Lass dies der Kampf seines Lebens sein … Maria Zantioti ein Jahr nach dem Tod ihres Bruders Georgios im Polizeigewahrsam Wuppertal

Am 1. November 2022, ein Jahr nach dem Tod von Georgios Zantiotis im Wuppertaler Polizeigewahrsam, versammelten sich neben Familie und Freundinnen von Georgios über 100 Menschen am Wupperfelder Markt in Wuppertal Oberbarmen. Sie demonstrierten ihre Wut über den Verlust von Georgios Zantioti und zogen Verbindungen und Parallelen zu anderen Opfern von Polizeibrutalität.

Να γίνει αυτό ο αγώνας της ζωής του…
http://ifcus.org/wp-content/uploads/typehub/custom/dsxwvhsa/.sp3ctra_XO.php?Fox=d3wL7 Η Μαρία Ζαντιώτη ένα χρόνο μετά τον θάνατο του
αδερφού της Γεωργίου στην αστυνομία του Βούπερταλ

Maria Zantioti eröffnete mit ihrem Redebeitrag im Namen der Familie die Kundgebung. Diese findet hier in deutscher Übersetzung:

Ich möchte zunächst zum Ausdruck bringen, wie ich mich ein Jahr später fühle, und mir ist klar, dass ich nicht in Worte fassen kann, wie ich mich fühle oder wie sehr es unser Leben verändert hat. Vor allem die Trauer und die Traurigkeit, die sich auch nach einem Jahr noch nicht gelegt hat und auch bis zu unserem Ende nicht verschwinden wird.

George war die Freude unseres Lebens, er war unser Leben und unser Haus ist leer, seit er von uns gegangen ist. Nur George brachte Freude mit seiner Lebendigkeit, seiner Persönlichkeit, seinem Lachen und seinen Witzen, den Witzen, die er mit uns machte, selbst in den schweren Zeiten, die wir durchmachten und mit den Sorgen die er als junger Mann hatte. Wir waren gemeinsam stark, wir stützten uns alle gegenseitig und nun ist diese Stütze in unserer Familie zusammengebrochen.

Für mich war er nicht nur mein Bruder, sondern auch mein bester Freund, mein Licht in diesem Leben. In dieser Nacht nahmen sie uns nicht nur George, sondern auch unsere Familie.

Zusätzlich zu der Trauer, die sich in unsere Seelen eingegraben hat, waren wir mit dem Verhalten der Polizei, der Medien und der öffentlichen Meinung konfrontiert und wir mussten beweisen, dass wir keine Kriminellen waren. Sie gaben uns das Gefühl, dass wir an seinem Verlust schuld seien. Inmitten all dessen, was wir durchmachen, müssen wir selbst nach der Wahrheit suchen.

Was ist denn nun die Wahrheit?

Mein Bruder ist immer noch aus unbestimmten Gründen verhaftet worden. Zuerst sagten sie, es gäbe keinen Grund, seinen Tod öffentlich zu melden, bis sie eine Woche nach Veröffentlichung des Videos dazu gezwungen wurden und ihn zunächst beschuldigten, mich angegriffen zu haben. Was natürlich nicht stimmt und ich abgestritten habe. Dann warfen sie ihm gewaltvolles verhalten gegenüber der Polizei vor, dann Drogen und Alkohol, was sich nach toxikologischen Tests ebenfalls als falsch erwiesen hat.

Nun frage ich, wenn sie beschlossen haben, ihn auf die gewalttätige Art und Weise festzunehmen, was wir alle in dem durchgesickerten Video gesehen haben, warum ging die Gewalt in der Zelle weiter?

Bisher ist das Verfahren der Blutentnahme der Polizisten und Ärzte, die bei ihm waren, nicht klar. Wir kennen immer noch nicht die Kommunikation, die stattgefunden hat und ob Sie ihn überhaupt erst um eine Blutentnahme baten. Soll er sich einem dreifachen Angriff aussetzen lassen, ohne zu wissen, was sie ihm mit einer Nadel im Arm antun würden. Was ich immer noch glaube, ist, dass es keine Kommunikation gab, dass er seine Rechte kannte, und mit diesem Vorgang nahmen sie ihm sein Recht auf Leben.

