however, anchor (AnKER) takes on another meaning: as a symbol for the racist German camp system and an inhuman asylum policy. What is this article about? The so-called “AnKER-facilities” (AnKER stands for “Ankunft=Reception, Entscheidung=Decision and Rückführung=Deportation”) – new deportation camps that the Grand Coalition of CDU, CSU and SPD wants to implement in Germany.

 

What is this about?

AnKER camps are the newest and last stage in the dismantling of the right to asylum in Germany. In these AnKER camps, people who are forcefully labelled as asylum seekers or refugees will be held captive for up to 18 months in the future. In AnKER camps, the BAMF (Federal Office for Migration and Refugees), youth welfare offices, the department of justice, immigration authorities and other state institutions will be present – a total system for a total disintegration from society.

AnKER. This stands for the storage of human beings on arrival (“Ankunft”) until the decision on the application for asylum has been taken (“Entscheidung”) as well as for repatriation (“Rückführung”) – a euphemism for deportations. It stands for a distinction between people “without a perspective to stay” who will not leave these facilities before being deported and people “with a perspective to stay” who will – after the BAMF decision – be tranferred to the usual camp system of so-called “community accommodation” – i.e. collective camps.

The first AnKER camp is planned for autumn. It builds on a tradition that has been fought for years by self-organised groups and activists. While accommodation conditions in the past and today are planned to frighten people from fleeing to Germany due to poor living conditions, deprivation of freedom and control by security services and the police, the state now takes deterrence and deportation completely into its own hands: If the plans from the coalition paper of the SPD, CDU and CSU are implemented, almost nobody will leave an AnKER camp until deportation – except for the few who are accepted as second-class human beings.

 

How does it work?

In the Constitution of the Federal Republic of Germany and the Geneva Refugee Convention, asylum is based on a case-by-case examination: it should actually be an individual, subjective right.

Since a far-reaching reform of the asylum law in 1993, however, criteria such as so-called “safe countries of origin” and “safe third countries” have been introduced: the individual right thereby becomes one that is limited by the definition of states – i.e. a territorial and arbitrary logic (e.g. excluding all member states of the European Union, Albania, Bosnia, Herzegovina, Ghana, Kosovo, Mazedonia, the former Yugoslav Republic, Montenegro, Senegal and soon maybe: Morocco, Algeria and Tunisia). Instead of examining individual cases, there are collective judgments on the right of residence, the residence title and the lives of individuals.

 

What do these legal considerations have to do with AnKER camps?

Everything. Already with the so-called asylum packages I and II, the length of stay in reception camps was increased from 3 to 6 months in 2015 and 2016. In addition, so-called “accelerated procedures” (“beschleunigte Verfahren”) were introduced, which serve in particular to reject and deport people excluded according to a territorial logic (“safe countries of origin” and “safe third countries”) more quickly. With the AnKER camps, the duration of storage in camps is legalized and increased to up to 18 months. People who come to Germany to receive asylum are excluded from social life in these institutions and only after months – if they are lucky – can start a halfway “normal” life in our racist society. Experience shows: such camps, the exclusion from social participation and good counselling offers reduce the chance of obtaining the right to stay or asylum. Experience also shows: life in such camps brings social and psychological problems, it means violence against those affected, it risks the lives of the stored people and brings with it justified revolts against the camp management.

In short: With the planned AnKER camps, the racist camp and asylum policy in the Federal Republic of Germany reaches its newest and highest point – it is the latest step in an anti-human tradition: people are turned into an administrative object, into a number that is pushed towards zero out of political motivation using the institutional violence of the camp system. The AnKER camps are not a nationalist-racist idea of the radical right, but an idea from “the centre of society”, a racist consensus that prevails almost across all party lines. For years, the camp system for people who are forcefully labbeled as asylum seekers or refugees has been a human catastrophe that has been talked about too little. However, if there were doubts that camps do not form part of German normality – today and with the discussion about AnKER camps, no one can have these doubts anymore.