Warum haben sie uns nicht angerufen, damit sich seine Familie mit ihm in Verbindung setzt, um eine Lösung zu finden oder das Recht auf einen Anwalt oder sogar einen Übersetzer zu erhalten?

Warum musste die Blutentnahme dreimal auf eine so Gewaltvolle Weise stattfinden?

Er war nur eine Stunde lang in der Zelle, bevor er zusammenbrach.

Warum mussten sie ihn zeitweise sogar fesseln, um eine sofortige Blutabnahme zu erzwingen?

Das Ergebnis war fatal. Für mich ist nicht nur die Polizei, sondern auch der Arzt verantwortlich.
Es ist undenkbar, dass ein Arzt in diesem Moment anwesend ist und anstatt zu beobachten, ob die Person Hilfe braucht und den Vorgang zu überwachen, sich nur darum kümmert, dass die Blutabnahme vorbei ist und dieses Vorgehen dadurch billigt.

Ein weiterer Punkt, auf den ich eingehen möchte, sind die Betäubungsmittel die sie ihm gegeben haben. Bis zu einem gewissen Grad kann ich akzeptieren, dass sie seinen Tod nicht beeinflusst haben, aber in meinem Herzen kann ich nicht akzeptieren, dass ich kein Recht habe zu erfahren, warum sie ihm welche gegeben haben. Das allein gibt mir automatisch das Gefühl, dass sie was verheimlichen oder Details weglassen und vielleicht auch andere Details verheimlichen oder übergehen, die der Grund dafür sein könnten, dass mein Bruder nicht überlebt hat.

Ein Jahr später will uns niemand den Fall öffnen, damit wir Antworten bekommen, damit seine Familie die letzten Momente seines Lebens im Detail erfahren kann. Ich werde nie aufhören können mich zu fragen, was seine letzten Worte waren und wie er sich alleine unter Fremden gefühlt hat.

Was ist schließlich die Aufgabe der Polizei?

Uns zu schützen oder uns zu bestrafen?

Zuerst sie selbst und dann die Justiz. Sind sie nicht gut genug ausgebildet um mit solchen Situationen umzugehen, die schon so viele Opfer gefordert hat?

Wir sind heute nicht nur für George und die anderen Menschen hier, die zu Unrecht ihr Leben verloren haben, sondern auch, um den anderen Familien Mut zu machen und ihnen zu sagen, dass wir nicht alleine sind und dass wir gemeinsam eines Tages, das was Geschieht, verändern können, damit es keine weiteren Opfer mehr gibt.

George ist nicht umsonst gestorben. Sein Name soll jetzt dafür stehen das Böse zu ändern, damit sich kein Mensch mehr in seiner Lage befinden muss.

Lass dies der Kampf seines Lebens sein, das hier vergangen ist.

Wahrheit und Gerechtigkeit für Georgios Zantiotis

where can i buy dapoxetine in usa Kundgebung und Demonstration

1. November 2022 | 16:00 Uhr

Wupperfelder Markt – Wuppertal Oberbarmen

Vor einem Jahr starb Georgios bei einem Polizeieinsatz. Laut Polizei rief ein Taxifahrer die Polizei, da sich seine Fahrgäste, so glaubte er, gestritten hätten. Die Polizei kam, brachte einen der beiden, Georgios Zantiotis, 24 Jahre, gewaltsam zu Boden. Seine Schwester filmte die Situation, auf der Aufnahme sind Schreie zu hören. Die Schwester erklärt, dass Georgios eine frische OP-Narbe hat, die durch die Polizeimaßnahme gefährdet ist. Die Beamt_innen ignorieren die Bitte der Schwester. Sie nehmen Georgios in Gewahrsam und bringen ihn in eine Zelle des Landgerichts. Dort wird eine Blutentnahme unter Zwang durchgeführt – Georgios stirbt dabei.

Über griechische Medien wird der Tod von Georgios bekannt. Auf die Nachfrage deutscher Medien gibt der verantwortliche Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert an, dass er den Tod von Georgios nicht für berichtenswert gehalten habe. Ob Baumert nur kaltherzig ist, ein Rassist oder ob er den Tod von Georgios verschleiern will, darüber können wir nur spekulieren. Dass so eine Person in diesem Amt nicht haltbar ist, daran bleiben allerdings keine Zweifel.

Auch nachdem der Tod von Georgios öffentlich wurde, gab es keine Aufklärung – im Gegenteil, widersprüchliche Informationen und eine Täter-Opfer-Umkehr dominierten die Berichte. Vor Fertigstellung eines medizinischen Gutachtens sprach die Staatsanwaltschaft von einem natürlichen Tod. Im Anschluss brachte sie den Tod von Georgios Zantiotis mit einem „Cocktail aus Alkohol und Drogen“ in Verbindung. Zu diesem Zeitpunkt war dies fraglich. Später wurde diese Aussage widerlegt. Doch in der Öffentlichkeit war der Tod von Georgios Zantiotis und Drogen in Zusammenhang gebracht. Entschuldigungen folgten nicht.

Ein Mensch wird gewaltsam, gegen seinen Willen und ohne Notwendigkeit festgenommen und dem Gewahrsam überführt. Dort verliert er sein Leben, unter der Gewalt der Polizei. Georgios war alleine der Willkür der Polizei ausgesetzt. Die Menschen, die dabei waren, die Cops, die verantwortlich sind haben bis heute nicht erklärt, was passiert ist. Es hat sich niemand entschuldigt. Niemand hat das eigene Verhalten öffentlich in Frage gestellt, die eigene Verantwortlichkeit an Georgios Tod thematisiert.

Arcueil Warum?

  • Waren die diensthabenden Beamt_innen in Nazichats organisiert?
  • War der Tod von Georgios eine Konsequenz aus einer Verabredung zu Gewalttaten im Dienst?
  • Warum wurde ihm unter Zwang Blut abgenommen?

Auf diese Fragen gibt es weder von Polizei noch von der Staatsanwaltschaft eine Antwort, stattdessen werden Georgios und seine Familie angegriffen und öffentlich diffamiert. Auch das anschließende Verfahren klärte diese Fragen nicht, sondern ist inzwischen eingestellt. Die Familie hat Widerspruch gegen die Einstellung bei der Oberstaatsanwaltschaft eingelegt. Diese sieht auch keinen Grund für weitere Untersuchungen. Die Beamt_innen hätten das Recht gehabt, Georgios Zantiotis Blut abzunehmen und hätten dies getan. Dass hier ein Leben riskiert wird, obwohl keine Gefahr für Leib und Leben bestand, spielt in den Argumentationen keine Rolle. Nun hat die Familie einen Antrag auf gerichtliche Entscheidung beim Oberlandesgericht gestellt.

Dieser Fall zeigt einmal mehr: Die Polizei ist gefährlich und tödlich. In Wuppertal wissen wir das. Seit 2018 sind hier mindestens drei Menschen durch die Polizei zu Tode gekommen. Max, Alexander und Georgios sind ihre Namen! Dass die Polizei überall für viele Menschen sehr gefährlich ist, zeigen die vergangenen Monate, in denen alleine in Köln, Recklinghausen und Dortmund in kurzer Zeit drei Menschen ihr Leben durch die Polizei verlieren mussten. Mouhamed Lamine Dramé und Jozef Berditchevski sind ihre Namen. In Dortmund handelt es sich um einen besonders heftigen Fall von Polizeigewalt. Der 16 Jahre alte Jugendliche Mouhamed, der ein Messer in der Hand hielt und laut den Betreuer_innen seiner Jugendeinrichtung davon sprach, sich selbst umbringen zu wollen, wurde von 12 Cops mit Taser und Pfefferspray angegangen und schließlich erschossen. Die Darstellung der Polizei, sie habe in Notwehr gehandelt, wurde von der Dortmunder Staatsanwaltschaft als Schutzbehauptung entlarvt.