 

Close the Camps! Respectable Housing for all!

 

 

Berlin, 15. Mai 2018, LMNB – Lager Mobilisation Network Berlin.

JetztRedenWir! Demonstrationszug in Ellwangen

Ellwangen Demo

JetztRedenWir! Eindrücke von dem Aktionstag in Ellwangen. Über 300 Menschen zeigten ihre Solidarität mit den Bewohner*innen der LEA und gingen gegen Rassismus, den Populismus der Medien, Polizeigewalt & die Kriminalisierung von Geflüchteten auf die Straße. Es wurde die ganze Zeit gerufen und gesungen: We are refugees not criminals! Stop Deportation! Bleiberecht für alle!

Vor der LEA in Ellwangen schildern Flüchtlinge ihre Sicht der Dinge: „Wir haben die Polizisten nicht angegriffen, sind nicht mal in die Nähe ihres Autos gekommen.“

Ellwangen Presskonferenz

 

Viel wurde über uns geredet, jetzt reden wir! Mahnwache, Pressekonferenz und Demonstration am 9. Mai 2018 in Ellwangen

Ellwangen LagerPressemitteilung 08.05.2018

Wir, Bewohner*innen der Landeserstaufnahmeeinrichtung Ellwangen laden für Mittwoch den 9. Mai 2018, um 17 Uhr zu einer Pressekonferenz ein und rufen ab 18 Uhr zu einer Demonstration auf. Zwischen 12 bis 18 Uhr findet auf dem Marktplatz in Ellwangen eine Mahnwache statt.

Die Pressekonferenz wird direkt vor der Landeserstaufnahmeeinrichtung Ellwangen stattfinden. Dort wird auch die Demonstration beginnen. Wir rufen alle demokratisch gesinnten Menschen auf, sich an der Demonstration zu beteiligen und diese zu beschützen. Unterstützen sie unseren gerechten Protest und hören sie uns zu, was wir als Betroffene zu dem Polizeieinsatz zu sagen haben. Viele von uns sind durch den bürgerkriegsähnlichen Polizeieinsatz tief verunsichert.

Am Montag den 30. April gegen 2.30 Uhr sollte ein Togoer von der Polizei aus der Landeserstaufnahmeeinrichtung abgeholt werden. Der Protest entstand spontan. Einige Abschiebungen bei dem die Polizei laut und aggressiv vorgegangen ist, haben wir schon erlebt. Unser Protest war bestimmt, aber zu jedem Zeitpunkt friedlich. Vorwürfe, jemand sei gegen die Polizei mit Gewalt vorgegangen sind falsch und haben sich auch nicht bestätigt. Falsch ist auch, dass die Person die man abschieben wollte, bereits im Polizeiauto saß. Der Togoer stand entfernt neben uns in Handschellen. Die Polizei verließ während des Protests die Landeserstaufnahmeeinrichtung und gab einem dort beschäftigten Security-Mitarbeiter die Schlüssel für die Handschellen. Der Togoer war, nach dem die Polizei sich entfernt hatte, noch etwa eineinhalb Stunden in Handschellen, bis die Security ihm die Handschellen abnahm. Das ist die wesentliche Geschichte vom Montag. Der Betroffene ist auch nicht untergetaucht, wie behauptet wurde. Niemand ist bei dem spontanen politischen Protest zu Schaden gekommen.