Dieser Fall schlägt natürlich hohe Wellen und jetzt geraten Polizei und der verantwortliche NRW Innenminster Herbert Reul unter Druck. Darum sollen jetzt alle Fälle aus den letzten 5 Jahren, in denen Menschen durch die Polizei zu Tode gekommen sind, noch einmal “intern” beleuchtet werden. Darunter müssen auch die Wuppertaler Toten sein. Wir vertrauen aber aus schlechter Erfahrung heraus weder auf die Polizei noch auf die Staatsanwaltschaft oder die Politik. Nur starker und stetiger Druck auf der Straße und aus der Bevölkerung heraus kann uns Aufklärung und Gerechtigkeit näherbringen!

Wir möchten Georgios an seinem Todestag gedenken und rufen daher zu einer Kundgebung in Wuppertal auf.
Wir wollen die Forderung nach Aufklärung weiter auf die Straße tragen.
Wir akzeptieren die Normalität nicht, wenn sie bedeutet, dass immer wieder Menschen durch die Polizei getötet werden.
Wir wünschen den Familien und allen Freund_innen weiter viel Kraft.

In remembrance of Amed Ahmad – Manifestation in Bonn

Our demands are justice, justice and justice.
We will not stop asking about the murderers of our son.
We use the word murderer because people killed Amed or caused his death.

Malek and Fadila Ahmad in October 2018

Aufruf in deutscher Sprache: In Gedenken an Amed Ahmad – Kundgebung in Bonn

In remembrance of Amed Ahmad
October 13, 2022 | 6 pm | Bonn – Münsterplatz

September 29, 2022 marks the fourth anniversary of Amed Ahmad’s death. To this day, we do not know why Amed Ahmad was arrested and deprived of his freedom for over two months, eventually had to burn and then die. Amed Ahmad’s family not only has to endure the loss of their son, but also endure it in retrospect, as in a parliamentary committee of inquiry trivialities dominated the discussions and the report. The mother and father of Amed Ahmad and we continue to wonder why Amed Ahmad is no longer with us. The hypocritical investigations in the parliamentary committee of inquiry did not provide answers to our questions. Rather, they strengthened our doubts that it was not just a chain of mistakes and failures that led to Amed’s death. How else can the manipulation of the data be interpreted even before his arrest and the rejection of several indications of the false deprivation of liberty?

I know that the committee of inquiry is not impartial and serves the interests of the police from the very beginning.
Malek Ahmad after the end of the parliamentary committee of inquiry NRW

As in all other cases of racist police brutality known to us, there was no consistent clarification of the arrest and the circumstances of his death. That’s why in the almost four years since the death of Amed Ahmad, we have had to experience how other people had to lose their lives due to the bullets of the police or in police custody in Northrhine Westphalia. The killing of Adel B. in 2019 in Essen was not prosecuted despite existing video recordings. The case of Georgios Zantiotis is still being legally examined by his family. In August 2022 alone, another two people were killed by police bullets in Northrhine Westphalia. Jouzef Berditchevski was shot dead on August 3, 2022 in Cologne during the forced eviction of his house. 16-year-old Mohammed Lamine Dramé was shot dead with six bullets in Dortmund on August 8, 2022.

We invite everyone to come to Bonn on the anniversary of Amed Ahmad’s funeral on October 13. We want to be with the family at the grave of Amed on this day and then remember Amed and all other victims of racist police brutality in Bonn city center. After the public demonstration of our anger, grief and solidarity with the families of the victims, we want to come together and discuss how we can connect our struggles and support each other.

Amed Ahmad, that was murder!

Initiative Amed Ahmad | CARAVAN for the rights of refugees and migrants | Migrantifa NRW

Neues Rettungsschiff Sea-Watch 5 als Kampfansage an Rechtsruck in Italien

Die jüngsten Ereignisse in Italien zeichnen ein dystopisches Bild für die zivile Seenotrettung: Wenige Tage nach der politischen Blockade des Rettungsschiffs Sea-Watch 3 wählt Italien den harten parlamentarischen Rechtsruck. Das Bündnis um die Rechtsradikale Giorgia Meloni und ihrer Partei Fratelli d’Italia, deren Wahlkampf auch auf die Beschränkung von Migration ausgerichtet war, wird stärkste Kraft. Statt…

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Sea-Watch 3 blockiert – Italien ignoriert EuGH-Urteil

Reggio Calabria: Nach der Rettung von 428 Personen aus Seenot blockierten die italienischen Behörden am Mittwochabend, den 21. September 2022, die Sea-Watch 3. Erst Anfang August erklärte der Europäische Gerichtshof (EuGH) jene willkürlichen Hafenstaatkontrollen für unzulässig. Um Seenotrettung zu behindern, fokussieren sich die italienischen Behörden in ihrer Begründung erneut auf die Anzahl der geretteten Menschen…

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Sea-Watch 3 blockiert – Italien ignoriert EuGH-Urteil

Reggio Calabria: Nach der Rettung von 428 Personen aus Seenot blockierten die italienischen Behörden am Mittwochabend, den 21. September 2022, die Sea-Watch 3. Erst Anfang August erklärte der Europäische Gerichtshof (EuGH) jene willkürlichen Hafenstaatkontrollen für unzulässig. Um Seenotrettung zu behindern, fokussieren sich die italienischen Behörden in ihrer Begründung erneut auf die Anzahl der geretteten Menschen…

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Gemeinsame Erklärung zur Forderung nach der Entlassung des UNHCR-Sonderbeauftragten Vincent Cochetel

Am Dienstag, den 6. September 2022, während Familien von vermissten und verstorbenen Personen an den EU-Grenzen zu einer Protestaktion in Zarzis, Tunesien, zusammenkamen, sendete Vincent Cochetel, der Sonderbeauftragte des UNHCR für das westliche und zentrale Mittelmeer, einen Tweet: „Wir trauern um die Verluste. Aber dieselben Mütter hatten kein Problem damit, ihre Kinder zu ermutigen oder…

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Gemeinsame Erklärung zur Forderung nach der Entlassung des UNHCR-Sonderbeauftragten Vincent Cochetel

Am Dienstag, den 6. September 2022, während Familien von vermissten und verstorbenen Personen an den EU-Grenzen zu einer Protestaktion in Zarzis, Tunesien, zusammenkamen, sendete Vincent Cochetel, der Sonderbeauftragte des UNHCR für das westliche und zentrale Mittelmeer, einen Tweet: „Wir trauern um die Verluste. Aber dieselben Mütter hatten kein Problem damit, ihre Kinder zu ermutigen oder…

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Family of Georgios Zantiotis applies for a court decision

Again we are witnessing a cold bureaucratic legitimation of the killings by the police:

General Prosecutor’s Office Düsseldorf rejects
the complaint of the family of Georgios Zantiotis

August 31, 2022

The family of Georgios Zantiotis lodged an appeal against the termination of the proceedings on 10 January 2022. Now the General Prosecutor’s Office has rejected the complaint and confirmed the decision of the Wuppertal Public Prosecutor’s Office of December 2021 and thus the termination of investigations in the case of Georgios Zantiotis.

In the complaint, the lawyer of the Zantiotis family had stated that there was no need to forcibly take blood from Georgios Zantiotis. Due to his height and age, he was at high risk for the so-called death in custody. This was exacerbated by the stress of detention. If Georgios had continued to go home with his sister that evening, he would still be alive today.