Am Donnerstag den 3. Mai 2018 kam es in der Nacht zwischen 3 und 4 Uhr zu einem Polizeieinsatz an dem mehrere hundert Polizisten beteiligt waren. Auch ein Polizeihubschrauber war im Einsatz. Ziel waren drei Gebäude, wovon 292 Personen betroffen waren. In den Gebäuden positionierte sich die Polizei vor sämtlichen Türen und schlug zeitgleich alle Türen ein, obwohl man die Türen in der Einrichtung nicht abschließen kann. Wir waren alle im Bett. Die Polizei leuchtete mit Taschenlampen. Niemand durfte sich anziehen. Alle mussten die Hände in Höhe halten und wurden gefesselt. Die Zimmer wurden durchsucht. Viele wurden bei der Polizeiaktion verletzt. Wer Fragen stellte musste mit Gewalt rechnen.Wir dachten es handelt sich um eine großangelegte Abschiebeaktion. Wie wir später erfuhren, durften die Bewohner*innen der Nachbargebäude ebenfalls die Gebäude nicht verlassen. Die Polizei unterstellte in einer Pressemitteilung wir hätten Waffen und gefährliche Gegenstände. Nichts von dem ist wahr, nichts wurde bei den Durchsuchungen gefunden. Mehr dazu erfahren Sie am Mittwoch bei der Pressekonferenz.

Wer auch immer diesen Polizeieinsatz zu verantworten hat, er war politisch motiviert und inszeniert. Die bundesweite Berichterstattung und Diskussionen über eine nächtliche spontane, friedliche und politische Aktion, zeigt, wie stark dieses Land mit fremdenfeindlichen Ressentiments aufgeladen ist. Viel wurde in den letzten Tagen über uns geredet. Niemand hat uns nach unserer Meinung gefragt. Am Mittwoch möchten wir über die Polizeiaktion und über unsere Situation in der Landeserstaufnahmeeinrichtung sprechen. Wir hoffen, es werden uns viele zuhören.
Wer Kontakt zu Bewohnern in englischer Sprache wünscht, schreibe bitte eine Mail an info@aktionbleiberecht.de

Aktion Bleiberecht Freiburg

Was ist in Ellwangen passiert? Ein Statement von den Geflüchteten in Ellwangen

Ellwangen Demo Refugees4Refugeesby refugees4refugees

Die Situation in Ellwangen begann schon vor der Razzia am vergangenen Donnerstag. Nämlich im April 2018:

„Wir haben uns mit dem Leiter der LEA in Ellwangen getroffen. Wir haben ihm über unser Leben in der Unterkunft und wie die Leute sich hier fühlen erzählt, auch wegen die Duldung und Dublin regeln.“

Er versprach uns, dass wir mit der Presse und mit PolitikerInnen über unsere Situation reden können, da er und die Hausverwaltung nicht für die Zustände verantwortlich seien. Er wollte sich um alles kümmern.

Am 27. April hatten wir dann ein gemeinsames Treffen mit dem Leiter der LEA. Bei diesem Treffen sagte er, wir könnten die Presse am Donnerstag, dem 03. Mai treffen.

Um 3 Uhr morgens am Montag, dem 30. April, hörten wir viel Lärm. Als wir draußen ankamen, beschwerten sich Leute über die Abschiebung eines Togolesen. Wir sahen, dass die Polizei den Mann zwingen wollte, in ihr Auto einzusteigen – er war bereits in Handschellen. Und er sagte zur Polizei, dass er nicht einverstanden sei. Also sagten auch wir, dass wir die Polizei den Mann nicht einfach aus der Unterkunft mitnehmen lassen. Als sie sahen, dass immer mehr Leute von der Unterkunft nach draußen kamen, zogen sie sich zurück.“ Wir waren zu dem Zeitpunkt um die 30/40 Leute.“ Das berichten die Geflüchteten aus Ellwangen. Die Polizei war schon weg, als noch weitere Geflüchtete zum Ort des Geschehens kamen. Sie trafen nur noch den Mann in Handschellen an, während wir ihnen von der Situation erzählten.

Die Berichterstattung schreibt nun von bis zu 200 Personen. Doch in der Unterkunft in Ellwangen sind aktuell weniger als 150 afrikanische Geflüchtete untergebracht. Wenn der Vorwurf, dass wir die Polizei umringt hätten, stimmen würde, wie wäre es ihnen dann überhaupt möglich gewesen, sich so unproblematisch zurückzuziehen? Wenn die Polizei sich so sicher ist, sollten sie doch in der Lage sein, Beweise dafür anzubringen. Die deutsche Polizei ist – wie wir wissen – sehr professionell im berichten über ihre Kontrollmacht.