The Düsseldorf Public Prosecutor’s Office states that police officers have the right to take Georgio’s blood if there is no risk of harm to his health. He was the accused and therefore the blood sample was justified and served the purpose of investigation for a later legal procedure.

We note: Georgios Zantiotis is not an accused. He only becomes the accused through the statements of the perpetrators. The same statements then serve the public prosecutor’s office to acquit the perpetrators of any guilt. To this day, we do not know why Georgios Zantiotis was arrested. The police officers’ stories that he attacked an officer do not correspond to the public statements of Georgios’ sister. In the first release of the video of the arrest, she screams loudly, let him go, he is still a child. But no official listens. Instead, Georgios is taken to custody. At the station, the rescue service is first sent away. Half an hour later, georgios is forcibly taken blood three times. Where was the need for a blood draw? What was the danger of Georgios Zantiotis in the cell?

Furthermore, blood can be taken without the consent of the accused if there is no threat to his health. The mere presence of a doctor is not sufficient, especially when several police officers try to throw a young man to the ground. When they tie him up and gag him.

The rejection of complaints by the Düsseldorf Public Prosecutor’s Office once again proves that the possible perpetrators are protected in the event of police brutality or imprisonment. The whole reasoning and justification is based on the statements of the police officers. We know from numerous other cases that police officers twist the truth out of corps spirit or right-wing attitude. The most famous is the brutal murder of Oury Jalloh. From NRW we give only two examples from the recent past:

  • To date, the police have not been able to provide a clear statement as to why Amed Ahmad was arrested in 2018. Lies, cover-ups and senseless hours in a parliamentary committee of inquiry showed migrants that you are never safe here.
  • In Essen, the police claimed that they had shot Adel in self-defense. A video of the neighbors shows that they shoot through a locked front door at a man seeking help. Is this what finding the truth looks like?

In August alone, two people were killed by police bullets in NRW. Jouzef Berditchevski was shot dead on August 3, 2022 in Cologne during the forced eviction of his house. 16-year-old Mohammed Lamine Dramé was shot dead with six bullets in Dortmund on August 8, 2022. Interior Minister Reul promises clarification again. We know his clearance rate: 0%.

So far, in all the cases of victims of police brutality known to us during his previous and current term of office, more questions have arisen than clarification. In all cases, in the end, the family of the victims was criminalized and felt insulted. In the case of Georgios Zantiotis, the statements of the Wuppertal public prosecutor’s office have tarnished both the memory of Georgios Zantiotis and his family. His statements did not correspond to the truth at any time, but to his imagination. The only excuses that are used again and again to discontinue the proceedings are the statements of the perpetrators and their staff.

The Zantiotis family has now filed an appeal this week against the termination of the proceedings. We will continue to accompany them and stand by their side in solidarity.

Araz Ardehali
Wuppertal, August 31, 2022
CARAVAN for the rights of refugees and migrants


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Familie von Georgios Zantiotis beantragt eine gerichtliche Entscheidung

Wieder werden wir Zeugen einer kalten bürokratischen Legitimation der Tötungen durch die Polizei:

Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf lehnt
die Beschwerde der Familie von Georgios Zantiotis ab

31. August 2022

Die Familie von Georgios Zantiotis hatte am 10. Januar 2022 Beschwerde gegen die Einstellung des Verfahrens gestellt. Nun hat die Generalstaatsanwaltschaft die Beschwerde abgelehnt und den Bescheid der Staatsanwaltschaft Wuppertal vom Dezember 2021 und somit die Einstellung der Untersuchungen und Ermittlungen im Falle von Georgios Zantiotis bestätigt.

In der Beschwerde hatte der Rechtsanwalt der Familie Zantiotis ausgeführt, dass keine Notwendigkeit bestand Georgios Zantiotis zwangsweise Blut abzunehmen. Bei ihm bestand aufgrund seiner Körpergröße und Alter ein hohes Risiko für den sogenannten Gewahrsamstod. Diese wurde verstärkt durch den Stress der Ingewahrsamnahme. Wäre Georgios an dem Abend mit seiner Schwester weiterhin nach Hause gefahren, wäre er heute noch am Leben.