An dieser Stelle scheint der Rassismus der deutschen Polizeibehörden ihnen selbst auf die Füße zu fallen. („Oh, afrikanische Geflüchtete, die sind aggressiv.“)

„Nach einer Stunde kam ein Security Mitarbeiter mit dem Schlüssel der Handschellen, befreite den Mann und ging mit den Handschellen wieder.
Wir waren überrascht, als dann gegen 10:00 Uhr morgens, nochmal der Einrichtungsleiter zu uns kam und uns aufforderte, ihm die Handschellen zu geben. Wir fragten: „Why are you trying to fool us when the handcuff is with the security officer?“ Wir gingen danach zum Security Mitarbeiter, der die Handschellen mitgenommen hatte. Wir fragten ihn, warum er den Einrichtungsleiter nicht über den Verbleib der Handschellen informiert hatte, woraufhin dieser erwiderte, dass der Einrichtungsleiter bereits informiert wurde.“

An dieser Stelle war uns klar, dass etwas falsch läuft. Erpressung und Intrigen, um uns ungerechtfertigter Weise zu kriminalisieren.

„Am Donnerstag, dem 3. Mai, um 5:00 Uhr morgens – also an dem Tag, an dem wir die Presse hätten treffen sollen (was vom Einrichtungsleiter organisiert wurde) – hörten wir Schreie und Rufe: „Polizei! Polizei!“ Die Polizei brach sämtliche Zimmertüren gewaltsam auf (obwohl man die Türen in der Einrichtung nicht abschließen kann), stürmte die dunklen Zimmer mit hellen Taschenlampen und schrie, „Polizei! Polizei! Hands up, don`t move! Give me your Ausweis and Camp chip card! Do you have a handy?“ Daraufhin wurden wir mit Kabelbindern gefesselt und sollten uns auf den Boden legen. Nach der Kontrolle der Ausweise und der Camp-Chipkarten, um die Personen zu identifizieren, ging die Polizei weiter und durchsuchte unsere Kleidung und gesamten Zimmer. Davor fragten sie uns noch, ob wir irgendwelche gefährlichen Waffen oder Drogen in unserem Besitz hätten. Einige von uns waren nackt und ihnen wurde verboten, sich etwas anzuziehen – auch trotz Erkältungen. Wir wurden gezwungen ruhig zu sein und wir wurden geschlagen, wenn wir es gewagt haben, Fragen zu stellen. Unsere Hosen und Geldbeutel wurden durchsucht. Von einigen von uns, die mehr als 200,- Euro hatten, nahmen sie Geld mit.

Nach der Razzia wurden 27 Personen festgenommen und in ein anderes Gebäude, gegenüber der Polizeistation auf dem Gelände der Unterkunft, gebracht. Eine der betroffenen Personen, die verhaftet wurde, weil sie unregistrierte Lyca Simkarten hatte, erzählt, wie schlecht sie behandelt wurden, gefesselt und in der Kälte stehen gelassen.

Eine junge Frau, die ihrem Partner Kleidung brachte, durfte ihm nicht helfen, Klamotten zu tragen. Aber ein anderer festgenommener und gefesselter Freund half ihm, während die Polizei sie beobachtete. Einem anderen Freund von uns wurde vom Polizeichef untersagt, die Toilette zu benutzen. Der gleiche Polizeichef befragte einen anderen Polizeibeamten, warum ein Geflüchteter ohne, mit Kabelbindern, verbundenen Händen in die Schlange der Festgenommenen gebracht wurde. Er ordnete an, auch diesen Geflüchteten zu fesseln.

Einer nach dem anderen wurde verhört – im Dabeisein von fast 20 Polizeibeamten mit Hunden. Außerdem wurden wir fotografiert und danach in die Polizeistation auf dem Unterkunftsgelände gebracht, wo uns Fingerabdrücke abgenommen wurden. Selbst einer der Sozialarbeiter war schockiert, dass ein solcher Prozess losgetreten wird, beispielsweise aufgrund des Besitzes von SIM-Karten.