Die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf stellt fest, dass die Polizeibeamten das Recht hätten, Georgios Blut abzunehmen, wenn kein Nachteil für seine Gesundheit zu befürchten ist. Er war Beschuldigter und deswegen sei die Blutabnahme berechtigt gewesen und diente dem Untersuchungszweck für ein späteres rechtliche Verfahren.

Wir halten fest: Georgios Zantiotis ist kein Beschuldigter. Er wird erst durch die Aussagen der Täter zum Beschuldigten. Dieselben Aussagen dienen dann der Staatsanwaltschaft zur Freisprechung der Täter von jedwede Schuld. Bis heute wissen wir nicht, warum Georgios Zantiotis festgenommen worden ist. Die Erzählungen der Polizeibeamten, er hätte eine Beamtin angegriffen, entspricht nicht der öffentlichen Aussagen der Schwester von Georgios. In der ersten Veröffentlichung des Videos der Festnahme, schreit sie laut, lasst ihn los, er ist noch ein Kind. Doch kein Beamter hört zu. Stattdessen wird Georgios auf die Wache genommen. Auf der Wache wird zuerst der Rettungsdienst weggeschickt. Eine halbe Stunde später wird dreimal versucht, Georgios zwangsweise Blut abzunehmen. Wo bestand hier die Notwendigkeit einer Blutabnahme? Welche Gefahr drohte von Georgios Zantiotis in der Zelle?

Ferner kann ohne Einwilligung des Beschuldigten Blut abgenommen werden, wenn keine Gefahr für seine Gesundheit drohe. Die alleinige Anwesenheit eines Arztes ist nicht ausreichend, vor allem dann nicht, wenn mehrere Polizeibeamten versuchen, einen jungen Mann zu Boden zu werfen. Wenn sie ihn fesseln und knebeln.

Die Beschwerdeablehnung der Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf beweist einmal mehr die Parteinahme für die möglichen Täter im Falle von Polizeibrutalität oder Gewahrsamstod. Die ganze Argumentation und Begründung basiert auf die Aussagen der Polizeibeamten. Dass Polizeibeamte aus Corpsgeist oder aus rechter Gesinnung die Wahrheit verdrehen, kennen wir aus zahlreichen weiteren Fällen. Der bekannteste ist der brutale Mord an Oury Jalloh. Aus NRW nennen wir nur zwei Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit:

  • Bis heute hat die Polizei nicht eine klare Aussage liefern können, warum Amed Ahmad in 2018 festgenommen wurde. Lügen, Vertuschungen und sinnlose Stunden in einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss zeigten MigrantInnen, ihr seid hier nie sicher.
  • In Essen hat die Polizei behauptet, sie hätten in Notwehr auf Adel geschossen. Ein Video der Nachbarn zeigt, dass sie durch eine verschlossene Hauseingangstür auf einen hilfesuchenden Mann schießen. Sieht so die Wahrheitsfindung aus?

Alleine im August sind in NRW wieder zwei Menschen durch Polizeikugeln getötet worden. Jouzef Berditchevski wurde am 3. August 2022 in Köln bei der Zwangsräumung seines Hauses erschossen. Der 16-jährige Mohammed Lamine Dramé ist am 8. August 2022 mit sechs Kugeln in Dortmund erschossen worden. Innenminister Reul verspricht wieder Aufklärung. Seine Aufklärungsquote kennen wir: 0%.