Als die Polizei schließlich weg war, gab es einige Verletzte, die ins Krankenhaus kamen. Zur gleichen Zeit begannen einige Medien, von außerhalb der Unterkunft aus, zu berichten.
Wir sind erschüttert, wie die Medien die erlogenen Polizeiberichte einfach übernommen haben, ohne die tatsächlichen Ereignisse zu recherchieren oder uns zu fragen, was passiert ist.

Wir, die Geflüchteten aus Ellwangen, sind nicht gewalttätig. Auch wenn die Polizei sagt, wir hätten sie angegriffen. Es gab während des Vorfalls eine Distanz zwischen uns und der Polizei. Unser Bruder in Handschellen stand zwischen uns und der Polizei. Wir haben Beweise für alles, was die Polizei mit uns gemacht haben.

Jetzt haben wir uns entschieden, eine Demonstration zu machen. Für uns ist das die einzige Möglichkeit, Leute darüber zu informieren, was tatsächlich passiert ist. Die Medien verfälschen unsere Statements und wenden sie gegen uns.

Wir treffen uns am Mittwoch, dem 9. Mai um 17:00 Uhr an der Ellwangener LEA.

Gegen Rassismus
Gegen den Populismus der Medien
Gegen Polizeigewalt
Gegen die Kriminalisierung von Geflüchteten

Terminüberischt:

12:00 Mahnwache am Marktplatz
Kommt vorbei, wenn ihr hören wollt, was tatsächlich passiert ist.

17:00 Kundgebung und Demonstration vor der LEA

__________

KONTAKT:
Flüchtlinge für Flüchtlinge (Refugees4Refugees)
Selbstorganisierte Beratungsstelle von und für Gefluchtete
Böblingerstr. 105
70199 Stuttgart
Tel.: 015172207248
https://refugees4refugees.wordpress.com/

 

A Very Big SALUTE to the Refugee Resistance in Ellwangen

by The VOICE Refugee Forum

With a strong and powerful fist raised towards the sky, we The VOICE Refugee Forum salute the bravery and courage of our fellow refugee brothers and sisters, for valiantly preventing the callous and inhuman deportation of a Togolese refugee and defending his right to human dignity.

Since the incident last Monday and the unsubstantiated Police allegation of “attack and violence” by refugees, the German mainstream and tabloid media have literally gone into overdrive to report on it. Yet, they are unable to report what the refugees are saying and experiencing. Any surprise? Not at all, because this is obviously an attempt to broaden and advance the underlying anti-refugee politics and policies of the German government, deliciously but dangerously spiced with racist motives and narratives. The press is refusing to report on the unhealthy, horrible and unbearable conditions that refugees are forced to live in, where refugees are crammed together like slaves on slave ships. They are failing to report that refugees are being deported with violence by the German authorities to countries (including Italy and others in Europe and beyond) where neither the safety of their lives nor their human dignity can be guaranteed. Is it any wonder that attempted and actual suicide by refugees are on the increase as a result of the hopelessness and lack of perspectives they are served with in this “Rechtsstaat”? Where is the press on these issues? There is a deafening silence!

…unsubstantiated Police allegation of “attack and violence” (“Several injured after huge police operation at ‘rebel’ asylum home” https://www.thelocal.de/20180503/hundreds-of-police-officers-deployed-at…)

Yes, rechtsstaat! The feckless politicians are head over heals tripping themselves on the way to see who can wear the badge of ‘the nastiest’ to the refugees. They are racing to the rotten bottom in condemnation of a legitimate resistance to oppression, violence and inhumanity in the name of rechtsstaat and hospitality that ‘must not be trampled on’. How cynical, disingenuous and hypocritical of you to even mention rechtsstaat and hospitality with your ‘lager’ mentality and how you treat refugees in those filthy camps. We are not even going into your shameless, dubious and corrupt collaboration with dictators all over Africa including Togo where this refugee fled from in the first place. You are so upright with your rechtsstaat that you reach agreements with and pay these dictators who in turn employ militias to brutalise and maim men, women and children seeking refuge from the dangerous situation that you facilitate with your economic interests. If the experience in these camps is what you define as hospitality, we heartily invite you to check into one of these camps (yes, there is still enough space for you and your family) and enjoy it. If you are too cowardly to take that offer, we ask you in very clear terms to take your hospitality and shove it!!!

The allegation of aggression, attack and violence by the police as widely reported in the media is so far, nothing more than a bogus claim as there is up till the moment of writing, no evidence to substantiate those claims. While the police managed to mis-inform and the press ran with the misinformation that the refugees injured scores of police officers – supposedly, officially the Police could only confirm that only one officer was slightly injured (see Taz, 3.5.18 “Was geschah in Ellwangen?” www.taz.de/!5500584/). Worse still is the allegation of weapons that the refugees supposedly had which also turned out to be flatly false. Unable to prove that the refugees were violent as alleged, the Police resorted to redefine and equate violence with coercion. Perhaps the Police need to be reminded of what violence is: violence is when you chained Oury Jalloh to the mattress in a police station in Dessau and burned him alive. Violence is when you forcibly pumped emetics into Laye Conde and killed him in a police station in Bremen, just as Achidi John in Hamburg. Violence is when you fatally shot Dominique Kumadio near his apartment in Dortmond just like you shot and killed Christie Schwundeck at the Job Centre in Frankfurt, and Mariamme Sarr in Ascherffenburg. Violence is when policemen raped women (who were to be deported) and filmed it, in police station in Bremen. Got it? The list goes on!!!

In our view, two things are particularly worth noting here. First, it is important to put these into some perspectives and understand that this is a carefully pre-planned and coordinated effort by the authorities to break the resistance of refugees to deportation. Moreover, it is to provide a political cover, legitimisation and justification for the unwarranted violence and brutality that the police are most likely to exert in any future deportation attempts. They have admitted this much in public and their action on Thursday confirms this. But it remains to be seen if the public will rise in support of human decency and respect of the vestiges of refugee rights in this country or they will submit to manipulation and be conned by these sinister machinations. For anyone who has been invested in any way in the pervasive and now-fading refugees welcome, it is time to shed that superficiality and get real and show some solidarity with these maligned refugees.

Second, there is nothing criminal about the desire to live a safe and secured life irrespective of how Germany and others may view it today. Millions of people migrated from Germany/Europe to seek better and secured lives in other countries and continents and so it is nothing new. Refugees are in this country exactly for this reason and “We are here because you destroy our countries”!!! So any attempt to deny us the opportunities to realise this is sure to be met with resistance. This is why refugee resistance is guaranteed to continue in Germany irrespective of the politics and policies of the German/European authorities or the number of policemen and women and their vehicles. It is in this spirit of resistance that we SALUTE the courageous action of refugees in Ellwangen.

Long Live the Resistance!!!

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deutsch

SALUT dem Flüchtlingswiderstand in Ellwangen

Mit einer starken und machtvollen zum Himmel gereckten Faust begrüßen wir, The VOICE Refugee Forum, die Tapferkeit und den Mut unserer Mitflüchtlinge, Brüder und Schwestern, weil sie beherzt die hartherzige und inhumane Abschiebung eines togoischen Flüchtlings verhindert und sein Recht auf Menschenwürde verteidigt haben.

Seit dem Vorfall letzten Montag und der substanzlosen Anschuldigung von “Angriff und Gewalt”, die von Flüchtlingen ausgegangen sein sollen, haben die deutschen Mainstream- und Boulevardmedien im wahrsten Sinne des Wortes die Automatikschaltung eingelegt, wenn sie darüber berichteten. Ja, sie sind nicht in der Lage, darüber zu berichten, was die Flüchtlinge sagen und welche Erfahrungen sie machen. Überraschung? Absolut nicht, denn dies ist offensichtlich ein Versuch, die zu Grunde liegende Anti-Flüchtlingspolitik und die Politik der deutschen Regierung delikat und gefährlich gewürzt mit rassistischen Motiven und Narrativen auf eine breitere Basis zu stellen und voranzutreiben.