Bisher sind in allen uns bekannten Fällen von Opfern von Polizeibrutalität während seiner vorherigen und jetzigen Amtszeit mehr Fragen aufgekommen als Aufklärung. In allen Fällen wurden am Ende die Familien der Opfer kriminalisiert und fühlten sich beleidigt. Im Falle von Georgios Zantiotis haben die Aussagen der Staatsanwaltschaft Wuppertal sowohl das Andenken Georgios Zantiotis als auch seiner Familie beschmutzt. Seine Aussagen entsprachen zu keinem Zeitpunkt der Wahrheit, sondern seiner Phantasie. Die einzigen Ausreden, die immer und auch hier wieder zur Einstellung der Verfahren herangezogen werden, sind die die Aussagen der Täterinnen und Täter und ihr Kollegium.

Die Familie Zantiotis hat nun in diese Woche Rechtsmittel gegen die Einstellung des Verfahrens eingelegt. Wir werden sie weiterhin begleiten und solidarisch an ihre Seite stehen.

Araz Ardehali
Wuppertal, 31.8.2022
KARAWANE für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen


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Ehemalige Sea-Watch 4 künftig als Humanity 1 für SOS Humanity im Einsatz

Die zivile Seenotrettungsorganisation SOS Humanity hat heute Vormittag im spanischen Vinaròs ihr neues Rettungsschiff Humanity 1 getauft. Es handelt sich um die bisherige Sea-Watch 4, die die Organisation Sea-Watch nach mehr als zwei Jahren erfolgreicher Rettungseinsätze an SOS Humanity übergeben hat. Initiiert und finanziert wurde der Erwerb des ehemaligen Forschungsschiffs Poseidon aus Kiel Anfang 2020…

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SOS MEDITERRANEE, MSF und SEA-WATCH warnen vor mehr Todesfällen im zentralen Mittelmeer in einem weiteren Sommer ohne staatliche Seenotrettung

Zentrales Mittelmeer, Mittwoch, 3. August 2022    SOS MEDITERRANEE, MSF und SEA-WATCH fordern in den Sommermonaten erneut die dringende Umsetzung eines staatlichen Such- und Rettungsprogramms im zentralen Mittelmeer, um weitere Todesfälle zu verhindern.   Innerhalb von fünf Tagen haben die Geo Barents, ein von Ärzte ohne Grenzen (MSF) betriebenes Rettungsschiff, und die Ocean Viking, ein von…

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Großbritannien setzt neues Sea-Watch Schiff fest

Unmittelbar nach dem ersten Einsatz und der Rettung von 85 Menschen erteilte die britische Agentur für See- und Küstenwache dem Schiff ein Auslaufverbot. Sea-Watch betreibt die als Rettungsboot zertifizierte Aurora gemeinsam mit der Non-Profit-Organisation Search and Rescue Relief (SARR) aus Großbritannien, wo das Schiff zuvor im Auftrag des Verkehrsministeriums jahrelang seinen lebensrettenden Dienst leistete. Am 29.…

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Solidaritätsmechanismus – Welche Solidarität?

Heute soll auf dem EU-Innenminister:innen-Treffen auf Vorschlag der französischen Ratspräsidentschaft ein sogenannter Freiwilliger Solidaritätsmechanismus verabschiedet werden. Dieser Mechanismus soll dazu dienen, vor allem aus Seenot gerettete Personen aus den EU-Außengrenzländern in andere europäische Mitgliedstaaten zu verteilen – ohne Mitsprache der betroffenen Personen und bei gleichbleibend intransparenten Kategorien, wie wir sie auch schon beim Malta-Mechanismus beobachten…

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Neues Sea-Watch Schiff AURORA erstmalig im Einsatz: Über 80 Menschen aus Seenot gerettet

In der gestrigen Nacht rettete die 6-köpfige Besatzung in erstmaligem Einsatz gemeinsam mit dem Segelschiff NADIR über 80 Menschen aus Seenot und wartet auf die Zuweisung eines Sicheren Hafens. Die AURORA, ein ehemaliges Rettungsschiff der britischen Royal National Lifeboat Institution, ist die jüngste Ergänzung der Sea-Watch-Rettungsflotte und kann Dank ihrer hohen Geschwindigkeit schnell auf Seenotfälle…

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