Die Presse weigert sich, über die ungesunden, schrecklichen und unerträglichen Bedingungen zu berichten, unter denen Flüchtlinge zu leben gezwungen sind, wo Flüchtlinge zusammengepfercht werden wie Sklaven auf einem Sklavenschiff. Sie versäumen es, darüber zu berichten, dass Flüchtlinge von den deutschen Behörden gewaltsam in Länder (einschließlich Italien und andere europäische Staaten) abgeschoben werden, wo weder die Sicherheit ihres Lebens noch ihre Menschenwürde garantiert werden können. Ist es in irgendeiner Weise verwunderlich, dass versuchte und tatsächliche Selbstmorde von Flüchtlingen zunehmen als Resultat der Hoffnungslosigkeit und des Mangels an Perspektiven in diesem “Rechtsstaat”? Wo ist die Presse bei diesen Angelegenheiten? Hier herrscht ohrenbetäubende Stille!

Ja, Rechtsstaat! Die nutzlosen Politiker überstürzen sich dabei, um zu sehen, wer die Plakette desjenigen tragen kann, der am fiesesten gegenüber den Flüchtlingen ist. Sie führen ein Wettrennen zum verkommenen Boden der Verurteilung eines legitimen Widerstandes gegen Unterdrückung, Gewalt und Unmenschlichkeit im Namen eines “Rechtsstaates, auf dem nicht herumgetrampelt werden dürfe”. Wie zynisch, verschlagen und heuchlerisch von euch ist es, sogar von Rechtsstaat und Gastfreundschaft zu sprechen angesichts eurer Lager-Mentalität und der Art und Weise, wie ihr mit den Flüchtlingen in diesen dreckigen Lagern umgeht.

Von eurer schamlosen, zweifelhaften und korrupten Kollaboration mit Diktatoren in ganz Afrika, einschließlich Togo, von wo dieser Flüchtling geflohen ist, sprechen wir hier gar nicht an erster Stelle. Ihr seid so aufrecht mit eurem Rechtsstaat, dass ihr Abkommen mit diesen Diktatoren erreicht und sie dafür bezahlt, dass sie im Gegenzug Milizen anstellen, um Männer, Frauen und Kinder zu brutalisieren und zu verstümmeln, die Zuflucht suchen von der gefährlichen Situation, die ihr durch eure ökonomischen Interessen gefördert habt. Wenn die Situation in diesen Lagern das ist, was ihr als Gastfreundschaft definiert, dann laden wir euch herzlich ein, in eines dieser Lager einzuchecken – ja, es gibt noch genug Platz für euch und eure Familien – und euren Aufenthalt zu genießen. Falls ihr zu feige seid, dieses Angebot anzunehmen, fordern wir euch in klaren Worten auf: Nehmt eure Gastfreundschaft und steckt sie euch sonstwo hin!

Die von der Polizei erhobenen Anschuldigungen von Aggression, Angriff und Gewalt, von denen in den Medien so ausführlich berichtet wurde, sind bislang nicht mehr als eine falsche Behauptung, da es bis zu dem Moment, in dem dieser Text verfasst wurde, keinen Beleg gibt, der diese Behauptungen mit Substanz füllen würde. Während es der Polizei gelungen ist, falsch zu informieren, und die Presse davongelaufen ist mit der Falschmeldung, dass die Flüchtlinge eine große Menge von Polizeibeamten verletzt hätte, konnte die Polizei offensichtlich offiziell lediglich bestätigen, dass nur ein Beamter leicht verletzt wurde
(see TAZ, 3.5.18 “Was geschah in Ellwangen?” www.taz.de/!5500584/). Schlimmer noch ist die Anschuldigung, dass die Flüchtlinge angeblich Waffen besessen hätten, die sich ebenfalls als rundweg falsch herausstellte.

Unfähig zu beweisen, dass die Flüchtlinge, wie behauptet, Gewalt anwandten, verlegte man sich darauf, den Begriff umzudefinieren und Nötigung mit Gewalt gleichzusetzen. Vielleicht muss die Polizei daran erinnert werden, was Gewalt ist: Es war Gewalt, als ihr Oury Jalloh in einer Polizeistation in Dessau an eine Matratze angebunden habt und ihn lebendig verbranntet. Es war Gewalt, als ihr Brechmittel in Laye Conde hineingepumpt habt und ihn dadurch in einer Polizeiwache in Bremen getötet habt, genauso wie Achidi John in Hamburg. Es war Gewalt, als ihr Dominique Kumadio in der Nähe seiner Wohnung in Dortmund erschossen habt, so wie ihr auch Christie Schwundeck auf dem Jobcenter in Frankfurt durch eure Schüsse getötet habt und Mariamme Sarr in Aschaffenburg. Es war Gewalt, als Polizisten Frauen, die abgeschoben werden sollten, vergewaltigten und dabei filmten, geschehen in einer Polizeistation in Bremen. Verstanden? Die Liste geht weiter!

Unserer Meinung nach sind insbesondere zwei Dinge hier nötig erwähnt zu werden. Erstens ist es wichtig, dies in die richtige Perspektive zu rücken und zu verstehen, dass es sich hier um ein von den Behörden sorgfältig geplantes und koordiniertes Bestreben handelt, den Widerstand von Flüchtlingen gegenüber Abschiebungen und ihre Solidarität miteinander zu brechen. Darüber hinaus dient es dazu, den politischen Deckmantel, die Legitimierung und Rechtfertigung für die ungerechtfertigte Gewalt und Brutalität zu liefern, die die Polizei höchstwahrscheinlich bei jedem zukünftigen Abschiebeversuch ausüben wird. Sie haben dies häufig öffentlich zugegeben und ihre Aktion am Donnerstag bestätigt dies. Aber man muss sehen, ob die Öffentlichkeit aufstehen wird, um den menschlichen Anstand und den Respekt gegenüber den Resten der Rechte von Flüchtlingen in diesem Land zu unterstützen oder ob sie sich der Manipulation unterwirft und durch diese dunklen Machenschaften hereingelegt wird. Für jeden, der in irgendeiner Weise in das einst allgegenwärtige und nun verschwindende “Refugees Welcome” einbezogen war, ist es jetzt Zeit, diese Oberflächlichkeit abzuwerfen und echt zu werden und Solidarität mit diesen verleumdeten Flüchtlingen zu zeigen.

Zweitens liegt nichts Kriminelles in dem Wunsch, ein sicheres und geschütztes Leben zu führen, unabhängig davon wie Deutschland und andere das heute sehen mögen. Millionen von Menschen emigrierten aus Deutschland/Europa, um ein besseres und sicheres Leben in anderen Ländern und Kontinenten zu suchen, also ist dies nichts Neues. Flüchtlinge sind genau aus diesem Grund in diesem Land und: “Wir sind hier, weil ihr unsere Länder zerstört!!!” Daher wird jeder Versuch, uns die Chancen zu verweigern, dies zu verwirklichen, mit Sicherheit auf Widerstand treffen. Aus diesem Grund wird der Widerstand von Flüchtlingen in Deutschland garantiert weitergehen, unabhängig von der Politik der deutschen und europäischen Behörden und unabhängig von der Anzahl der Polizisten und Polizistinnen und ihrer Fahrzeuge. Im Geiste dieses Widerstandes begrüßen wir die mutige Aktion der Flüchtlinge in Ellwangen.

Lang lebe der Widerstand!!!
Ziviler Ungehorsam in EllwangenFür die Freiheit, gegen Abschiebung
http://taz.de/!5503329/

The VOICE Refugee Forum


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